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Kreis Viersen
Sommerferien: Einbrüche nehmen zu

Kreis Viersen. In diesem Sommer ist die Zahl der Einbrüche ungewöhnlich hoch. Im Juli gab es bereits 46 Fälle. Von Verena Patel

Der mutmaßliche Einbrecher klingelte sogar: Am Samstag öffnete eine Anwohnerin der Großen Bruchstraße in Viersen gegen 13 Uhr die Haustür für einen ihr unbekannten Mann. Er fragte namentlich nach dem Bewohner der Erdgeschosswohnung, die Frau jedoch schöpfte keinen Verdacht. Vermutlich brach der Mann danach die Wohnungstür im Erdgeschoss auf, durchwühlte die Schränke und konnte mit Bargeld fliehen.

Seit Beginn der Sommerferien am 22. Juli wurde insgesamt 18 Mal im Kreisgebiet in Wohnungen eingebrochen. Drei Taten glückten nicht, sie blieben im Versuchsstadium. Damit hat sich die Zahl der vollendeten Wohnungseinbrüche im Vergleich zur ersten Hälfte der Sommerferien im vergangenen Jahr verdreifacht.

2012 kam es in den ersten drei Wochen der großen Ferien, im Zeitraum zwischen dem 9. und 30. Juli, zu fünf Wohnungseinbrüchen. Allein im Juli verzeichnete die Kreispolizei Viersen in diesem Jahr bereits 46 Einbrüche, im vergangenen Jahr waren es 29 und im Jahr 2011 lediglich 25. "Die Tendenz ist auch in den Sommermonaten steigend", sagt Harald Moyses von der Polizeipressestelle. "Mittlerweile gibt es viele organisierte Einbrecherbanden, und die werden immer dreister." So komme es auch immer häufiger vor, dass die Täter vor einem Einbruch im Haus klingelten. Vor allem rund um die Urlaubszeit träfen Einbrecher durch genaues Beobachten Vorbereitungen. Die Täter kommen oftmals unbehelligt davon. Die Aufklärungsquote von Wohnungseinbrüchen liegt im Kreis Viersen bei 20 Prozent.

Die Polizei warnt mit ihrer Kampagne "Riegel vor" vor Einbrechern und fordert Bürger dazu auf, ihre Wohnungen ausreichend zu sichern. Gute Riegel vor Fenstern und Türen führten häufig dazu, dass Täter ihre Einbrüche schon frühzeitig abbrächen, heißt es bei der Polizei. Einbrecher wollten schnell ins Haus einsteigen. Eine gute Sicherung bedeute Verzögerung und damit ein erhöhtes Risiko für die Täter.

Wer in den Urlaub fährt, sollte vor allem darauf achten, das Haus oder die Wohnung bewohnt aussehen zu lassen, rät die Polizei. Rollläden sollten daher nur nachts heruntergelassen werden, sonst entstehe tagsüber der Eindruck, die Bewohner seien nicht da. Bei längerer Abwesenheit rät die Polizei dazu, die eigene Wohnung oder das Haus durch Verwandte, Bekannte, Nachbarn oder "Haushüter" bewohnen oder bewohnt erscheinen zu lassen. Das kann zum Beispiel dadurch geschehen, dass sie den Briefkasten leeren, Rollläden, Vorhänge, Beleuchtung, Radio und Fernseher unregelmäßig betätigen. Auch ein Auto, das hin und wieder in der Auffahrt abgestellt wird, könne dazu beitragen, dass der Eindruck entstehe, das Haus sei bewohnt. Man sollte Kletterhilfen, wie Mülltonnen, Gartenmöbel, Leitern und ähnliches wegschließen und die Außensteckdosen ausschalten. Ein weiterer Tipp der Polizei: Wer in den Urlaub fährt, sollte auf eine Abwesenheitsmitteilung auf dem Anrufbeantworter oder in sozialen Netzwerken verzichten.

Nach wie vor wichtig für die Prävention von Einbrüchen sind aufmerksame Nachbarn. Die Polizei weist nochmals darauf hin, in einem Mehrfamilienhaus keine Unbekannten, die oft wahllos an den Türen klingeln, unbeobachtet in den Hausflur zu lassen. Sie nutzen dann oft die Gelegenheit, in einzelne Wohnungen einzubrechen. Das Kriminalkommissariat 2 bittet im Fall des Einbruchs vom Samstag um Hinweise unter Tel. 02162 3770.

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Quelle: RP
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