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Lokalsport
Déjà-vu-Erlebnis für Amerner Verteidiger

Schwalmtal. Nach zwei Jahren beim Fußball-Landesligisten 1. FC Viersen ist Dominik Kleinen in der Sommerpause zu den VSF Amern zurückgekehrt. Schon am zweiten Spieltag der gerade gestarteten Spielzeit geht es dem 24-Jährigen wie 2014: Angesichts des heutigen (18.30 Uhr) Grenzland-Derbys Amern gegen Viersen im Rösler-Stadion steht er mal wieder vor einer Partie gegen einen Gegner, für den er kürzlich noch selbst auflief. Von David Beineke

Für Menschen, die ihn sonst nur vom Fußballplatz kennen, war Dominik Kleinen zwar mit Baseball-Kappe, Brille und Jeans nicht auf den ersten Blick zu erkennen. Doch der 24-Jährige hatte sich am letzten Spieltag der vergangenen Saison tatsächlich mit auf den Weg nach Repelen gemacht, um den VSF Amern im Kampf gegen den Abstieg beizustehen - und das, obwohl er offiziell noch Teil der Mannschaft des 1. FC Viersen war. Doch der hatte schon tags zuvor sein letztes Saisonspiel bestritten, und es war schon lange klar, dass Kleinen zu seinem Ex-Verein nach Schwalmtal zurückkehren würde. Da war es nur allzuverständlich, dass er das, was in seiner Macht stand, tun würde, um etwas zum Klassenverbleib beizutragen. Auch wenn er nicht viel mehr als gut zureden und Daumen drücken konnte, zitterten sich die VSF zu einem 2:1-Sieg, womit auch klar war, dass Kleinen weiter Landesliga-Fußball spielen kann.

Dass er das lieber wieder in Amern tun wollte als weiter in Viersen, begründete er damals offiziell mit einer gestiegenen beruflichen Belastung und der damit einhergehenden geringeren Zeit für Trainingseinheiten. Doch Grund war bestimmt auch die große Verbundenheit zu dem Verein nahe seines Wohnorts, bei dem er sich unter Trainer Rainer Bruse zum gestandenen Landesliga-Innenverteidiger entwickelte. Wie wohl er sich an neuer, alter Wirkungsstätte fühlt, stellte er gleich zum Saisonauftakt unter Beweis. Im ersten Spiel beim VfL Jüchen-Garzweiler wagte er sich bei einer Standardsituation mit nach vorne und erzielte per Kopfball den 1:0-Siegtreffer. "Das war ein Einstand nach Maß für mich, obwohl es mir wichtiger ist, zu null zu spielen als ein Tor zu erzielen", sagt Dominik Kleinen. Das gleich beides geklappt hat, ist für ihn eine gute Grundlage für das in der Vergangenheit immer umkämpfte Derby heute gegen den 1. FC Viersen. "So stehen wir nicht mit dem Rücken zur Wand und können befreiter aufspielen. Wir wollen vier Punkte aus den nächsten beiden Spielen holen", betont der 24-Jährige. Dass er so früh in der Saison schon auf die Mannschaft trifft, für die er bis vor kurzem noch die Knochen hingehalten hat und zu der es natürlich auch noch freundschaftliche Verbindungen gibt, nimmt er weitgehend gelassen. Er weiß ziemlich genau, was auf ihn zukommt. "Schließlich ist das dieselbe Situation wie vor zwei Jahren, als ich aus Amern nach Viersen gegangen bin."

Es könnte allerdings passieren, dass Kleinen heute nicht allzu viele Akteure antreffen wird, mit denen er vorige Saison noch gemeinsam gespielt hat. Denn bei den Viersenern hat es bekanntlich einen großen personellen Umbruch gegeben. Beim 1:1 im ersten Spiel gegen den VdS Nievenheim standen jedenfalls acht Zugänge in der Startformation, viele unter 20 Jahre alt und/oder aus unteren Spielklassen an den Hohen Busch gewechselt. Allerdings kann sich Kleinen gut vorstellen, dass sein Ex-Trainer Willi Kehrberg angesichts der Bedeutung des Derbys heute den einen oder anderen erfahreneren Spieler in die Startelf einbauen wird. Schließlich hatten Holger Jansen und Yannick Meurer nach ihrer Einwechslung am Sonntag ihren Anteil an der starken zweiten Hälfte des 1. FC und dem späten Ausgleich gegen die Nievenheimer. "Egal wie, Viersen wird uns sicher einen heißen Tanz liefern", ist sich Dominik Kleinen sicher. Den Kontakt zu den Ex-Kollegen hat er vor dem heutigen Match ganz bewusst ruhen lassen. Zunächst gelte es, sich voll auf seine Leistung zu konzentrieren. "Hinterher ist noch genug Zeit, um sich gegenseitig aufzuziehen", scherzt Kleinen. Das würde aus der Position des Siegers heraus naturgemäß mehr Spaß machen. Außerdem - und das ist viel wichtiger - könnte ein Erfolg dazu beitragen, dass Amern nicht wieder bis zum letzten Spieltag gegen den Abstieg spielt und Kleinen dann nicht auf dem Feld mitzittern muss.

Quelle: RP
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