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Kreis Viersen
Seen geschlossen: Im Kreis fehlen Bademeister

Kreis Viersen. Außer dem Strandbad Heidweiher wird kein Badesee im Kreis Viersen von Rettungsschwimmern überwacht. Der DLRG fehlt Nachwuchs. Von Verena Patel

Wer sicher in einem See baden will, hat in diesem Jahr im gesamten Kreis Viersen nur eine Anlaufstelle: das Strandbad Heidweiher in Amern. Es ist in diesem Sommer das einzige offizielle Badegewässer im Kreis. Auch in der Seenstadt Nettetal springt man auf eigene Gefahr ins Wasser.

Das bedeutet insbesondere, dass keine Rettungsschwimmer in der Nähe sind, die die Badestellen überwachen. Im Strandbad Krickenbecker Seen haben die Betreiber ein "Baden verboten"-Schild aufgestellt. "Das haben wir auch mit der Stadt so abgesprochen", sagt Geschäftsführer Sascha Peltzer. "Wir sagen den Gästen, dass sie hier auf eigene Gefahr schwimmen, wir müssen die Haftung für uns allerdings ausschließen." Seit drei Wochen ist das Strandbad geöffnet. Vor ein paar Jahren habe man noch Rettungsschwimmer engagiert. In den vergangenen Jahren habe es aber Probleme gegeben. "Die Stadt kann uns keine Rettungsschwimmer stellen, und es ist sehr schwierig, jemanden zu finden, der Aufsicht führt. Zudem war in den Sommern der vergangenen Jahre nur selten Badewetter", sagt Peltzer.

Martin Buckenhüskes, Ortsgruppenleiter der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) Nettetal, erklärt das insbesondere mit dem Nachwuchsmangel beim DLRG. "Viele Jugendliche, die bei uns schwimmen, hören irgendwann in der Pubertät auf", sagt Buckenhüskes. Die Erwachsenen seien wochentags mit der Arbeit ausgelastet, am Wochenende mit der Familie.

Am Poelvenn kann in diesem Jahr nicht geplanscht werden, Strandhotel und Restaurant Poelvennsee sind geschlossen. Auch die Bäder am Venekotensee und am Glabbacher Bruch waren in den vergangenen fünf Jahren keine offiziellen Badestellen, teilt die Kreisverwaltung Viersen mit. Grund für die Schließungen seien keine negativen Befunde durch das Gesundheitsamt gewesen, hieß es beim Kreis. Offenbar gibt es Probleme bei der Bewachung und Instandhaltung der Bäder, die privat geführt wurden.

Allerdings werden in Seen, die nicht zum Baden ausgewiesen sind, meist keine Gewässerproben mehr genommen. Dies teilt die Stadt Nettetal beispielsweise für Poelvenn und Hinsbecker Bruch mit. Besonders nach heftigen Regenfällen kann Wasser aus der Kanalisation in die Seen gelangen und diese mit Keimen belastet. Wer trotz des Badeverbots schwimmen geht, "riskiert seine Gesundheit", heißt es von der Stadt.

"Grundsätzlich ist Baden dort erlaubt, wo kein Naturschutzgebiet ausgewiesen ist oder sich eine Talsperre befindet", sagt Jennifer Grünter von der Pressestelle des Kreises. Allerdings schwimmen Bürger an anderen Stellen auf eigene Gefahr – und die kann oft kaum abschätzbar sein. Die Mitarbeiter von Kreis und Gesundheitsamt raten daher dringend ab, in Seen zu baden, die nicht als Badeseen freigegeben sind. "Vögel können das Wasser verunreinigen, es herrschen Strömungen, die nicht von außen erkennbar sind, und die Seen sind nicht durch Rettungsschwimmer überwacht", sagt Grünter. FRAGE DES TAGES

Quelle: RP
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