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Schwalmtal
Seit 35 Jahren gern in der Schule

Schwalmtal: Seit 35 Jahren gern in der Schule
Schulleiterin Barbara Cloeters hat für die Leitung des St.-Wolfhelm-Gymnasiums in Waldniel Verstärkung bekommen: Dirk Göbels hat das Amt des stellvertretenden Schulleiters von Hans-Jakob Lommetz übernommen. FOTO: Franz-Heinrich Busch
Schwalmtal. Dirk Göbels ist neuer stellvertretender Schulleiter am St.-Wolfhelm-Gymnasium in Waldniel. Dass die Schüler höflich miteinander umgehen und ihre Klassenzimmer nach Unterrichtsende aufräumen, findet er toll. Von Birgitta Ronge

Als Schüler sei er immer gern zur Schule gegangen, sagt Dirk Göbels. Er hatte die Schule sogar so gern, dass er Lehrer wurde. Heute ist Göbels 41 Jahre alt und geht immer noch gern zur Schule. Als stellvertretender Schulleiter hat er zu Beginn des neuen Schuljahrs das Amt von Hans-Jakob Lommetz am Gymnasium St. Wolfhelm in Waldniel übernommen, nachdem Lommetz in den Ruhestand verabschiedet worden war. An seine eigene Schulzeit erinnert sich Göbels noch gut: "Ich war nicht in jedem Unterricht gern, aber immer gern in der Schule." Manchmal, so gibt er zu, habe er die Lehrer auch geärgert. Daher finde er das nicht so schlimm, wenn ein Schüler im Unterricht mal vorlaut sei, meint Göbels: "Ich war ja selber so."

Göbels studierte in Düsseldorf und unterrichtete dort zehn Jahre am Humboldt-Gymnasium, bevor er nach Waldniel kam. Seine Unterrichtsfächer sind Englisch und Geschichte sowie Französisch für die Sekundarstufe I. Dass es in Schwalmtal deutlich ruhiger zugeht als in der Landeshauptstadt Düsseldorf, empfindet Göbels als wohltuend - nicht, um sich auszuruhen, sondern um Prozesse zu überdenken und dann gegebenenfalls zu verändern. Er sagt: "Damit man Schule erfolgreich gestalten kann, braucht man erst mal Ruhe. Ich hoffe, dass ich die hier finden kann."

Die Gegend kennt er gut, Göbels stammt aus Mönchengladbach und hat mit seiner Familie, zu der drei Kinder gehören, ein altes Haus in Rheydt bezogen. Viel Zeit verbringt er mit der Renovierung, so dass derzeit kaum Zeit zum Lesen bleibt. Vielleicht, hofft Göbels, kommt er bald in den Herbstferien dazu.

In den ersten Tagen am St.-Wolfhelm-Gymnasium habe er die Klassen besucht und die Schüler beobachtet, erzählt Göbels. Was ihn beeindruckt habe: "Die Schüler gehen hier sehr höflich miteinander um. Und die Klassenräume werden nach Unterrichtsende immer aufgeräumt. Mir ist sofort aufgefallen, dass die Schüler mitarbeiten wollen." Auf den wertschätzenden Umgang miteinander werde an der Schule viel Wert gelegt, bestätigt Schulleiterin Barbara Cloeters. Sie ist überzeugt: "Schüler wie Lehrer können nur gute Arbeit leisten, wenn sie sich wohlfühlen, wenn sie offen miteinander umgehen. Niemand sollte mit einem Bauchgrimmen zur Schule gehen müssen."

Rund 800 Schüler besuchen das Waldnieler Gymnasium, 56 Lehrer und acht Referendare gehören zum Kollegium. Die Lehrer sind im Durchschnitt 45 Jahre alt, viele junge Leute sind unter ihnen. Auf ihre Kreativität setzen Cloeters und Göbels, wenn es zum Beispiel um die Gründung von Arbeitsgemeinschaften geht. "Um Schule besser zu machen, muss man wissen, wo die individuellen Stärken der Kollegen liegen", sagt Göbels. "Häufig weiß man gar nicht, was die Kollegen alles mitbringen." Gleichwohl sei es wichtig, dabei auch an die Zeit und Gesundheit der Lehrer zu denken, sagt Cloeters. "Man muss sehr besonnen mit Entlastungsstunden umgehen. Und dann merkt man auch, dass die Kreativität der Kollegen zutage tritt." Es sei toll, wenn sich Lehrer engagierten, etwa in Arbeitsgemeinschaften für Theaterspiel, Orchester und Chöre, Schülern weitere Sprachen vermittelten oder sie bei Wettbewerben wie "Jugend forscht" begleiteten. Dafür müsse man wissen, welcher Lehrer was könne und gern mache, sagt Cloeters: "Es ist wichtig, dass solche Ressourcen genutzt werden."

Welche Angebote sie über den Unterricht hinaus Schülern machen können, wird für Schulen immer wichtiger. Denn durch Ganztagsangebote sind Schüler heute oft bis in den Nachmittag hinein an der Schule. Das ist am St. Wolfhelm durch den gebundenen und verlässlichen Ganztag auch so. Durch solche Angebote lernten sich Schüler und Lehrer über den Unterricht hinaus kennen, bei Projekten, die beiden Seiten Spaß machen, sagt Göbels. Sein Wunsch: Dass Schüler Schule nicht nur als Unterrichtsstätte erleben und wie er später als Erwachsene sagen können: "Ich war nicht in jedem Unterricht gern, aber immer gern an der Schule."

Quelle: RP
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