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Lokalsport
"Es waren fast schon zu viele Eindrücke auf einmal"

Viersen. Grand-Slam-Turniere, EM- und DM-Titel, Bundesliga-Debüt: Tennistalent Tim Sandkaulen (18) hat viel erlebt. Von Tim Sandkaulen

Spektakulär. Mit diesem Wort ist mein Jahr 2015, glaube ich, richtig beschrieben. Ich habe so viel erlebt und so viele Eindrücke gesammelt, dass ich jetzt gar nicht das EINE Highlight nennen kann. Was ich aber sagen kann, ist, dass dieses letzte Jahr bei den Junioren mich absolut darin bestätigt hat, auf dem richtigen Weg zu sein, was meinen Traum vom Profitennis angeht.

Das Jahr hatte für mich mit einer unfassbaren Reise begonnen. Drei Wochen Australien, die Australien Open, mein erstes Grand-Slam-Turnier. Allerdings habe ich dort zunächst bei einem Vorbereitungsturnier nicht gut gespielt. Ich muss zugeben, dass ich ein bisschen Schiss hatte. Doch dann habe ich sofort den an zwei gesetzten Brasilianer Orlando Luz geschlagen. Im Grunde hat mich dieser Sieg durch das ganze Jahr getragen. In engen Situationen habe ich immer an das Spiel zurückgedacht. Denn es hatte mir gezeigt, dass ich mithalten kann.

In Australien habe ich auch gleich meine Nervosität abgelegt und gelernt, mich bei einem Grand-Slam-Turnier unter all den Stars richtig zu bewegen. Du willst ja in der Umkleidekabine nicht wie ein Fan rüberkommen. Da hieß es: cool bleiben! Aber ich denke, dass ich es geschafft habe, mich immer auf meine Aufgabe zu fokussieren. Und die Profis nehmen dich eigentlich ganz natürlich als einen der Ihren auf.

In den Sommermonaten ging es dann für mich Schlag auf Schlag. Das Doppel-Halbfinale bei den French Open, Wimbledon, der Doppel-Titel bei der Junioren-EM, zwischendurch das Bundesliga-Debüt bei den Herren des Gladbacher HTC: Das waren fast zu viele Eindrücke auf einmal. Doch die EM-Goldmedaille als Nationalmannschaftsmitglied und der erste Bundesliga-Einsatz waren schon etwas Besonderes. Gerade über das Vertrauen, dass ich von GHTC-Teamchef Henrik Schmidt und Chefcoach Patrice Hopfe erhalten habe, hat mich unglaublich gefreut.

Neben meinen Eltern war Bundestrainer Peter Pfannkoch dieses Jahr eine wichtige Bezugsperson für mich. Er hat mich zu vielen Turnieren begleitet, so dass zuhause alle wussten, dass ich gut aufgehoben bin. Ganz wichtig für meinen Erfolg war aber auch die Entscheidung im Jahr 2014, auf eine private Schule in Mannheim zu wechseln, an der ich 2016 mein Abi machen werde. Trotz der erhöhten Trainingsumfänge bin ich gut mit den schulischen Verpflichtungen zurechtgekommen.

Nachdem es am Ende auch noch mit zwei Junioren-DM-Titeln in der Halle geklappt hatte, war ich physisch und metal schon platt. Ich kann mich jetzt in die Profis hineinversetzen, die auch nicht viel mehr Turniere spielen als ich 2015. Zu Ende gegangen ist das Jahr wie immer beim Allround-Cup, meinem Heimturnier. Diese Tage habe ich im Kreise der Familie besonders genossen, denn viel habe ich sie 2015 nicht gesehen. Da war ich mehr unterwegs als zuhause.

Quelle: RP
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