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Wassersport
Entwicklungshelfer in Sachen Segeln

Viersen. Der Viersener Erik Aldinger kümmert sich bei verschiedenen großen Regatten um die Segelyachten der Profisegler. Von Wiltrud Wolters

Erik Aldinger ist ein Kind des Wassers. Sein Metier sind die großen Yachten und Segelschiffe. Der Mann liebt den Wettkampf, und er kümmert sich als Crewmitglied darum, bei Welt- und Europameisterschaften oder beispielsweise beim Fastnet-Race, der berühmten Segelregatta vor der englischen Küste, möglichst schnell über die Runden zu kommen. "Wir wollen immer gewinnen. Es klappt aber nicht immer", sagt der 53 Jahre alte Viersener.

Erik Aldinger ist bei den großen Regatten in verschiedenen Teams regelmäßig auf der Nord- oder der Ostsee unterwegs. "Früher war ich jedes Wochenende auf dem Wasser. Jetzt fahre ich nur noch bei den großen Regatten mit", sagte Aldinger. Die Maas oder der Baldeneysee, das sei für ihn als aktiver Segler eher Spielerei, meint er. Gleichwohl kennt er sich auch dort gut aus, denn Aldinger kümmert sich mit seiner Firma Aldinger Yachting darum, Boote zu reparieren. Über den Winter macht er rund 15 Boote wieder flott. Gleichzeitig bietet er in Viersen ein Winterlager für Boote an.

Seine große Leidenschaft ist es, Tricks und Kniffe auszuprobieren und anzuwenden, um die Boote schneller zu machen. "Ich optimiere den Dampfer ein wenig", meint er. Aldinger tüftelt an der Struktur von Seilen, Leinen oder Schoten, um sie beispielsweise so zu gestalten, dass die Segel schneller eingeholt werden können. In seiner Werkstatt an der Vorsterstraße in Viersen arbeitet er vor allem mit Teakholz, Glasfaser und Carbonfasern oder -gewebe. Der Rumpf, so berichtet er, müsse möglichst glatt sein und wenig Widerstand liefern. "Es geht darum, auf dem Wasser leicht und schnell zu sein und möglichst über das Wasser zu schweben. Man darf dabei aber auch keine hastigen Lenkbewegungen am Steuer machen", sagt er.

Die Liebe zum Wasser entdeckte Aldinger schon früh. "Wir waren immer sechs Wochen an der Ostsee. Ich habe alle Wassersportarten ausprobiert", sagt Aldinger. Beim Segeln blieb er hängen. Und das seit rund 30 Jahren. Das blieb auch so, als die Liebe den in der Nähe von Hamburg geborenen Aldinger vor 16 Jahren nach Viersen verschlug. "Ich bin als Entwicklungshelfer hier gelandet", sagt er mit einem Schmunzeln im Gesicht. Als Entwicklungshelfer in Sachen Segeln.

"Die Freiheit auf dem Wasser genießen, das ist das Besondere am Segeln", sagt Aldinger. Nach wie vor fasziniert es ihn, bei den Langstreckenregatten vier oder fünf Tage mit zehn oder 15 Crewmitgliedern auf engstem Raum gemeinsam auf dem Boot zu verbringen und um den Sieg zu kämpfen. "Jeder hat auf dem Boot seine Aufgabe und wenn er fertig ist, hilft er den anderen. Man muss schon fit sein und ein bisschen Kondition haben" sagt er. Vier Stunden Dienst und vier Stunden Ruhe seien rund um die Uhr angesagt, wenn es drauf ankommt und beispielsweise die Segel eingeholt werden müssen, seien alle gefragt. "Es ist einfach toll, bei den Regatten mit so vielen Booten auf dem Wasser zu sein", sagt er.

Quelle: RP
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