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Lokalsport
Hochspringer aus fünf Kontinenten

Lokalsport: Hochspringer aus fünf Kontinenten
FOTO: Busch Franz-Heinrich sen.
Viersen. Eike Onnen aus Hannover gewann das 22. Hochsprungmeeting auf der Löh. Die Rekordhöhe wankte zwar leicht, fiel aber nicht. Von Paul Offermanns

Eike Onnen stand am Ende des 22. Internationalen Hochsprungmeetings der LG Viersen auf der Löh mit übersprungenen 2,30 Metern als überlegener Sieger fest. Über 700 Zuschauer feierten den 33-jährigen Hannoveraner, den ältesten Teilnehmer des Viersener Hochsprungfeldes. Die Musik dröhnte dem Publikum in den Ohren. Die Springer ermunterten die begeisterten Zuschauer, ihre Höhen auch noch mit Klatschen anzupeitschen. Der Deutsche Meister ließ die Anfangshöhe von 2,05 Metern, 2,10 und 2,18 Meter aus und stieg erst bei 2,22 Metern ein. "Es klappte heute ganz gut, ich bin sehr zufrieden mit meiner übersprungenen Höhe als Sieger", sagte EM-Dritte von Amsterdam, der in der vergangenen Woche in Eberstadt noch 2,32 Meter übersprungen hatte. Er ließ die Latte in Viersen gleich auf 2,35 Meter legen - statt auf die neue Rekordhöhe von 2,32 Metern (Meetingrekord seit 2006: Giulio Ciotti mit 2,31 Metern). Das wäre ein Meeting-Rekord mit dem Prädikat "Weltklasse" geworden. "Das wäre ein Ding, wenn das geklappt hätte. Danach hätte Detlef Vieth nicht mehr schlafen können", sagte schmunzelnd Moderator Detlef Geis, der sich wie kaum ein anderer in der Hochsprungszene auskennt. Der erste Versuch von Eike Onnen war ein erstes Gewöhnen an die Höhe, der zweite war eng und ers dritte Versuch äußerst knapp gerissen. "Das ist eine Kraftsache. Und ich will weiter nach oben", sagte er, mit einer Bestleistung von 2,34 Metern. Und er meinte beim Blick auf die Olympischen Spiele in Rio: "Wichtig ist, dass ich da die Qualifikationshöhe von 2,29 Metern überstehe." - "Er hat seine persönlichen Ziele. Auf den Wunsch des Veranstalters geht er nicht ein - wie hier bei uns die 2,32 Meter anzugehen", sagte Meetingdirektor Detlef Vieth, der auch mit den übersprungenen 2,30 Metern von Onnen mehr als zufrieden war.

Eigentlich wäre Vieth schon mit den 2,25 Metern, die Onnen, der Schotte Allan Smith und der Mexikaner Edgar Rivera übersprungen hatten, mehr als zufrieden gewesen. "Ich habe meine Höhe, jetzt kann ich nach Hause gehen", sagte er schmunzelnd. Die Frauen-Bundestrainerin Brigitte Kirschilgen, fand bei Onnen: "Eike hat es heute noch einmal gezeigt, dass er große Höhe springen kann." Sie stellte aber auch fest, dass viele von den Springern müde aussahen: "Sie sind jetzt bestimmt froh, dass sie nach Hause können und sich bis zu den Olympischen Spielen ausruhen dürfen."

Eike Onnen aus Hannover gewann den Wettbewerb mit gemeisterten 2,30 Meter. Danach ließ er 2,35 Meter auflegen. Das wäre Meetingrekord gewesen. Die Höhe schaffte er aber nicht. FOTO: Busch

Wenn schon nicht der Meetingrekord fiel, gab's eine andere Bestmarke. "Wir haben bisher noch nie bei unseren Meetings Springer aus fünf Kontinenten am Start gehabt", sagte Vieth ganz stolz. Das war nur möglich, weil der Vorjahressieger, der Pole Sylwester Bednarek, wegen einer Verletzung nicht am Start war. Er wollte seine Teilnahme in Rio nicht riskieren. Dafür war der Kameruner Fernand Djoumessie (11., 2,10 m) nachgerückt. Der zweite Deutsche Vertreter, Mateusz Przybylko, musste nach dem ersten Versuch verletzungsbedingt den Wettkampf beenden.

Was in Viersen besonders auffiel, dass gleich vier Springer an 2,18 Meter scheiterten. "Das habe ich bislang selten erlebt, dass gleich so viele Springer hier ausfallen", sagte Geis. Viersens Bürgermeisterin Sabine Anemüller war hellauf begeistert von der Atmosphäre dieser Veranstaltung: "Es gibt nicht nur Fußball in der Stadt, sondern auch Leichtathletik auf höchstem Niveau." LGV-Vorsitzender Elmar Orta hob die Qualität des diesjährigen Meetings besonders hervor: "Wann sind einmal neun Teilnehmer hier am Start, die sich bereits für Olympia in Rio qualifiziert haben?"

Quelle: RP
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