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Schwalmtal
Schwalmtal benötigt mehr Wohnungen

Schwalmtal. In Amern sind zwei Standorte für Unterkünfte vorgesehen. Die Grünen fordern ein Handlungskonzept: Bezahlbarer Wohnraum sei rar. Von H. Ahlen und B. Ronge

Rund 430 Asylsuchende wurden Anfang Februar in Schwalmtal gezählt. 460 Plätze für Flüchtlinge hat die Gemeinde derzeit insgesamt. Damit hatte sie zu Monatsanfang noch mehr Plätze als Menschen, die diese benötigten. Doch die Gemeinde möchte vorsorgen. Denn wie viele Flüchtlinge ihr in den kommenden Monaten zugewiesen werden, weiß man nicht.

Die Verwaltung rechnet aber damit, dass weitere Menschen kommen werden. Nachdem inzwischen die Verträge für die Unterbringung in einem ehemaligen Verwaltungsgebäude der Firma Rösler an der Dülkener Straße geschlossen wurden, könnten dort nach mehreren Umbau-Abschnitten etwa 150 bis 180 Plätze entstehen. Zum Jahresende sollen auch die Mehrfamilienhäuser in Hehler und Waldniel fertig werden, die die gemeinnützige Wohnungsgesellschaft (GWG) für den Kreis Viersen dort errichtet. Die Häuser bieten 50 und 70 Plätze.

In einer Modellrechnung hat die Verwaltung Zuweisungen in ähnlicher Höhe wie in den vergangenen Monaten zugrunde gelegt. Danach ist damit zu rechnen, dass bis Jahresende rund 700 Flüchtlinge in Schwalmtal untergebracht sein werden. Deshalb sollen an weiteren Standorten in der Gemeinde Unterbringungsmöglichkeiten geschaffen werden. Der Hauptausschuss wählte in seiner jüngsten Sitzung aus einer Vorschlagsliste der Verwaltung zwei Standorte aus: den Lunapark in Amern und den Bereich am Dorfweiher. Der Beschlussvorschlag für die Ratssitzung, die am Donnerstag, 25. Februar, stattfindet, sieht vor, dort mobile Wohnanlage zu errichten. Am Standort Lunapark könnten so etwa 100 bis 120 Menschen untergebracht werden. Die Fraktionen wollen bis zur Sitzung darüber beraten, welche Bauweise - und damit auch welche Kapazitäten - sie für die beiden Standorte favorisieren.

Mit der steigenden Zahl zugewiesener Flüchtlinge müssen sich die Kommunen auch mit der Frage auseinandersetzen, wo die Menschen leben können, die in Deutschland Asyl erhalten, und die gegebenenfalls auch ihre Familien nachholen möchten. Preiswerter Wohnraum ist in vielen Gemeinden schon jetzt knapp. Jürgen Heinen, Fraktionschef der Schwalmtaler Grünen, fürchtet, dass sich durch den Zuzug von Menschen aus aller Welt die Nachfrage nach Wohnungen weiter verschärfen wird. Schwalmtal sei ein attraktiver Wohnstandort, doch der Wohnungsmarkt, insbesondere derjenige für preiswerte Mietwohnungen, zeige einen starken Anstieg der Nachfrage bei nicht ausreichendem Angebot, teilten die Grünen mit. Zu diesem ohnehin bestehenden Mangel an bezahlbarem Wohnraum komme nun zusätzlich der Bedarf für Schutzsuchende in der Gemeinde hinzu. "Es ist dringend erforderlich, preiswerten Wohnraum für breite Schichten der Bevölkerung zu stellen", so Heinen. "Dieser Wohnraum muss auch jenseits der aktuellen Krisensituation Bestand haben und für die Bevölkerung erschwinglich und attraktiv sein. Damit sind soziale Spannungen frühzeitig zu vermeiden."

Die Fraktion der Schwalmtaler Grünen hat daher einen Antrag gestellt. Sie bittet die Verwaltung darum, kurzfristig ein Handlungskonzept zu erstellen. Es soll mögliche Maßnahmen zur Vermeidung der sich abzeichnenden Engpässe bei der Bereitstellung preiswerten Mietwohnraums vorstellen. Zunächst muss aber der Schwalmtaler Rat über den Antrag entscheiden.

Quelle: RP
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