| 00.00 Uhr

Leichtathletik
Beim Hochsprung-Meeting geht's auch noch um WM-Normen

Viersen. Bereits zum 23. Mal treffen sich einige der weltbesten Höhenjäger in Viersen. Zu den Favoriten gehört Vorjahressieger Eike Onnen aus Hannover. Er hat sich schon für die Weltmeisterschaft qualifiziert. Von Paul Offermanns

Das ist es, was auch das 23. Internationale Viersener Hochsprung-Meeting morgen ab 15 Uhr auf der Sportanlage Löh ausmacht: Die Höhenjäger springen bei lauter Musik, das Publikum unterstützt den Anlauf samt Sprung dann mit rhythmischem Klatschen. Wenn es brenzlig wird, weil eine bestimmte Höhe angepeilt wird, dann kann es im Viersener "Hexenkessel" aber auch ganz mucksmäuschenstill werden. Ein Pokerspiel um die Höhen kann schön und nervenaufreibend sein. 2,30 Meter und höher sind immer ein Thema, auch morgen.

Was im vergangenen Jahr vor den Spielen in Rio das Olympia-Gefühl war, ist dieses Mal das WM-Gefühl. Denn einige der 13 Springer, die in Viersen an den Start gehen, haben sich bereits für die Weltmeisterschaft in London qualifizieren können: Eike Onnen (Hannover 96), Ricky Robertson (USA), Brandon Starc (Australien) und Nauraj Singh Randhawa (Malaysia). Andere werden dagegen noch versuchen, in Viersen die Norm zu knacken. Doch obwohl es für einige Starter noch um richtig etwas geht, gilt wieder: "Bei uns gibt es Weltklasse hautnah und Hochspringer der Weltelite zum Anfassen", verspricht Detlef Vieth, Meetingdirektor seit der ersten Stunde. Er war bemüht, auch den aktuellen Deutschen Meister Mateusz Przybylko (TSV Bayer Leverkusen) mit 2,30 Metern und mit der diesjährigen Saisonbestleistung des Deutschen Leichtathletik-Verbandes von 2,35 nach Viersen zu holen. "Mateusz bekam die offizielle Einladung zur Diamond-League der IAAF im marokkanischen Rabat. Da ist es dann verständlich, wenn er dieses Meeting vorzieht", sagt Vieth. Dafür ist Vorjahressieger Eike Onnen dabei, der bei der DM mit 2,19 Metern Platz zwei belegte, aber eine persönliche Bestleistung von 2,34 Metern hat. Bei seinem Sieg im Vorjahr sprang er 2,30 Meter und verpasste den Meetingrekord des Italieners Giulio Ciotti von 2,31 Metern aus dem Jahre 2006 nur ganz knapp.

Ganz besonders freut sich Detlef Vieth, dass er einen alten Bekannten auf der Löh begrüßen kann: Douwe Amels verzichtet auf die Teilnahme bei den niederländischen Meisterschaften am gleichen Wochenende. "Er sucht einen Wettkampf mit starker Konkurrenz und will bei uns die WM-Norm von 2,30 Metern springen." Das gilt auch noch für weitere Höhenjäger. Zum Beispiel für Kabelo Kgosiemang aus Botswana, der seit Jahren ein gerngesehener Gast der Viersener ist. Er hält mit übersprungenen 2,34 Metern den Landesrekord und wurde seit 2006 viermal Afrikameister. Auch Matus Bubenik (Slowakei) als Olympiateilnehmer von Rio muss nach sehr spätem Einstieg in die Saison die WM-Pflichthöhe noch springen. Vieth nahm auch Remo Cagliesi (TLV Germania Überruhr) ins Hauptfeld auf. "Er war beim Nachwuchs-Cup 2013 mit der Sprunghöhe von 1,84 Metern und 2014 mit 1,90 dabei. Er entschied sich in Viersen, Hochspringer zu werden. "Jetzt gehört er zum Hauptfeld mit 2,14 Metern Besthöhe", erzählt Vieth.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Leichtathletik: Beim Hochsprung-Meeting geht's auch noch um WM-Normen


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.