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Kampfsport
Folgmann holt EM-Titel in Sofia

Sofia/Nettetal. Die Taekwondoka von der TG Jeong Eui Nettetal besiegte im U21-Finale eine Deutsche. Von Paul Offermanns

Das hat es im Grenzland in der Sportart Taekwondo noch nie gegeben: Madeline Folgmann von der TG Jeong Eui Nettetal hat einen internationalen Titel geholt, bei den U21-Europameisterschaften im bulgarischen Sofia siegte sie in der Klasse bis 53 Kilogramm. Nach fünf packenden Kämpfen setzte sie sich in einem starken Teilnehmerfeld durch. Nachdem ihr Titelgewinn feststand, drehte sie eine Ehrenrunde mit der wehenden Deutschlandfahne.

"Das war für mich ein absoluter Gänsehautmoment. Diese Emotionen, die bei mir frei wurden, sind unbeschreiblich", erzählte die Sportstudentin über diesen Moment. "Wenn die Nationalhymne erklingt und du weißt, sie wird für dich gespielt, ist das einfach nur der Wahnsinn, das kann ich gar nicht in Worte fassen." Die 20-Jährige gehörte nach ihren jüngsten Erfolgen und Platz vier in der Weltrangliste zu den Mitfavoritinnen auf den Titel. "Damit verbunden war für mich eine starke Erwartungshaltung - aber auch vom Deutschen Team", sagte die Brempterin. Den ersten Kampf gewann sie gegen Eleni Papageorgiou (Zypern) locker mit 15:8 Punkten. In der zweiten Runde wurde es für Madeline Folgmann gegen die Christianna Tyrologou (Griechenland) ein harter Kampf, am Ende zog sie mit 13:7 ins Viertelfinale ein. Dort landete sie dann die große Überraschung: Sie besiegte die Olympiazweite von Rio den Janeiro, die Serbin Tijana Bogdanovic. Sie trieb ihre Gegnerin am Kampfende vor sich her. Die konnte gar nicht anders, wich aus dem Feld und kassierte den endscheidenden Minuspunkt zum 10:10, aber auch zur Disqualifikation. Die serbische Delegation legte Einspruch ein. Sie waren der Meinung, Madeline Folgmann hätte geschoben, was sie im erlaubten Rahmen auch getan hatte. Dem Protest wurde nicht stattgegeben, eine Medaille war ihr sicher.

Im Halbfinale traf sie auf Alena Mironyuk (Russland) und erkämpfte ein 5:5-Unentschieden. Der Golden Point brachte die Entscheidung zugunsten von Madeline Folgmann mit einem untergelegten Kick. Im Finale traf sie auf ihre deutsche Landsfrau Ela Aydin (Dachau). "Nationale Duelle haben auf dieser Ebene natürlich immer ihren besonderen Reiz und auch ihre Dramatik", sagte TG-Trainer Björn Pistel. Die beiden Bundeskader-Kämpferinnen hatten sich schon bei der U21-DM im Vorjahr gegenüber gestanden, als die Dachauerin den Sieg für sich verbuchte.

Beide Athletinnen versuchten, mit starken Push Kicks zu punkten. Aber Folgmann bestimmte den Kampf, wich geschickt den Angriffen ihrer Gegnerin aus und setzte sofort nach. Zwei Fauststöße als Konter gesetzt brachten Brempterin mit 3:1 auf die Siegesspur. "Normal gehören die Fauststöße nicht zu meinen Stärken", sagte sie. "Aber sie kamen so gut, dass ich sie immer wieder einsetzen konnte." Das Duell Deutschland gegen Deutschland ging am Ende deutlich mit 16:2 für Madeline Folgmann aus.

Quelle: RP
 
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