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Niederkrüchten
Seniorin stirbt beim Schwimmen in Niederkrüchten

Niederkrüchten: Seniorin stirbt beim Schwimmen in Niederkrüchten
Im Niederkrüchtener Freibad ist am Dienstag eine Frau gestorben, die Polizei geht von einem gesundheitlichen Notfall aus. FOTO: Ahlen
Niederkrüchten. Kinder haben im Freibad eine leblose Frau im Wasser entdeckt. Ein Notfallseelsorger erklärt, was Eltern tun können

Im Freibad an der Straße Am Kamp in Niederkrüchten ist am Dienstagnachmittag eine 75-jährige Frau gestorben. Wie die Polizei gestern mitteilte, hatten Kinder gegen 16.30 Uhr die leblose, im Wasser treibende Frau gesehen und den Schwimmmeister gerufen. Sofort wurden Erste-Hilfe-Maßnahmen und Maßnahmen zur Reanimation eingeleitet, doch die Niederkrüchtenerin starb noch auf dem Freibad-Gelände.

Zu der Zeit befanden sich etwa 40 Personen auf dem Gelände, Mitarbeiter wie Besucher. Notfallseelsorger kümmerten sich um Angehörige und Badegäste. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Sie geht nach dem bisherigen Ermittlungsstand davon aus, dass die Frau aufgrund eines internistischen Notfalls starb. Anzeichen für ein Fremdverschulden gebe es nicht, teilte die Polizei mit. Niederkrüchtens Bürgermeister Kalle Wassong (parteilos) eilte noch am Nachmittag zum Bad, um mit den Mitarbeitern zu sprechen. "Ich habe den Mitarbeitern Hilfe angeboten und ihnen zugesichert, dass sie begleitet werden", sagt Wassong. Einer Mitarbeiterin habe er gestern frei gegeben, heute will er sich erneut erkundigen, wie es ihr und ihren Kollegen geht. Das Bad bleibt geöffnet.

Kinder, die den Vorfall beobachtet haben, könnten mit einem Schock reagieren, erklärt Martin Schumann, leitender Notfallseelsorger im Kreis Viersen. Sie könnten schreien oder weinen, aber auch ganz still sein und sich abwenden. Eltern und Lehrer sollten auf das Verhalten der Kinder achten, rät Schumann. Bei Auffälligkeiten können sich Lehrer an den schulpsychologischen Dienst des Kreises wenden, Eltern an den Kinderarzt. "Das ist eine außergewöhnliche Situation", sagt der Notfallseelsorger. Man rechne nicht damit, dass etwas passieren könnte, "die Kinder befinden sich in einem Wohlfühl- und Spaßambiente. Und sie haben wahrscheinlich noch nie einen Toten gesehen." Solch eine Situation "schüttelt einen durch".

Wenn Kinder nach einem solchen Vorfall Fragen stellen, etwa wissen möchten, woran ein Mensch gestorben ist, sollten Eltern wahrheitsgemäß antworten, rät der Notfallseelsorger. "Wenn Eltern etwas nicht wissen, sollten sie dem Kind sagen, dass sie es nicht wissen, aber versuchen werden, sich zu erkundigen." Schumann: "Erklärungen helfen dem Kind. Wenn ich etwas verstehe, bin ich eher in der Lage, damit umzugehen." Auch Albträume seien eine "ganz normale Reaktion eines normalen Menschen auf ein außergewöhnliches Ereignis". In der Regel verschwinden die Albträume nach einer Weile. Dabei können Eltern ihren Kindern helfen, indem sie sie trösten, erklärt der Seelsorger: "Nur der Trost von Mama und Papa ist an der Stelle wirksam."

(biro)