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Brüggen
Sonntagsmatinee bot feine Einblicke in die Seele

Brüggen. Leben und Tod, Heute und Morgen waren Antipoden bei der Sonntagsmatinee des grenzübergreifenden Festivals Muziekbiennale. Unter dem Titel "Im Heute liegt das bessere Morgen" beeindruckten das Duo Samsara und Bass-Bariton Volker Mertens im Kultursaal der Burg Brüggen mit Liedgut und Kammermusik zur Schilderung wandelbarer Seelenbilder. Die Besucherzahl war überschaubar - leider, denn die Interpreten gestalteten feinsinnig und ausdrucksvoll ein musikalisches Kleinod, das mehr Zuhörer verdient hätte.

"Die Hoffnung soll am Anfang stehen", sagte Mertens zum Auftakt mit Schuberts Vertonung von Schillers Gedicht "Die Hoffnung" als eines von vier Liedern über Texte von verschiedenen Dichtern. Der Sänger gestaltete seinen Part kunstvoll differenziert. Atmosphärisch dicht gelang die einfühlsame Interpretation zweier Lieder, die Debussy nach Gedichten des Franzosen Paul Bourget geschrieben hatte. Die klare Artikulation ließ die in Worte gefassten Betrachtungen hervorragend zum Ausdruck kommen. Julia Vaisberg bot am Klavier eine feinsinnig ausgestaltete Begleitung. Im Duo mit Cellistin Sonja Asselhofen zeigte sie eindrucksvoll Arvo Pärts "Spiegel im Spiegel". Die Pianistin ließ kristalline Töne scheinbar tropfengleich durch die Zeit gleiten, während das Cello im schwebend anmutenden Spiel berührende Intensität ausstrahlte - frei von irdischer Schwere und Betriebsamkeit. Im Kontrast zur eher meditativen Prägung des ersten Teils folgten nach der Pause dramaturgische, expressive und humoristische Züge.

(anw)
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