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Andreas Debock
"Anfangs sind wir auf große Skepsis gestoßen"

Viersen. Wenn das Dülkener Hallen-Masters am Wochenende zum 25. Mal über die Bühne geht, dann ist das auch ein rundes Jubiläum für Andreas Debock. Denn der 55-Jährige ist von Beginn dabei, 20 Jahre als Turnierleiter und Hallensprecher, heute als Chef des Organisationsteams beim Dülkener FC. Im Gespräch mit der RP wirft er einen Blick zurück auf viele ereignisreiche Turniere, schaut aber auch in die Zukunft. Von David Beineke

Herr Debock, welche Erinnerungen haben Sie noch an das erste Masters?

Debock Da ist noch vieles präsent. Das Turnier war mit heißer Nadel gestrickt. Im Herbst 1991 entstand die Idee, im Januar darauf sollte schon gespielt werden. Ich kann mich noch gut an die logistischen Probleme erinnern, die wir in der damaligen Ost-Schule, heute Primus-Schule, hatten. Die Zuschauer konnten sich nur weit weg vom Geschehen in der Pausenhalle zum Essen und Trinken aufhalten. Nur bei der Premiere haben wir eine Zwischenrunde spielen lassen. Weil dann aber taktiert wurde und das wenig spannend war, haben wir das schnell wieder abgeschafft.

Wie ist eigentlich die Idee zum Hallen-Masters entstanden?

Debock Bei den Profis gab es damals noch ein Hallen-Masters. Da hat sich der damalige DFC-Vorsitzende Gerd Schaeben gedacht, dass so etwas auch bei den Amateuren aus der Region funktionieren könnte.

Was das Masters von Beginn als Finalturnier verschiedener Stadt- und Gemeindemeisterschaften konzipiert?

Debock Ja, da haben wir uns an dem Masters der Profis orientiert, die sich auch vorab qualifizieren mussten. Anfangs sind wir allerdings bei einigen Vereinen auf große Skepsis gestoßen. Bei vielen Trainern stand Hallenfußball nicht so hoch im Kurs, auch weil es damals andere Spielpläne gab, die Winterpause war kürzer. Beim ersten Turnier waren nur 13 Mannschaften dabei.

Welche Veränderungen gab es im Laufe der Jahre?

Debock Die Abkehr von der Zwischenrunde habe ich schon genannt. Beim ersten Turnier mussten wir noch auf Handballtore spielen, weil wir kurz vorher festgestellt hatten, dass es keine Tür gab, durch die wir die Tore in die Halle bekommen. So hat uns ein Vereinsmitglied für das zweite Jahr extra Tore gefertigt, die sich zusammenbauen lassen. Die benutzen wir bis heute. Genau wie die Banden, die uns der damalige Hauptsponsor für das Turnier 1995 anfertigen ließ. Einen riesigen Entwicklungsschub hat im vierten Jahr der Wechsel in die Ransberghalle gegeben. Wobei das nur Zufall war. Vorher sind einfach nicht darauf gekommen, dass wir dort bessere Bedingungen vorfinden. Irgendwann haben wir dann die Platzierungsspiele weggelassen und die Viertelfinalspiele auf zweimal 15 Minuten ausgeweitet. Nicht zu vergessen, dass wir 2006 auch ein Frauen-Masters ins Leben gerufen haben.

Welches Ereignis ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Debock Das ist ganz klar das Finale 1998, das erstmals mit Golden Goal entschieden wurde. Damals haben wir als Dülkener FC den großen 1. FC Viersen 3:2 besiegt. Das Siegtor hat in der Verlängerung Michael Ingenrieth geschossen. Ich weiß noch genau, wo er stand und wo der Ball einschlug. In dem Moment habe ich gedacht, dass Hallendach würde wegfliegen, so toll war die Stimmung.

Das 25. Hallen-Masters ist eine Zäsur. Welche Pläne gibt es für die Zukunft?

Debock Ich habe zwei Ideen, von der eine ziemlich unrealistisch ist. Ich würde gerne mal auf Kunstrasen in der Ransberghalle spielen. Aber das ist so teuer, dass sich das kaum verwirklichen lässt. Viel zuversichtlicher bin ich da in Sachen Zuschauerservice. Auch auf der Tribüne sollen die Fans mit Informationen versorgt werden, die über das aktuelle Spiel hinausgehen. Da setze ich darauf, dass uns der technische Fortschritt in die Karten spielt.

Was wünschen Sie sich fürs Jubiläum?

Debock Einfach ein tolles Turnier und dass wir die Gelegenheit haben, mit möglichst vielen Wegbegleitern des Masters alte Geschichten aufzuwärmen.

Wie lange wollen Sie noch an vorderster Front mitmischen?

Debock Bis zur 30. Auflage möchte ich noch weitermachen. Dann bin ich 60 Jahre alt, und es wird Zeit für neue Ideen und neuen Schwung.

Quelle: RP
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