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Englische Wochen forden die Amateure

Lokalsport: Englische Wochen forden die Amateure
Am Sonntag standen für Viersen (rote Trikots) gegen Repelen noch harte Zweikämpfe an, schon heute geht's in Sonsbeck weiter. FOTO: Tom Ostermann
Kreis. Die Landesliga- und Bezirksliga-Fußballer aus dem Grenzland stecken in ihren ersten englischen Woche der neuen Saison. Es folgen aber noch weitere. Die zusätzliche Belastung erfordert besondere Maßnahmen und genaue Planung. Von Stephan Mangels und Wiltrud Wolters

Direkt nach dem Abpfiff am vergangenen Sonntag richtete Dennis Sobisz den Blick schon wieder auf das nächste Spiel. "Jungs, zieht euch die Trikots aus und ein T-Shirt an, trinkt einen Schluck und dann kommt ihr wieder raus", sagte der Trainer der VSF Amern. Die erste englische Woche dieser Spielzeit erfordert besondere Maßnahmen, denn bereits heute Abend stehen in der Landesliga und in der Bezirksliga die nächsten Pflichtspiele an. Innerhalb kürzester Zeit müssen die Kicker, die tagsüber ganz normal arbeiten gehen und studieren, die Belastung aus den Beinen schütteln und den Kopf für die nächste Aufgabe freibekommen. Und weder in Amern, noch in Nettetal, Viersen, Bracht, Dilkrath, Süchteln oder Waldniel dürfte die durch Per Mertesacker berühmt gewordene Eistonne Standard sein.

Die Eistonne, ein Kältebad bei Wassertemperaturen von 10 bis 15 Grad, soll die schnelle Regeneration fördern. Die Kälte steigert die Durchblutung und sorgt so für einen zügigeren Abtransport der sauren Stoffwechselprodukte, die sich nach sportlicher Anstrengung in der Muskulatur ansammeln. Darüber hinaus werden die Entzündungsreaktionen gemildert. Der Muskelkater fällt weniger heftig aus. In Ermangelung der Eistonne ging es für Amerns Landesliga-Fußballer zum Auslaufen. 15 Minuten, mit der Stoppuhr überwacht von Co-Trainer Michael Moll. Anschließend kümmerten sich zwei Fachleute darum, Verhärtungen aus den Waden zu kneten und verspannte Muskeln wieder locker zu bekommen. "Das muss man schon machen", meinte Sobisz.

Dennis Sobisz setzt auf Auslaufen und Massage. FOTO: Archiv

Die Trainingseinheiten zum Wochenanfang standen ebenfalls im Zeichen der Regeneration, aber auch der taktischen Ausrichtung auf den kommenden Gegner. Die VSF erwarten Viktoria Goch. Union Nettetal spielt gegen den VfL Rhede. Dagegen hat der 1. FC Viersen das Pech reisen zu müssen. Die Viersener treten bereits um 19.30 Uhr beim SV Sonsbeck an, das erfordert noch mehr Organisation. Rund 60 km beträgt die einfache Wegstrecke zwischen Viersen und Sonsbeck. Im Bus ist man sicherlich 90 Minuten pro Strecke unterwegs. Entsprechend früh muss der rot-weiße Tross aufbrechen. Arbeitgeber müssen den Spielern unter Umständen die eine oder andere Arbeitsstunde schenken. Nach dem trainingsfreien Montag bat Kehrberg gestern zum Abschlusstraining für die heutige Partie. "Da werden wir das Spiel gegen Repelen aufbereiten und uns auf Sonsbeck vorbereiten. Viel Zeit bleibt ja nicht", erklärte Kehrberg.

In der Bezirksliga steht der ASV Süchteln vor der schweren Aufgabe gegen Primus VfL Tönisberg. Trainer Heinrich Losing braucht sich nicht um die Physis sorgen, da sein Team bereits am Freitag spielte und die Spieler so zwei Tage länger regenerieren konnten. Ihn treibt die Aufstellung viel mehr um, denn in Florian Meier, Prokopios Armen, Simon Schwarz, Eric Tappiser und dem gesperrten Martin Banasch fehlen zahlreiche Akteure.

Das Team von Heinrich Losing konnte länger regenieren. FOTO: Archiv

Dilkraths Trainer Rainer Bruse will die Belastung der englischen Woche nicht überbewerten: "Die Probleme haben alle. Wir haben am Montag entsprechend trainiert", erklärte er. Dabei stand bei den Schwalmtalern die taktische Ausrichtung vor der Partie beim TSV Wachtendonk-Wankum auf dem Zettel. "Wir müssen den Weg der kleinen Schritte gehen. Es wird schwierig, aber die Mannschaft ist lernbegierig", sagte Bruse.

Quelle: RP
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