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Brüggen/Niederkrüchten
Schwalmverband setzt Fische aus

Brüggen/Niederkrüchten: Schwalmverband setzt Fische aus
Die Rotaugen werden ins Wasser gelassen. FOTO: Heike Ahlen
Brüggen/Niederkrüchten. Rund 2500 neue Bewohner hat die Schwalm seit ein paar Tagen. Die Rotaugen sollen im Frühjahr laichen, so dass sich ein eigener Bestand entwickeln kann. Von Heike Ahlen

Zwischen dem Kamerickshof und den Dilborner Benden hat die Schwalm rund 2500 neue Bewohner erhalten - falls nicht der Kormoran die Neuankömmlinge schon bemerkt und sich bedient hat. Eingezogen in das Gewässer sind Rotaugen - Fische mit silbrigen Körpern, roten Flossen und roten Augen, die ihnen auch den Namen gegeben haben.

Ihr Einzug war lange vorbereitet worden. Im Frühjahr 2014 hatte der Schwalmverband an verschiedenen Stellen Totholz in den Fluss gebracht. Die Berge aus Ästen, die teilweise wie kleine Biberburgen anmuten, haben mehrere Funktionen: Sie verändern die Fließgeschwindigkeit und die Dynamik im Wasser. Sie sorgen dafür, dass sich durch diese unterschiedlichen Geschwindigkeiten feste Teilchen, die der Fluss mitschwemmt, an verschiedenen Stellen ablagern. Und sie bieten Fischen oder Larven Schutz.

Im Zuge der Renaturierung sollen auch in der Schwalm wieder deutlich mehr Arten heimisch werden. Dass sie aber wie die Rotaugen in einem Behälter auf einem Anhänger hierher gebracht werden, soll die Ausnahme bleiben. Für durchziehende Fische wie Hecht oder Aal sind die Rotaugen Beutetiere. Um die Rotaugen herum sollen andere Arten von selbst wieder einwandern. Die Wanderung ist möglich, weil die Schwalm durch die vielen Fisch-Aufstiegsanlagen - im Volksmund Fischtreppen genannt - wieder völlig durchschwommen werden kann - von der Nordsee aus durch Rhein und Maas bis zur Schwalm-Quelle nach Wegberg.

Ein Platz, an dem Rotaugen eingesetzt werden, ist die Umgebung der Schwalmbrücke zwischen Laar und Borner See. Jetzt ist die richtige Jahreszeit dafür, wie Norbert Eggels von der Fischereigenossenschaft, die das Einsetzen veranlasst hat, erklärt. "Die Temperatur zwischen ihrem Herkunftsort in der Maas und dem Schwalmwasser ist nahezu identisch." Das mache die Umgewöhnung leichter. Außerdem sei es gut, die Fische nicht weit transportieren zu müssen, denn so ein Transport verursache Stress.

Als die Männer vom Schwalmverband die Bottiche mit den Fischen in die Schwalm tragen und langsam untertauchen, schwimmen die Tiere schnell gegen die Strömung zum nächsten Totholz-Haufen. Eggels ist optimistisch, dass einige der Rotaugen schon im Frühjahr laichen, so dass sich ein eigener Bestand in der Schwalm entwickeln kann.

Quelle: RP
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