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Brüggen
Schulzentrum verbraucht zu viel Energie

Brüggen: Schulzentrum verbraucht zu viel Energie
Die Betonrippen unter dem Dach sollten gedämmt werden. FOTO: Gmtech
Brüggen. Ein Ingenieurbüro hat vor allem den Altbau der Gesamtschule in Bracht energetisch unter die Lupe genommen und den Sanierungsbedarf analysiert. Das Dach müsse besser gedämmt werden, empfahl der Experte Von Birgit Sroka

Wie viel Sanierung braucht das Schulzentrum in Bracht? Würden sich die Investitionen in energie-einsparende Maßnahmen in dem alten Gebäude lohnen? Und: Kann sich die Burggemeinde das überhaupt leisten? Um auf diese Fragen eine klare Antwort zu finden, haben Verwaltung und Bauausschuss ein Ingenieurbüro hinzugezogen. Guido Maaßen vom Meerbuscher Büro GMtec hat das Schulzentrum untersucht und dem Bauausschuss nun die Ergebnisse vorgestellt. Die Kosten des Sanierungskonzepts werden zu 80 Prozent vom Bundesministerium für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert.

Maaßen nahm die Gebäudepläne unter die Lupe. Für jedes Gebäude errechnete er separat, wie viel Energie dort gebraucht wird. Die Grundschule schneidet dabei am besten ab, da sie ein Neubau ist. Die Gesamtschule wurde 1967 gebaut und hat am Energieverbrauch den größten Anteil.

Das Hallenbad als Energiefresser blieb in dieser Debatte außen vor. FOTO: Busch Franz-Heinrich sen.

Bracht überlegt, die Primärenergie künftig aus einer Holzhackschnitzel-Anlage zu beziehen. Wenn das Holz für die Anlage aus Beständen des Gemeindewaldes kommt, würden die Kosten dafür 50.000 Euro im Jahr betragen. Gas wäre etwa 27.000 Euro teurer. "Gas wäre effizienter zu regeln", sagte der Experte. "Einen recyclebaren Brennstoff zu verwenden ist aber eine ökologisch sinnvolle Lösung", so der Fachmann. Er gehe von einer Amortisationszeit von deutlich unter zehn Jahren für die Hackschnitzelanlage aus.

Etwa 20 Prozent der Energie gehen in Bracht über die Lüftung und die thermische Hülle verloren. Das sei laut Maaßen noch ein guter Wert. Die Fenster der Gesamtschule seien noch in einem guten Zustand.

Das Gesamtschulgebäude in Bracht wurde 1967 gebaut. FOTO: Busch

Sinnvoll sei es aber, in das Dach des Gebäudes zu investieren, so der Ingenieur. Dort gingen etwa 109.000 Kilowattstunden Energie im Jahr verloren, da es nur wenig bis stellenweise gar keine Dämmung gebe. Maaßen schätzt die Sanierungskosten für das komplette Dach auf 100.000 Euro. Rund 3000 Euro könnten dadurch im Jahr an Gas eingespart werden.

Wenn auch die Fassade gedämmt würde, erfordere das auch den Einbau von neuen Fenstern, da sonst kein dichter Abschluss erzielt werden könne. Dort könnten bei einem Aufwand von 140.000 Euro jährlich 3000 Euro Gaskosten oder 2000 Euro Holzkosten eingespart werden. Die Dämmung der oberen Geschossdecke sei die preiswertere Lösung. Allerdings müsse bei einem Teil des Dachstuhls geprüft werden, ob dieser erneuert werden muss. In eine Lüftungsregelung einzusteigen, sei eine sinnvolle Investition.

Ulrich Siebert, Umweltbeauftragter der Gesamtschule, wunderte sich, dass die Zahlen so positiv ausgefallen seien. "Im C-Trakt müssten Baumängel behoben werden. Dort ist die Temperatur in den Klassenräumen nicht zu regeln. Ich hab da schon 25 Grad gemessen. Das ist nur runter zu bekommen, wenn man die Fenster öffnet", bemängelt Siebert. Die Fensterdichtungen seien in keinem optimalen Zustand. Winfried Goertz (CDU) warnte vor einer kontrollierten Lüftung. In Holland würden schon Anlagen zurückgebaut werden, weil Krankheitserreger gefunden worden seien.

Bauverwaltungsleiter Dieter Dresen informierte den Bauausschuss, dass einige Fenster nur einschalig sind und die Leitungsnetze im alten Schultrakt teilweise nicht dokumentiert seien. "Es reicht nicht, einfach ein paar Regler irgendwo anzubringen", so Dresen.

Quelle: RP
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