| 00.00 Uhr

Wolfgang Schleser
"Eine große Last ist abgefallen"

Wolfgang Schleser: "Eine große Last ist abgefallen"
Nach dem 4:4 in Wuppertal war die Erleichterung über den Landesliga-Klassenverbleib bei Spielern und Verantwortlichen der VSF Amern groß. FOTO: David Beineke
Viersen. Nach dem positiven Ausgang der Relegation glaubt der Abteilungsleiter der VSF Amern an eine gute Zukunft für die Landesliga-Fußballer. Von David Beineke

Herr Schleser, wie ist der Klassenverbleib nach dem 4:4 in Wuppertal noch gefeiert worden?

Schleser Wir haben uns im Vereinsheim getroffen. Die Mannschaft hat den Fans und allen, die sich mit uns gefreut haben, Grill-Würstchen spendiert, wir vom Verein die Getränke. Es wurde ausgelassen gesungen und getanzt, es gab alles, was zu so einer Feier dazu gehört. Das war eine richtig schöne Veranstaltung, man hat den Spielern angemerkt, dass eine große Last von ihnen abgefallen ist.

Haben Sie schon mal einen ähnlich verrückten Spielverlauf wie in Wuppertal live miterlebt?

Schleser Ich habe ja selbst Fußball gespielt und schon viel mitgemacht. Es gab es viele tolle Momente, bei denen ich mitgefiebert habe und die in Erinnerung geblieben sind. In dieser Saison zum Beispiel das Pokalspiel gegen den MSV Duisburg. Doch ich muss zugeben: Die beiden nervenaufreibenden Relegationsspiele dürften mich schon ein paar Monate meines Lebens gekostet haben.

Haben Sie irgendwann mal den Glauben daran verloren, dass die Mannschaft den nötigen Punkt holt?

Schleser Nach dem 1:3 habe ich angefangen zu rechnen, welches Ergebnis uns bei einer Niederlage noch die besten Chancen erhalten würde. Dass die Jungs dann noch mal so zurückkommen würden, damit habe ich dann aber wirklich nicht gerechnet. Aber am Ende konnten sie noch eine Schüppe drauflegen, während Wuppertal abgebaut hat.

Eine fitte Mannschaft ist auch ein Verdienst des Trainers. Wie hoch ist der Anteil von Rainer Bruse an dem positiven Saisonausgang?

Schleser Rainer macht ein Training auf höchstem Niveau, deswegen stimmt die Kondition. Was die Relegation anbelangt, brauchten die Spieler sicher keine besondere Motivation. Rainers Verdienst muss man über die ganze Saison sehen. Als die Mannschaft an einem Tiefpunkt angekommen war, hat er die richtigen Maßnahmen ergriffen, um ihr den Druck zu nehmen. Er hat kritische Worte gefunden, ohne sich selbst auszunehmen. Außerdem hat er sich nie hängenlassen. Damit hat er es geschafft, in der Rückrunde noch mal das Beste herauszuholen.

Wie hätte ein Abstieg den Verein getroffen?

Schleser Am Tiefpunkt der Rückrunde haben wir den Spielern nicht umsonst gesagt, dass ein Abstieg keine Katastrophe wäre, damit sie die Köpfe frei bekommen. Die Landesliga ist für uns nicht lebenswichtig, bei einem Abstieg wären keine Köpfe gerollt. Aber es gilt auch die alte Weisheit: Es ist leichter die Liga zu halten, als aufzusteigen. Natürlich spielen wir nächste Saison lieber in der Landesliga.

Bedeutet ein Abstieg nicht automatisch ein geringeres Budget?

Schleser Wir haben schon länger auch für die Bezirksliga geplant. Unser Budget war unabhängig von der Liga, denn wer in der Bezirksliga oben mitspielen will, der braucht genauso viel Geld. Wir haben das Glück, dass unsere Unterstützer alle aus Amern kommen und sehr mit dem Verein verbunden sind. Die machen ihr Engagement nicht alleine von der Spielklasse abhängig.

Kann Dennis Sobisz als Trainer Bruses große Fußstapfen ausfüllen?

Schleser Ich denke schon. Dennis ist Ur-Amener und kennt die Mannschaft gut. Er wird keine Kopie von Rainer, er findet seinen eigenen Weg. Der Fußball ist schnelllebig. Wenn es eine neue Entwicklung gibt, die zu Amern passt, wird Dennis sie sicher ausprobieren.

Werden sie Rainer Bruse irgendwie in Amern einbinden?

Schleser Er will zunächst eine Pause machen, danach würden wir uns natürlich freuen, wenn er bei uns offiziell mitarbeiten würde. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass er bei einem anderen Verein eine neue Herausforderung als Trainer sucht. Angebote wird es genug geben.

Was erwarten Sie nächste Saison von der Mannschaft?

Schleser Wir gehen sicher wieder mit einem der kleinsten Etats ins Rennen und müssen über den Teamgeist kommen. Die Mannschaft hat in der Rückrunde gezeigt, was sie kann. Die Relegation muss es jedenfalls nicht noch mal sein.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Wolfgang Schleser: "Eine große Last ist abgefallen"


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.