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Viersen
Schwierige Lage in der Partnerstadt

Viersen. Die Freunde von Kanew schickten zum 75. Mal Hilfsgüter in die Ukraine Von Ingrid Flocken

Der Verein Freunde von Kanew hat vor wenigen Tagen erneut Hilfsgüter in Viersens ukrainische Partnerstadt geschickt. Der 75. Transport soll heute ankommen und ausgeladen werden. Das hat Fritz Meies, der Vorsitzende der Freunde von Kanew, bei der Versammlung des Vereins am Montagabend bekanntgegeben. Er plant, am Freitag nach Kanew zu fliegen, um Medikamente in die Ukraine zu bringen. Sie werden dringend benötigt.

Meies berichtete von mehreren Projekten, an denen der Verein derzeit arbeitet, etwa der Altenstube "Miteinander-Füreinander". Das zweite große Projekt ist das Rehazentrum für behinderte Kinder, das bis heute fast 80 Rollstühle erhalten hat. In der Ukraine gelten Behinderte als "wertlos", sagte Meies. Gerade vor diesem Hintergrund sei dieses Zentrum ein Segen für die rund 120 Kinder. Das dritte Projekt ist das Krankenhaus, das inzwischen mit Viersener Hilfe die erste Tagesklinik der Ukraine unterhält. Hier wartet Meies noch immer auf finanzielle Beteiligung von der Stadt Kanew. Auch über die Versorgung schwer kranker Kinder konnte Meies nur Positives berichten.

Anders sieht es bei der Politik in der Ukraine aus. Diese beschreibt Meies als außerordentlich bedrückend. Die Renten zum Beispiel wurden auf umgerechnet 30 Euro gesenkt, es gibt keine Krankenkassen, keine Pflegeversicherung, kein Arbeitslosengeld. Inzwischen wurden 250 Männer an die Front abberufen, die von Kanew versorgt werden müssen. Sieben sind bis jetzt gefallen.

In Zukunft will der Verein die Menschen in Kanew weiter unterstützen und Ukrainer und Deutsche zusammenführen. So werden in diesem Sommer eine Kanewer Fußballmannschaft und eine Folklore-Gruppe nach Viersen kommen, kündigte Meies an.

Zur Versammlung waren etwa 30 der fast 200 Mitgliedern des Vereins gekommen. "Wenn alle mit unserer Arbeit zufrieden sind, ist eine Kontrolle nicht notwendig", sagte Meies. Nach den Berichten über die aktuelle Lage und den positiven Kassenstand bat Meies um die Wiederwahl des Vorstandes. Sie erfolgte einstimmig: Fritz Meies bleibt Vorsitzender, sein Vize ist Dr. Walter Alsweiler, Schatzmeister ist Thomas Gütgens, Schriftführerin ist Iris Einhaus, Beisitzer sind Bernd Stapels, Helmut Heyer und Hans-Willi Janissen.

Quelle: RP
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