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Auch Fußballer kämpfen um Kinder

Lokalsport: Auch Fußballer kämpfen um Kinder
Mit Feuereifer bei der Sache: die Nachwuchskicker beim Tag des Jugendfußballs in Viersen. FOTO: Franz-Heinrich Busch
Jugendfußball. Beim Tag des Jugendfußballs herrschte auf der Anlage des 1. FC Viersen am Hohen Busch Hochbetrieb. Doch gerade bei den älteren Jahrgängen nimmt die Anzahl der Teams ab. Auch der demografische Wandel macht sich bemerkbar. Von Wiltrud Wolters

Die Torwand hat es Noah angetan. Der Siebenjährige jagt seine eigene Bestmarke, die 75 Punkte. "Das ist cool. Ich halte den Rekord. Einmal habe ich die 50 getroffen, sonst 25", erklärt er. Vor der Torwand herrscht beim Tag des Jugendfußballs am Hohen Busch in Viersen immer Hochbetrieb - wie auch auf dem Rasen. Je 24 Teams kämpften bei Bambini, F- und E-Junioren um den Sieg.

Dabei ist der eigentlich gar nicht so wichtig, beim Tag des Jugendfußballs steht der Spaß im Vordergrund und der Fair-Play-Gedanke. "Es ist nicht wichtig, Tore zu schießen. Die Kinder sollen lernen den Ball zu beherrschen und spielen. Es heißt ja auch Fußball spielen", sagte Günter Fechtel vom Jugendvorstand des Fußballkreises Mönchengladbach/Viersen. Dem kamen die Kinder mit großer Begeisterung nach. Manchmal fußballerisch anspruchsvoll, wie beim Spiel des 1. FC Mönchengladbach gegen den ASV Süchteln in der E-Jugend. Manchmal verspielt, wie etwa beim Bambini-Kick zwischen Grün-Weiß Holt und Blau-Weiß Meer. Sven Leuchtenberg und David Pastors von Blau-Weiß Concordia Viersen waren angetan von der Veranstaltung. "Das ist sehr gut organisiert", meinte Pastors. Auch Sascha Classen vom ASV Süchteln ist grundsätzlich zufrieden: "Ich würde mir wünschen, dass die Plätze ausgespielt werden. Das ist dann für die Kinder noch interessanter", sagte er. Die Massen an Kindern, die sich in den jüngeren Jahrgängen auf den Fußballplätzen tummeln, würden Kaisers und Fechtel gerne an den Sport binden, denn ab der C-Jugend bröckelt es. Die Saison 2014/15 beendeten in der C-Jugend auf Kreisebene 43 Mannschaften, in der A-Jugend waren es nur noch 23. Insgesamt könne der Fußballkreis aber seine Mannschaftszahl von knapp 400 halten, betonte Fechtel: "Das Freizeitverhalten hat sich verändert. Außerdem gibt es auch im Fußball weniger Kinder, wenn es insgesamt weniger Kinder gibt."

Die Verbände arbeiten daher daran, Schulen und Vereine zusammenzubringen. Darüber hinaus reagiert auch der Kreis. In der kommenden Saison werden die Gruppen von den Bambini bis zu den E-Junioren im Winter neu sortiert, damit annähernd gleich starke Mannschaften auch zusammenspielen. Der Spielplan wird flexibler gestaltet. Meisterschaftsspiele können dann von freitags bis montags ausgetragen werden. Außerdem sind kreisübergreifende Klassen denkbar. "Wir müssen wir da aber noch ein paar Gespräche führen", meinte Fechtel. Auch die Vereine müssen sich angesichts des demografischen Wandels ein Stück weit neu erfinden. "König Fußball" alleine reiche als Anreiz nicht mehr aus, sagte Alexander Dömges vom ausrichtenden 1. FC Viersen. "Wir haben auch eine soziale Aufgabe. Die Talente kommen sowieso. Wir müssen auch die gewinnen, die es schwerer haben im Sport." Außerdem gehe es darum, den Eltern zu vermitteln, was einen Verein ausmache. Sein Verein sei auf einem guten Weg. Dazu tragen immer wieder auch Events bei, wie etwa das im Juni anstehende Saisonabschlussgrillen der gesamten Jugendabteilung. Dömges: "Es kommt. Wir brauchen noch etwas, um zu alter Stärke zu finden, aber es kommt."

Quelle: RP
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