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Grundschule
So lernen wir heute, Oma

Grundschule: So lernen wir heute, Oma
Kopfrechnen wie früher und lernen mit dem Smartboard: Das konnten Omas und Opas gestern beim "Großelterntag" in der Süchtelner Martinschule. Sie nahmen auf kleinen Stühlen Platz und besuchten den Unterricht ihrer Enkel. FOTO: Busch
Viersen. Wie es in der Grundschule ihrer Enkel aussieht und wie der Unterricht heute gestaltet wird, konnten rund 70 Großeltern am Freitagmorgen in der Martinschule in Süchteln erleben. Sie rechneten mit und staunten über Smartboards Von Alexandra Dahmen

Freitag, der 13., stand nicht für einen Unglückstag - wohl aber für einen Tag voller Überraschungen. Zumindest für die Großmütter und Großväter, die gestern die Martinschule in Süchteln besuchten und dort auf kleinen Stühlen Platz nehmen konnten.

Die Schule öffnete ihre Türen für die ältere Generation in zwei Etappen. "Das Interesse an diesem Angebot war riesig, so dass wir uns dazu entschlossen haben, die erste Hälfte der Großeltern früh morgens zu begrüßen und die zweite Hälfte in der dritten und vierten Stunde", sagt Schulleiterin Sabine Weuthen.

Der Unterricht in der Martinschule findet klassenübergreifend statt und ist zudem durch Inklusion geprägt. "In meiner Klasse beispielsweise unterrichte ich Kinder aus den ersten beiden Schuljahren. So ist eine Anpassung an individuelle Bedürfnisse gegeben", erklärt Weuthen. "Kinder aus dem ersten Schuljahr können, wenn sie stark sind, auch schon in Teilen Aufgaben lösen, die erst dem folgenden Schuljahr zugeschrieben sind." Andersrum könnten Schüler mit Nachholbedarf auch erst noch einmal den Aufgaben des ersten Schuljahres folgen. "So werden alle Bedürfnisse erfüllt", erklärt Weuthen das Konzept. In der Martinschule lernen auch Kindern mit Lern- oder Sprachbehinderung sowie Flüchtlinge.

Mathe, Deutsch, Englisch oder Sport: Die Großeltern waren eingeladen, dem regulären Unterricht ihrer Enkelkinder zu folgen. So konnten sie ein Bewusstsein dafür erlangen, wie Unterricht heute stattfindet. "Großeltern haben in der Erziehung und Betreuung heute oft einen elementaren Platz. Sie begleiten ihre Enkel etwa auch mal bei den Hausaufgaben. Da ist es wichtig, dass sie ein Gefühl dafür bekommen, wie unsere Schule funktioniert, und dass es in Teilen sicher anders ist als in der eigenen Schulzeit", erklärt Sabine Weuthen die Intention hinter dem alle vier Jahre stattfindenden Großelterntag.

"Es ist alles so wahnsinnig modern geworden. Wir haben früher noch auf Tafeln geschrieben und Handarbeit erlernt", erzählt Oma Marlene (65), während sie erstaunt und gespannt dem Unterricht ihrer Enkelin Hannah folgt und es sichtlich genießt, noch ein Mal die Schulbank zu drücken.

In Mathe wurde fleißig gerechnet. Die Omas und Opas waren zu "1x1-Duellen" herausgefordert. "Ich habe den Kindern gesagt, dass man das 1x1 können muss, bis man 100 ist. Also enttäuschen Sie mich bitte nicht", sagte Sabine Weuthen scherzend in Richtung der Großeltern. Im Deutschunterricht einer vierten Klasse staunten die Senioren ebenfalls. Gearbeitet wird in der Martinschule auch schon interaktiv an einem Smartboard. Eine Art Tafel, die mit einem Computer verbunden ist und mit der Hand oder einem extra Stift bedient werden kann.

"Das Smartboard ersetzt natürlich nicht die herkömmliche Lernweise, ist aber mit seinen diversen Zusatzfeatures eine willkommene Abwechslung, denn immerhin wachsen die Kinder heutzutage auch zuhause mit technischen Innovationen auf. Da ist so was zwischendurch ganz einfach mal cool", erklärt Lehrerin Birgit Nöhles den Einsatz des interaktiven Whiteboards. Und auch die neun-jährige Hannah bestätigt: "Wir freuen uns immer total, wenn wir in den Raum mit dem Smartboard gehen. Hier wird es nie langweilig!"

Quelle: RP
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