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Lokalsport
Belgier können an den Deutschen vorbeiziehen

Lokalsport: Belgier können an den Deutschen vorbeiziehen
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Viersen. Eddy Merckx und Frédéric Caudron haben in den vergangen vier Jahren das Turnier in der Festhalle beherrscht. Gewinnen sie zum fünften Mal in Folge, hätten sie einen Titel mehr als die Ausrichternation. Von David Beineke

VIERSEN Ein Blick auf die Weltrangliste im Dreiband-Billard lässt eigentlich nur einen Schluss zu: Der Sieger bei der heute beginnenden 27. Auflage der Dreiband-Weltmeisterschaft für Nationalteams in der Festhalle muss Belgien heißen. Denn das belgische A-Team mit Eddy Merckx und Frédéric Caudron rangiert in der Fassung vom 11. Februar auf den Plätzen vier und fünf. Zwei so hohe Einzelplatzierungen kann keine andere Nation vorweisen.

Hinzu kommt, dass die Belgier in der vergangenen vier Jahren nachhaltig unter Beweis gestellt haben, dass sie sich in Viersen pudelwohl fühlen. Denn sie holten sich viermal hintereinander den Titel. Erfolgreicher waren in der Vergangenheit nur die Schweden mit neun WM-Erfolgen. Sollten die Belgier ihrer Favoritenrolle gerecht werden, würden sie in Sachen Titelausbeute auf den alleinigen zweiten Platz vorrücken. Vier Teamweltmeisterschaften hatten zuvor auch schon die Türkei, Japan und Deutschland gewonnen. Was die Gesamtmedaillenausbeute anbelangt, haben die Deutschen (18) den Belgiern (9) allerdings noch einiges voraus. Der Heimvorteil ist nun mal nicht von der Hand zu weisen, schließlich kann sich die Mannschaft mit dem Adler auf der Brust im Gegensatz zur Konkurrenz schon immer einige Tage vorher auf dem neuen Material einspielen.

Wenn es also um die Teams geht, die den Belgiern einen Strich durch die Rechnung machen könnten, sind sicher auch die Deutschen zu nennen. Das glaubt auch Martin Horn als Topspieler des deutschen A-Teams so (siehe Interview auf dieser Seite), obwohl er aktuell nur Rang 1256 der Weltrangliste steht, sein Partner Stefan Galla ist dort gar nicht vertreten. Das bedeutet aber nicht, dass die beiden im internationalen Vergleich Fallobst wären, sie spielen einfach nur wenige beziehungsweise keine Turniere, wo es Weltranglistenpunkte gibt. Martin Horn hat zum Beispiel errechnet, dass er mit seinen in dieser Saison erbrachten Leistungen auf Rang sechs in der Welt rangiert. Dass der Essener zu den besten Dreibandspielern auf diesem Planeten gehört, hat er zudem in Viersen schon zur Genüge bewiesen. 2002 holte er mit Christian Rudolph, der in diesem Jahr mit Youngster Dustin Jäschke das B-Team bildet, den bislang letzten WM-Titel für Deutschland. 2012, als die Belgier ihre Titelserie starteten, unterlag Horn zusammen mit Galla erst im Finale und holte genau wie im Jahr darauf mit Rudolph die Silbermedaille.

Heißester Konkurrent der Belgier sind von der Papierform allerdings die Spanier, mit denen Deutschland B in einer Vorrundengruppe spielt. Daniel Sanchez ist die Nummer zwei in der Welt, Ruben Legazpi die Nummer 31. Gute Weltranglistenpositionen haben auch die beiden Ägypter Sameh Sidhom (Nr. 9) und Riad Nady (Nr. 17) vorzuweisen. Dahinter kommen die Koreaner, wo Dreiband Volkssport ist und von denen schon länger ein Titel erwartet wird. Dabei haben sie ihre in der Weltrangliste am besten platzierten Leute zu Hause gelassen. Sie spielen mit Heang Jik Kim (Nr. 22) und Jae Guen Kim (Nr. 27). Ähnlich ist es bei den Türken, die ohne Tayfun Tasdemir (Nr. 6) anreisen. "Ich habe zuletzt gegen ihn gespielt. Der hätte sehr gerne in Viersen gespielt, doch eine interne Rangliste hat da wohl Vorrang", erklärt Martin Horn. So treten die Türken mit Semih Sayginer (Nr. 26) und Lütfi Cenet (Nr. 24) an. Die Niederländer gehören zu den Teams, bei denen die Leistungsstärke zwischen den beiden Spielern stark differiert. Dick Jaspers ist aktuell die Nummer drei in der Welt, Jean van Erp die Nummer 68. Noch extremer ist es bei den Schweden. Die lebende Dreiband-Legende Torbjörn Blomdahl ist Weltranglisten-Erster während Partner Nalle Ollsen auf Platz 122 rangiert.

Quelle: RP
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