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Viersen
So arbeitete man bei Kaiser's Kaffee

Die "Kaiserlichen" von Viersen
Die "Kaiserlichen" von Viersen FOTO: Stefan Kaiser
Viersen. Im Viersener Salon des Vereins für Heimatpflege ist aktuell die Ausstellung "Kaiser's Kaffee" zu sehen. Wer sie noch besichtigen will, sollte sich beeilen: Am 30. April ist Schluss. Von Birgitta Ronge

Schon jetzt breche die Schau alle Besucherrekorde, die der Verein für Heimatpflege bislang bei seinen Ausstellungen verzeichnete, erklärt der Vereinsvorsitzende Albert Pauly. Das liegt auch daran, dass viele Menschen aus Viersen und Umgebung bei Kaiser's arbeiteten. Die Beschäftigten nannten sich selbst "die Kaiserlichen" - so verwundert es Pauly auch nicht, dass jeder zweite Besucher im Salon ein ehemaliger "Kaiserlicher" ist.

Wie Josef Kaiser der Aufstieg vom Kolonialwarenhändler zum Kaufmann von Weltruf gelang, das beleuchtet die Ausstellung anhand vieler Exponate. Wer darüber hinaus mehr über die Unternehmensgeschichte wissen will, dem sei das Buch "Kaiser's Kaffee und Kommerzienrat Josef Kaiser" ans Herz gelegt, das der Verein für Heimatpflege gestern vorstellte. Die Historikerin Britta Spies, Kuratorin der Ausstellung, hat mit dem früheren Krefelder Stadtarchivar Paul Günter Schulte die Geschichte der Firma Kaiser's nachgezeichnet. Auch ist sie der Frage nachgegangen, wie das Unternehmen so bekannt werden, die eigene Marke so fest in den Köpfen platzieren konnte, dass heute jeder an Kaiser's denkt, wenn er eine lachende Kaffeekanne sieht.

Einen reizvollen Einblick in die Arbeit bei Kaiser's gibt ein Album, das die Mitarbeiter Josef Kaiser 1905 zum 25-jährigen Bestehen der Firma schenkten. Dieses Album ist groß - 84 x 58 Zentimeter misst das Werk. Es enthält Fotos, die bis 1905 aufgenommen wurden, und Bilder, die in den Folgejahren eingefügt wurden. Heute ist das Album Teil des Tengelmann-Archivs. Der Viersener Künstler Stefan Kaiser durfte für das Projekt des Heimatvereins jede Albumseite beim Restaurator in Düsseldorf fotografieren.

So entstand ein 227 starkes Buch mit zahlreichen Abbildungen und Fotos, das sicherlich nicht nur für ehemalige "Kaiserliche" interessant ist. Für die Veröffentlichung konnte Pauly Mitstreiter gewinnen: Die Gestaltung besorgte Barbara Düsselberg aus Krefeld, um den Druck kümmerte sich Christoph Hölters aus Viersen. Finanzielle Unterstützung gab es von der Familie Peters-Messer, von der Volksbank Viersen, von Tengelmann und der Peter-Vogels-Stiftung. Bei aller Freude über die Veröffentlichung wies Pauly gestern auf einen traurigen Aspekt hin: Wenn die Kaiser's-Ausstellung endet, werden an den Filialen die Schilder entfernt sein. Kaiser's in Viersen ist jetzt Geschichte.

Quelle: RP
 
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