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Handball
Derby mit Nachspiel für TSV-Ultras

Handball: Derby mit Nachspiel für TSV-Ultras
Mit einer Konfetti-Kanone sorgten die TSV-Ultras zu Beginn des Derbys in der Werner-Jaeger-Halle für eine längere Spielunterbrechung. FOTO: Jörg Knappe
Nettetal. Weil sich einige seiner Fans beim Handball-Stadtduell in Lobberich daneben benommen haben, denkt der TSV Kaldenkirchen über Konsequenzen nach.

Das Nettetaler Stadtderby in der Handball-Verbandsliga zwischen dem TV Lobberich und dem TSV Kaldenkirchen hat für die Ultras Kaldenkirchen ein Nachspiel. Vor allem für ihr Verhalten im Umfeld des Spiels zog sich die Fangruppe aus Kaldenkirchen den Unmut vieler Lobbericher, aber auch Kaldenkirchener zu.

Wie die Polizei am Sonntag bestätigte, gab es im Vorfeld der Partie eine Sachbeschädigung an einem Auto. Deshalb rückten sogar vier Polizisten zur Werner-Jaeger-Halle aus. Auf der Suche nach dem Tatverdächtigen gingen sie in die Halle, stellten dort fest, dass einige Zuschauer stark alkoholisiert waren und entschieden sich, bis zum Ende der Partie vor Ort zu bleiben. Weil anschließend alles friedlich blieb, bewertete die Polizei den Einsatz als eher unspektakulär. Klar, dass das auf die unmittelbar Betroffenen anders wirken kann. Laut eines Besuchers, der auch einen Leserbrief zu den Vorfällen verfasst hat, hätten die Ultras sogar einen Mülleimer in Brand gesteckt und kaputte Flaschen in Toiletten geworfen.

Angesichts der pausenlosen Gesänge in der Werner-Jaeger-Halle, oft jenseits der Grenzen des guten Geschmacks, hätten viele Fußballer aus dem Grenzland allerdings nur müde mit den Schultern gezuckt. Oft sind sind es bei ihnen Jugendliche und junge Erwachsene, die sich lange vor Spielbeginn treffen, nicht selten Alkohol konsumieren und dann zu den Spielen pilgern. Sie gehören vielerorts, auch bei niederklassigen Mannschaften, schon zum Alltag. Für die heimischen Handballer ist das in der Form allerdings eine neue Erfahrung. "Im Handball haben wir so etwas noch nicht erlebt. Da sind die Fans dazu da, die eigene Mannschaft zu unterstützen. Die waren keine Hilfe für unsere Jungs. Mir ging das zu weit", sagte Kaldenkirchens Abteilungsleiter Friedbert Janßen.

Seit etwa einem Jahr sind die Ultras, die ihren Ursprung im Fußball haben, beim Handball mit dabei. Von Ausnahmen abgesehen, hätten deren Mitglieder nichts mit der Handball-Abteilung zu tun. Sie führen auch mit zu Auswärtsspielen, aber da hätten die TSV-Verantwortlichen sie im Griff. Janßen tauschte sich nach eigenen Angaben noch am Samstag mit den Verantwortlichen des TV Lobberich aus. "Wir Vereine verfassen gemeinsame Anträge an die Stadt. Wir haben nichts gegeneinander. Die Rivalität auf dem Feld ist normal, aber das hat nichts mit solchen Krawallmachern zu tun", sagte Janßen. Heute tagt der Gesamtvorstand des TSV, dort will Janßen das Thema ansprechen. Für Samstag hat er eine Sondersitzung des Abteilungsvorstandes anberaumt. "Wir müssen entscheiden, wie drastisch wir damit umgehen", sagte Janßen. Von den Verantwortlichen des TV Lobberich war gestern niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

(ben-/wiwo)
 
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