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Kreis Viersen
So finden Jugendliche und Betriebe zusammen

Kreis Viersen. Das Angebot "Check In Berufswelt" hilft Schülern bei der Berufswahl. 2017 findet es am 27. Juni im Kreis Viersen statt Von Daniela Buschkamp

Polizistin oder Bankkauffrau? Vor dieser Frage standen die Handelsschülerinnen Tatjana und Annika. Dank des Infoangebots "Check In Berufswelt" wissen die 17-Jährigen, dass sie lieber Kostüm statt Uniform tragen wollen.

Tatjana und Annika gehören zu den 614 Jugendlichen, die im Kreis Viersen an der Initiative teilgenommen haben. Im Vorjahr waren es 580. Die Zahl der Firmen liegt unverändert bei 44. An allen Veranstaltungsorten - neben Viersen auch Mönchengladbach, Krefeld und der Rhein-Kreis Neuss - waren 4650 Jugendlichen dabei, die Zahl der Firmen sank um fünf auf 230. "Check in Berufswelt" bietet Schülern die Möglichkeit, Unternehmen zu besuchen und mit den dortigen Auszubildenden ins Gespräch zu kommen. "Mit den Azubis zu sprechen statt mit den Bossen in Anzug und Krawatte": Das kann Edgar Lapp von der Bundesagentur für Arbeit als Vorteil bestätigen.

Seit 2010 kooperieren etwa Wirtschaftsförderungen, die Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein Arbeitsagenturen, Unternehmer, Kreishandwerkerschaften, Städte und Kreise mit den Schulen. Die Ziele sind, den Jugendlichen bei der Berufswahl zu helfen und den Fachkräfte-Nachwuchs für die Unternehmen zu sichern.

Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein, lobt die Chance für junge Leute, auch Ausbildungsberufe außerhalb der Top Ten kennenzulernen: "Auch wenn man erfährt, was man nicht machen will, kann das hilfreich sein." Kreisbildungsdezernent Ingo Schabrich nannte das Angebot "eine Möglichkeit, wie bei einer Reise in die Berufswelt einzuchecken". Auszubildende würden wegen des demografischen Wandels auch im Kreis Viersen zum knappen Gut werden. Für Paul Neukirchen, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Niederrhein, hilft eine gute Berufsorientierung dabei, den Schritt in den Beruf nicht hinauszuzögern.

Zufriedenheit auch bei den Schulen: Helene Strohe, Leiterin der auslaufenden Erich-Kästner-Realschule in Kempen, lobte die Aktion als eine, "bei der Schüler, Lehrer und Betriebe zusammenkommen". Anders als die im Stundenplan verankerte Berufsorientierung - dazu gibt es etwa das Landesprogramm "Kein Anschluss ohne Abschluss" - ist der Besuch von Check In ab der neunten Klasse freiwillig. Martin Neuhaus, Studien- und Berufswahlkoordinator der Johannes-Kepler-Realschule in Viersen, lobte die "Verlässlichkeit des Angebots", die für die Schule wichtig sei. Hartmut Banniza, Konrektor der Viersener Realschule an der Josefskirche, betonte, wie wichtig auch das Engagement der Lehrer sei.

Quelle: RP
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