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Viersen
Der Dülkener FC braucht mehr Geld

Viersen: Der Dülkener FC braucht mehr Geld
Für den neuen Hybridrasen des Dülkener FC werben (v.l.) Jugend- und Projektleiter Olaf Gründer, Geschäftsführer Jürgen Krienen, der zweite Vorsitzende Andreas Debock und Schatzmeister Sebastian Debock. FOTO: Busch
Viersen. Der Fußballverein plant einen neuen Hybridrasen, 280.000 Euro aus der Sportpauschale soll er dafür bekommen. Weil die Kosten gestiegen sind, wird im Sportausschuss nun über einen Nachschlag abgestimmt. Von David Beineke

Wenn morgen der Sportausschuss tagt, dann soll unter anderem darüber abgestimmt werden, ob ein Projekt auf den Weg gebracht wird, mit dessen Hilfe die Stadt Viersen sich darauf verständigt, wohin sich ihre Sportlandschaft entwickeln soll. Unter der Überschrift "Sportentwicklung in Viersen" soll es etwa darum gehen, wie die Kommune und die dort ansässigen Vereine mit Themen wie veränderter Sportnachfrage, demografischem Wandel, Individualisierung und immer knapperen Kassen umgehen. Kurz, es sollen Zukunftsvisionen entwickelt werden.

Was solche hehren Pläne allerdings erschwert, ist auch bei der Sportausschusssitzung zu beobachten. Denn da steht erneut der Dülkener FC auf der Tagesordnung, der mit der schon lange angestrebten Sanierung seines Hauptspielfeldes im Stadtgarten wie viele Vereine im Hier und Jetzt um die Zukunft kämpft. "Ohne diesen neuen Platz sind wir als Verein auf Dauer nicht überlebensfähig. Eltern stellen heute einfach höhere Ansprüche, wenn es darum geht, wo ihre Kinder Fußball spielen", sagt Olaf Gründer, als Jugendleiter beim DFC für das Projekt Platzsanierung zuständig. Als der Sportausschuss bei seiner Sitzung Ende vergangenen Jahres neben dem 1. FC Viersen und dem TSV Boisheim auch die Dülkener mit einer stattlichen Summe aus der Sportpauschale des Landes bedachte, war die Welt noch in Ordnung. Doch in der Zwischenzeit hat sich herausgestellt, dass der Bau eines Hybridrasens den DFC doch teurer zu stehen kommt, als die ursprünglich veranschlagten 350.000 Euro. Im Raum stehen jetzt gut 431.000 Euro. Deshalb hat der Verein bei der Verwaltung angefragt, ob er zusätzlich zu den zugesagten 280.000 Euro weitere Mittel aus der Sportpauschale oder aus dem städtischen Haushalt erhalten könne.

"Da sind plötzlich Kosten aufgetaucht, die so vorher nicht abzusehen waren", erklärt Gründer und meint damit in erster Linie die Bewässerungsanlage. Die inzwischen über 20 Jahre alte Anlage funktioniert zwar noch, Experten raten aber dringend dazu, sie im Zuge der Platzsanierung zu erneuern - auch um noch höhere Folgekosten zu vermeiden. Das schlägt allerdings mit knapp 40.000 Euro zu Buche, die die Stadt nicht übernimmt. "Das finden wir ein bisschen unfair, weil die Stadt ja bisher auch für die Wartung und den Betrieb der Anlage aufkommt", sagt Gründer. Immerhin, die Stadt ist bereit, einen neuen Mähroboter anzuschaffen, so dass unter dem Strich noch rund 410.000 Euro Gesamtkosten übrigbleiben würden. Dadurch erhöht sich der Eigenanteil des DFC von 70.000 auf 130.000 Euro. "Das ist für einen Verein mit 600 Mitgliedern verdammt viel Geld", betont Gründer. Vor diesem Hintergrund könnten die Dülkener ihre Alternativplanung mit einer zusätzlichen Hybridrasen-Trainingsfläche und einem Gesamtvolumen von rund 454.000 Euro direkt zu den Akten legen.

Doch der DFC gibt die Hoffnung nicht auf. Denn die Verwaltung hat errechnet, dass aus der Sportpauschale für das laufende Jahr rund 70.000 Euro übrigbleiben. Die sollten ursprünglich schon Anfang 2017 an den DFC und den 1. FC Viersen ausgezahlt, aber auf den Gesamtzuschuss angerechnet werden. Alternativ stellt die Verwaltung morgen zur Abstimmung, den Betrag in gleichen Teilen für den DFC sowie für das Kunstrasenprojekt des 1. FC Viersen und den Stadionumbau am Hohen Busch (1. FC/LG Viersen) auszuschütten. Das wären gut 23.000 Euro zusätzlich für jeden.

"Das schließt unsere Finanzierungslücke zwar nicht, aber wir sind froh über jeden Euro", sagt Gründer. Zumal der Verein auch noch in Gesprächen mit mehreren Großsponsoren ist und auch auf weiteres Geld aus Patenschaften für Platzparzellen hofft. "Egal wie, wir müssen das Projekt irgendwie stemmen", gibt sich Gründer kämpferisch. Schließlich steht die Zukunft des Vereins auf dem Spiel.

Quelle: RP
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