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Viersen
Skater mussten in ehemalige Hauptschule umziehen

Viersen: Skater mussten in ehemalige Hauptschule umziehen
In der ehemaligen Hauptschule an der Pestalozzistraße zeigten die Skater dann ihre Stunts und FOTO: Busch, Franz-Heinrich sen. (bsen)
Viersen. Die Stadtmeisterschaften konnten mit dem Regen nicht wie geplant stattfinden. Ein Ersatz war schnell gefunden.

Die Blicke in Richtung Himmel sind skeptisch. Der präsentiert sich grau und wolkenverhangen. "Wir starten und verkürzen die Runs auf 45 Sekunden, dann müssten wir durchkommen, angeblich soll es jetzt für kurze Zeit regenfrei bleiben", meint Daniel Kruppa vom Fachbereich Kinder, Jugend und Familie der Stadt Viersen kurzentschlossen und erntet ein zustimmendes Nicken von Team-Manager Tomasz Mielcarek als auch Carina Zahn, Mitarbeiterin der Jugendsportlocation "Die Insel".

Auf der Süchtelner Skateranlage setzt rege Betriebsamkeit ein. Jugendliche hantieren zu Rap-Musik mit Abziehern und versuchen so gut es geht, die gesamte Fläche von den Spuren des vorausgegangenen Regenschauers zu beseitigen. Die nunmehr 18. Stadtmeisterschaft der Stadt Viersen sowie der BMX Best Run soll starten. Doch kaum rollen die ersten Skateboards und BMX-Räder zum Warmlaufen auf die Fläche, setzt der nächste Regenguss ein.

"Dass mit dem Wetter ist schade. Ich finde es echt beeindruckend, dass eine so kleine Stadt wie Viersen eine Skateranlage hat", meint BMX-Fahrer Leon Binckebank, der eigens aus Berlin angereist ist. Auch Joel Rubow, der amtierende Stadtmeister, schaut betrübt. "Regen und Skateboards passen einfach nicht zusammen", bemerkt der 15-Jährige, der sich genau wie sein Skate-Kollege Wolfgang Muff gut auf den Contest vorbereitet hat. "Man hat seine Line, die man fahren will, vorbereitet, aber jetzt sieht es schlecht aus", schließt sich der 14-Jährige an.

Doch das Veranstalterteam lässt sich nicht unterkriegen. "Wir haben uns gerade entschieden, den Contest zu verlegen - in die ehemalige Hauptschule an der Pestalozzistraße 2. Dort haben die Skater eine Mini-Ramp und die BMX-Fahrer zwei Quarter", ertönt Mielcareks Stimme übers Mikro von der Bühne. Spontane Fahrgemeinschaften bilden sich. Wer einen Platz im Auto frei hat, nimmt Teilnehmer und Besucher mit. Eltern laden Räder und Skateboards ein, Kinder und Jugendliche schwingen sich auf Fahrräder, die Boards in Rucksäcken verstaut. Kurze Zeit später ist die Skateranlage in Süchteln verwaist. Dafür ist es in Viersen voll geworden. Kaum ist die ehemalige Hauptschule aufgeschlossen, da strömen die 27 Skater und acht BMX-Fahrer sowie die Besucher hinein. "So ein Umzug kann uns nicht abhalten", sagen Joel und Wolfgang, die zu den ersten gehören, die die Mini-Ramp in einem ehemaligen Klassenzimmer in Augenschein nehmen und eine Proberunde fahren. Das Abrollgeräusch der Boards hallt durch den Raum und damit ist die Skaterstimmung auf einmal wieder voll da. Zumal zwei DJs auflegen und Musik durch das einstige Schulgebäude hallt.

Die BMX-Fahrer schleppen ihre Räder eine Etage höher, denn die beiden Quarter stehen im ersten Obergeschoss. Ungewöhnlich ist es schon, in einem früheren Klassenzimmer zu fahren, aber es funktioniert. Die Teilnehmer legen coole Stunts und Sprünge hin, die der Jury die Bewertung nicht einfach machen. Die Qualität der jungen Fahrer, die teilweise weite Anreisen auf sich genommen haben, ist hoch.

Letztendlich siegt bei den Skatern bis 15 Jahre der zwölfjährige Janis Malchin aus Mönchengladbach. Joel Rubow (15 Jahre) auf Platz drei war der beste Viersener und damit erneut Stadtsieger.

Der erste Platz an die Skater ab 16 Jahren ging an den Lobbericher Mathias Flentje (26 Jahre).

Beim BMX-Best Run hatte der Viersener Michael Grefes (22 Jahre) die Nase vorn.

(tre)
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