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Brüggen
Spargel stechen, schälen, schlemmen

Brüggen. Sonnenschein lockte am Wochenende viele Besucher zum Spargelmarkt in Brüggen. Groß war der Markt nicht, doch das weiße Gold ist sehr begehrt: An den Ständen wurde so mancher Tipp für die Zubereitung von Spargel und Hollandaise ausgetauscht Von Paul Offermanns

An Spargel, frisch vom Feld, mangelt es nicht. "Wir haben reichlich Spargel für den Markt, obwohl es so kalt ist", sagt Spargelbauer Paul Brinkman. Er gehört zu den Burgi-Bauern, die auf dem Spargelmarkt im Ortskern das "weiße Gold" anbieten. Spargel der Klasse Ia kostet an den Ständen der Burgi-Bauern neun Euro pro Kilo. Wer mag, kann auch selbst Spargel stechen: Auf einem zwölf Meter langen Hügelterrain ragen die Spargelstangen aus dem Boden. Wer gegen 50 Cent Spargel sticht, kann sogar etwas gewinnen. "Und sie können den Spargel dann auch noch behalten", erklärt Bauer Brinkman.

Ebenfalls für den guten Zweck ist die Spargelschälmaschine im Einsatz. Jeder Kunde kann sie gegen eine Spende nutzen. "Wir haben keinen geschälten Spargel, bis auf den Bruchspargel", sagt Brinkman. "Die Kunden kommen nicht umhin, ihn bei uns schälen zu lassen." Zum leckeren Spargel-Gericht empfiehlt er einen Silvaner Weißwein - passend mit dem Emblem des Burgi-Spargels. "Dazu gehören neue Kartoffeln und als Nachtisch Erdbeeren, beispielsweise mit Sahne. Die Hollandaise gibt es als ,Sauce Balance' für Kalorienbewusste oder normal", berichtet Stephanie Pastors von "Paul's Spargel".

Die Marktbesucher nutzen das Angebot. Charly und Ellen Tenner aus Elmpt etwa haben in Brüggen Spargel gekauft. "Es war das erste, aber auch nicht das letzte Mal, dass wir hier waren", sagen die beiden. Sie kochen die weißen Stangen mit ein bisschen Salz und Zucker im Wasser 20 Minuten lang und fügen etwas Butter hinzu. Dazu gibt es eine leckere Hollandaise und ein Wiener Schnitzel - "dazu trinken wir ein Gläschen Weißwein oder ein Glas Kölsch." Die Niederländerin Berti Arts schält das Stangengemüse unter Aufsicht selbst. "Zuhause müsste ich dafür ein Messer nehmen", sagt sie. "So ist das Schälen viel angenehmer." Mit ihrer Freundin Mia van Wylick aus Reuver besucht sie den Brüggener Spargelmarkt jedes Jahr. "Wir essen unseren Spargel mit hartgekochten Eiern in Scheibchen darüber", erzählt sie.

Zwei Kilogramm Spargel hat Helene Feldges aus Born gekauft, zu Besuch sind ihre Freundin Mandy Fischer und Tochter Sophie aus Bremen. Die Hollandaise bereitet Helene Feldges selbst zu: "Ich nehme Butter, Mehl, Salz, Pfeffer und etwas Muskat. Daraus entsteht eine abgeschlagene Hollandaise - mit etwas Spargelbrühe. Ich nehme noch etwas kalte Butter, damit die Soße richtig lecker sämig wird", berichtet die Bornerin.

Spargelbauer Dieter Jakobs bietet das Gemüse in dicker, krummer und blauer Ausführung oder mit weißen Spitzen an. Grünen Spargel gibt es im Bund für 4,50 Euro. Eine Besonderheit ist die Spargelcremesuppe aus der Dose von Jakobs Höfe aus Beelitz in Brandenburg. "Das sind die Brüder Josef und Jürgen", klärt Verkäuferin Tina Schade auf. "Sie sind, wie ihr Bruder Dieter aus Bracht, auch Spargelanbauer." Sebastian Isensee vom Dudel-Gewürzstand kann beim Zubereiten des Spargels nichts anderes empfehlen als Salz und Zucker: "Wenn Gewürze gebraucht werden, dann kommen sie höchstens auf die Beilagen", sagt er.

Wer nicht selbst Spargel zubereiten möchte, geht ins Restaurant: Die Gastronomie bietet Spargel-Gerichte an. "Für die Außengastronomie auf dem Kreuzherrenplatz konnten wir dieses Mal niemand gewinnen, was wir sehr bedauern", berichtet Beatrix Thivessen, Kassiererin der Interessengemeinschaft Lebendiges Brüggen. "Bei denen, die wir gefragt hatten, scheiterte es am dafür nötigen Personal."

Quelle: RP
 
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