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Brüggen
Skater suchen ein neues Zuhause

Brüggen: Skater suchen ein neues Zuhause
FOTO: Busch
Brüggen. Die Skater-Anlage am Rewe-Markt in Brüggen wird dem Neubau einer größeren Aldi-Filiale weichen müssen. Skater und Biker suchen nach einem Platz für eine neue Anlage. Von Birgit Sroka

An der Borner Straße in Brüggen will Aldi seinen Standort verlagern. Eine neue, größere Filiale soll auf der gegenüberliegenden Seite gebaut werden. Dort befindet sich in der Nähe des Rewe-Marktes eine Skater-Anlage. Die Anlage wird für den Aldi-Bau weichen müssen. Für die Skater und auch die Biker in Brüggen und Umgebung ist klar: Eine neue Anlage muss her.

Sie betreiben ihren Sport mit viel Herzblut und Engagement. Eine Vereinsbindung gibt es nicht, doch es gibt eine feste Gruppe, die auf der Anlage regelmäßig trainiert. Weitere Jugendliche und junge Erwachsene kommen gelegentlich hinzu. Ob nach der Schule, der Arbeit oder nach einem langen Tag an der Uni - wenn es zeitlich klappt, finden die jungen Leute einen Ausgleich bei der sportlichen Betätigung auf der Skater-Anlage. Durch eine Facebook-Gruppe sind mehr als 50 Skater und Biker in Kontakt.

In der nächsten Sitzung des Jugendpflege- und Sportausschusses am Donnerstag, 10. März, wollen Skater und Biker im Rathaus den Ausschussmitgliedern erklären, wie sie sich eine neue Anlage vorstellen und was sie sich wünschen. Zur Gruppe gehören Nikolai Gavez (18), Tim Dirks (20), Danny Bongers (24), Jan Omland (17) und Max Schlun (16). Nachdem die Gemeindeverwaltung überlegt hatte, welche Plätze in der Gemeinde für einen neue Anlage in Frage kommen würden, gab es erste Gespräche mit den jungen Leuten im Jugendzentrum "Second Home". Die Jugendlichen erstellen eine Prioritätenliste und überlegten, welche Vor- und Nachteile jeder Platz hat. Konkrete Pläne für einen Standort gibt es noch nicht. Klar ist: Der neue Platz sollte nicht zu nah an Wohnhäusern sein, damit Anwohner durch die Fahrgeräusche auf der Bahn nicht gestört werden. Und einige Plätze, die die jungen Sportler für geeignet halten, gehören nicht der Gemeinde.

"Wir sind in erster Linie froh, dass es wieder einen Platz geben wird", sagt Danny Bongers. "Die alte Anlage ist auch nicht mehr zu verwerten, da sie nicht den aktuellen Sicherheitsvorschriften entspricht und auch nicht transportiert werden könnte." Bei der Firma Concrete, die Skate-Parks entwickelt, informierten sich die Skater über verschiedene Möglichkeiten für eine Anlage. "Wir haben viele Ideen", sagt Bongers grinsend. Diese Ideen kosten alle Geld. Daher haben die Skater überlegt, was sie selbst beisteuern könnten. Sie wollen sich engagieren - etwa einen Contest, einen Wettbewerb, zum Abschied veranstalten, bei dem sie durch Sponsoren und Startgelder Geld für die neue Bahn sammeln könnten.

Der Abschied wird vielen wohl nicht leicht fallen. "Rewe war optimal, eine Bushaltestelle in der Nähe, eine Dönerbude, es war sonnig und der Platz liegt oberhalb der Bebauung", sind sich die jungen Männer einig. Etwas von der alten möchten in der neuen Anlage integrieren. Sie hängen an dem Platz, denn für die jungen Erwachsenen sind damit die Erinnerungen an die Jugendverbunden. "Wir haben da Videos gedreht, Fotos gemacht, Geburtstage gefeiert", erzählen sie. "Da hat man die coolsten Leute kennengelernt."

Doch sie äußern auch Kritik. "Wenn man samstags dort hin kommt, muss man erst einmal den Platz von Glasscherben befreien. Das Fitnessstudio hat uns schon oft mit Besen ausgeholfen, damit wir den Platz reinigen konnten. Die, die das machen, zerstören das Image der Skater." Es sind auch andere Jugendliche, die an dem Platz anzutreffen sind. "Die können ja ruhig da abhängen, aber sie müssen unseren Platz respektieren", erwarten Nikolai, Tim, Danny, Jan und Max. Viele Biker mussten schon einen Platten am Rad reparieren, weil dort Scherben lagen - von der Verletzungsgefahr ganz zu schweigen.

Nun wollen die jungen Leute mit der Gemeinde zusammenarbeiten, um einen guten Platz für eine neue Anlage zu finden. Das sei auch wichtig für den Skater-Nachwuchs: "Wir möchten darauf hinweisen, dass auch Familien mit Kindern zukünftig von einer neuen Skateranlage profitieren. Das Angebot ist für die Gemeinde wichtig", sind sich die jungen Leute sicher. Sie helfen Kindern, ihr Können zu steigern. "Man kann nicht immer alles allein üben", weiß Danny. Wie die Ausschussmitglieder das Engagement der Jugendlichen aufnehmen, wird sich in der Ausschusssitzung zeigen. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen stehen dann bei Fragen gerne Rede und Antwort.

Quelle: RP
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