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Was Macht Eigentlich...?
Der Pionier in Sachen Ironman aus Dülken

Was Macht Eigentlich...?: Der Pionier in Sachen Ironman aus Dülken
Viersen. Der heute 74-jährige Rolf Donners bestritt 1986 als erster heimischer Athlet den inzwischen legendären Triathlon auf der Pazifikinsel Hawaii. Heute ist er im Ruhestand, schreibt aber noch über seinen Lieblingssport. Von Paul Offermanns

Viersen Ziemlich genau 30 Jahre ist es jetzt her, da war Rolf Donners aus Dülken der erste heimische Starter beim inzwischen legendären Ironman-Triathlon auf Hawaii. Der heute 74-Jährige ließ sich 1986 bei den Ironman-World-Championship als "eiserner Mann" feiern nach 3,8 Kilometern Schwimmen im Pazifik, 180 Kilometern Radfahren durch die Lavawüste und 42,195 Kilometern Laufen. Auf der Marathonstrecke setzte er ungeahnte Kräfte frei. "Ich war wie im Rausch."

Das Adrenalin trieb ihn über die Ziellinie am Kailua Kona Pier auf Big Island. Mit einer Endzeit von 11:46:37 Stunden blieb er über seinen Erwartungen. "Es gab damals noch keine Quali für Hawaii", sagte er. Ein Jahr später war er wieder dabei und verbesserte sich auf 11:26:30 Stunden. Eine gute Grundlage für den Triathlon-Sport legte Donners beim Schwimmen: 1953 machte er als elfjähriger Knirps seinen Fahrtenschwimmer Pass. "Ich war stolz wie Oskar. Im Wasser fühlte ich immer sehr wohl. Da war ich meinem Element", erinnert sich Donners. Bei einem Wettkampf anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Viersener Schwimmverein gewann er die 100 Meter Freistil in der Jugendklasse. Damals auch dabei war der amtierende Deutschen Meister Paul Voell (SSV Rheydt), der im gleichen Jahr 1956 an den Olympischen Spielen von Melbourne (Australien) teilnahm.

Zusammen mit seinem jüngeren Bruder trainierte Donners fleißig im Viersener Hallenbad. Ihr Vorbild war der Viersener Ernst Küppers, Deutscher -und Europameister über 100 Meter Rücken bereits vor dem 2. Weltkrieg, 1928 in Amsterdam und 1932 in Los Angeles nahm er erfolgreich an den Olympischen Spielen mit zwei fünften Plätzen teil. "Der war unser Held", weiß Donners. Im Mai 1980 startete er für den TuS 04 Bayer Leverkusen bei den US-Schwimmmasters-Meisterschaften in Fort Lauderdale (Florida) über verschiedene Schwimm-Sprintstrecken - allerdings ohne große Erfolge. Die Konkurrenz mit zahlreichen Welt- und Olympiasiegern war einfach zu stark. Gelohnt hat sich die Reise dennoch, denn dort erfuhr er über ein amerikanisches Schwimmmagazin vom Ironman-Triathlon auf Hawaii, den damals der spätere sechsfache Ironman-Sieger Dave Scott gewann.

"Das weckte mein Interesse. Ich ahnte, dass es etwas gab, für das bei mir die Zeit gekommen war. Triathlon, das war für mich eine neue Herausforderung", erinnert sich Donners. 1982 nahm er Kontakt zum Nürnberger Manuel Debus auf, der als erster Deutscher 1982 auf Hawaii dabei war. Donners bereitete sich akribisch im Laufen (Marathon, 1981: 3:02), Radfahren und Schwimmen. Vor 25 Jahren versuchte er auch mal, sich beim Ironman-Europe in Roth für Hawaii zu qualifizieren, scheiterte jedoch, trotz Bestzeit von 10:53:47 Stunden. Vor 13 Jahren beendete er seine Triathlon-Karriere als Besucher der 25. Auflage des Ironman Hawaii. Im Ruhestand ist Donners, der sich mit Schwimmen, Joggen und Wandern fit hält, Mitarbeiter des Laufmagazins "Spiridon" - schließlich kennt er wie kaum ein anderer die Triathlon-Szene.

Quelle: RP
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