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Lokalsport
Borussias Yann Sommer braucht Praxis

Mönchengladbach. Gladbachs Torwart ist wieder fit. Er sollte beim Test gegen Mailand spielen, doch der fiel aus. Von Karsten Kellermann

90 Minuten fehlen. 90 Minuten, in denen Borussias Trainer André Schubert Erkenntnisse einsammeln wollte. Wichtige Erkenntnisse mithin, denn es wäre das Spiel vor dem Spiel vor dem ersten Champions-League-Play-off bei Young Boys Bern gewesen. Doch der Regen von Ancona spülte den Test gegen Inter Mailand, das "italienische Schwergewicht" (Sportdirektor Max Eberl), einfach weg. Zu viele Pfützen auf dem Rasen, zu viel Gefahr für die Spieler. Daher entschied man sich zur Absage, ungeachtet der so unnütz gewordenen Reise.

Die 90 Minuten, die gegen Inter eingeplant waren, fehlen auch Yann Sommer. Doch dieser Malus ist wohl zu verschmerzen. Denn die Tatsache, dass der Schweizer überhaupt spielen sollte, ist die Nachricht an sich. Nur drei Wochen nach seiner Kapselverletzung am rechten Fuß ist Sommer wieder bereit.

Eine Gelegenheit bleibt, ihm einen Praxistest zu verschaffen. Gegen Lazio. Die Römer treten morgen zur besten Bundesliga-Anstoßzeit um 15.30 Uhr im Rahmen der Saisoneröffnung im Borussia-Park an - und sind ein würdiger Spielpartner für die Play-off-Generalprobe. Durch die Absage des Inter-Spiels, befand Sportdirektor Max Eberl, habe das Lazio-Spiel noch mal an Bedeutung gewonnen.

Für Yann Sommer ist es so oder so wichtig. Er hat noch gar nicht gespielt in der Vorbereitung, sein letztes Match machte er bei der EM im Achtelfinale gegen Polen. Das war am 25. Juni. Bevor er für Borussia im Tor stehen konnte, knickte er um. Da Borussias Defensive personell doch recht neu gestaltet ist, tut ein bisschen gemeinsame Zeit auf dem Rasen durchaus gut, bevor es am kommenden Dienstag bei Young Boys Bern ernst wird.

Sommer wird heilfroh sein, dass es gereicht hat, auch wenn schon ein Woche vorher absehbar war, dass sein Fuß zeitig wieder voll belastbar sein würde. Er freut sich, wie der Kollege Nico Elvedi auf die Europapokal-Reise in die Heimat. Nach der Fohlentour und dem Uhrencup (bei dem Sommer jedoch noch urlaubte) ist es die dritte Tour de Suisse der Borussen seit Mitte Mai.

Überhaupt stehen die ersten Pflichtspiele unter dem Motto "Wiedersehen". Auch für André Hahn und Christoph Kramer hält der Start Spiele mit einem besonderen Emotionsgehalt bereit. Drochtersen, wo die Borussen in der ersten Pokalrunde antreten, ist nur 50 Kilometer von Hahns Heimatort Otterndorf entfernt. "Ich muss leider zugeben, dass ich mich nicht erinnern kann, ob ich schon mal gegen Drochtersen gespielt habe", sagt Hahn. Den Heimvorteil nutzt er natürlich aus. Er hat viele Tickets für seine Familie und Freude besorgt.

Für Christoph Kramer wird das Wiedersehen mit seinem Ex-Verein Leverkusen am ersten Bundesliga-Spieltag indes wohl weit weniger rührend werden, als für seine Kollegen die Reisen in die Schweiz oder nach Norden. Viel mehr ging ihm da wohl die Rückkehr mit Bayer nach Gladbach in der Rückrunde der vergangenen Saison ans Herz. Nun ist er wieder da, wo er eigentlich sein will und sein wollte.

Vor Leverkusen aber ist Bern, davor Drochtersen und davor Bern. Und vor allen anderen ist Lazio. Der finale Test zum Ende der Vorbereitung. Für Tobias Strobl ist es das erste Mal. Das erste Mal als Borusse im Borussia-Park. Mit Hoffenheim war er schon hier, aber das ist etwas anderes. "Es wird ein emotionales Spiel werden für mich", sagt Strobl. Für Yann Sommer werden es derweil vor allem 90 Minuten Spielpraxis sein. Die braucht er dringend zum Einspielen. Ein Kaltstart in der Champions League wäre suboptimal. Gut, dass es noch Lazio gibt.

Quelle: RP
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