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Amerner lassen Viersen keine Chance

Lokalsport: Amerner lassen Viersen keine Chance
VSF-Coach Willi Kehrberg überraschte im Derby gegen Viersen mit der Aufstellung von George Tawiah (2. v.r.) in der Startformation. Trotz langer verletzungsbedingter Pause machte er seine Sache sehr gut, er war an vielen Offensivaktionen beteiligt. FOTO: Franz-Heinrich Busch
Schwalmtal. Der 1. FC Viersen hätte durch einen Derbysieg in der Fußball-Landesliga an den VSF Amern vorbeiziehen können. Doch die Gastgeber zeigten sich hochkonzentriert und gingen am Ende auch in der Höhe verdient als 4:0-Sieger vom Platz. Von David Beineke

Willi Kehrberg ist beim ersten Aufeinandertreffen mit seiner alten Liebe nicht gerade zimperlich umgegangen. Gestern traf er mit den VSF Amern in einem von zwei Grenzland-Derbys in der Fußball-Landesliga erstmals als gegnerischer Trainer auf den 1. FC Viersen, wo er im März entlassen worden war. Doch auch 30 Jahre in unterschiedlichen Funktionen beim Traditionsverein vom Hohen Busch hielten ihn nicht davon ab, den Viersenern mit seiner neuen Mannschaft im Rösler-Stadion eine schmerzliche 0:4 (0:1)-Niederlage zuzufügen.

Wie heftig die Schlappe geschmerzt haben muss, war nach der Partie im Gesicht von FC-Trainer Daniel Saleh abzulesen. Auch für ihn war das Derby eine ganz besondere Partie, schließlich hatte er in Amern seine Trainerkarriere begonnen, doch nach nettem Smalltalk mit alten Weggefährten war ihm nach dem weiteren Rückschlag im Kampf gegen den Abstieg nicht zumute. "Zu diesem Spiel will ich nicht viel sagen. Amern war klar besser. Dass wir zweimal hintereinander so auftreten, kann nicht sein. Darüber wird zu sprechen sein", meinte Saleh auch mit Blick auf die bittere Heimniederlage in der Woche zuvor gegen den TSV Meerbusch II. Nach den Erfolgen in den Nachbarschaftsduellen gegen den ASV Süchteln und den 1. FC Mönchengladbach dürfte Saleh in Amern mit einer Extraportion Derby-Motivation auf einen deutlich engeren Spielverlauf gehofft haben, doch lediglich in den Anfangsphasen beider Spielhälften waren die Gäste ein ebenbürtiger Gegner. Da stimmte die Körpersprache der Viersener, da hatten sie den Hausherren in Sachen Einsatz und Aggressivität etwas entgegenzusetzen. Doch der Mut von VSF-Coach Willi Kehrberg sollte sich auszahlen. Er hatte in der Starformation mit zwei Personalien überrascht. Zum einen rückte Mittelfeldspieler Nico Wehner für den gesperrten Max Kapell auf die linke Außenverteidigerposition, zum anderen tauchte der lange Zeit verletzte George Tawiah im Sturm auf.

Auch sie trugen ihren Teil dazu bei, dass die Gastgeber nach etwa zehn Minuten besser ins Rollen kamen. Über die immer bessere Zweikampfquote holten sich die Amerner offenbar auch die Sicherheit für spielerische Akzente, ihr Mittelfeld wurde zusehends dominanter. Während der Ball bei ihnen immer besser lief, liefen die Gäste meist nur noch hinterher. So kamen die VSF zu einigen sehr guten Torchancen, die entweder vergeben oder durch FC-Torwart Lars Bergner vereitelt wurden. Das hätte sich fast gerächt, als Korbinian Beckers nach knapp einer halben Stunde nach einem Freistoß von Dennis Richter fast eine Schläfrigkeit bei den Gastgebern genutzt hätte. Doch danach dominierten die Gastgeber weiter und erzielten kurz vor der Pause die verdiente Führung durch Max Gotzen, nachdem Bergner einen Tawiah-Schuss nicht hatte festhalten können.

Zwar kamen die Viersener stärker aus der Pause und zeigten zwei vielversprechende Offensivaktionen über die rechte Seite, doch als dann nach einer Ecke Fabian Göckler per Kopf zum 2:0 traf (62.), erlahmte der Widerstand der Gäste zusehends. Das nutzten die Amerner mit viel Leidenschaft und Spielfreude aus, indem sie noch zwei Tore des gestern bärenstarken Max Gotzen (78., 83.) nachlegten. "Das war eine richtig gute Leistung von uns. Wir haben uns zwar anfangs etwas schwergetan, weil Viersen sehr hoch gestanden hat, doch wir haben uns dann gut ins Spiel gespielt", sagte VSF-Coach Willi Kehrberg. "Wir wir zu Hause spielen, kann man sich richtig gut anschauen. Jetzt sollten wir aber auch mal auswärts nachlegen." Nächsten Sonntag geht's zum VdS Nievenheim.

Quelle: RP
 
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