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Hockey
"Ich habe am Anfang viel geweint"

Hockey: "Ich habe am Anfang viel geweint"
Anna-Katharina Groschinski, genannt Annaka, spielte schon Hockey für den Gladbacher HTC und Club Raffelberg in Duisburg sowie für Concordia Roermond. Jetzt ist sie für die American University of Washington im Einsatz. FOTO: KN
Niederkrüchten. Annaka Groschinski aus Niederkrüchten spielt seit dem Sommer für die American University Washington Von Wiltrud Wolters

Nach den ersten aufregenden Monaten in Washington genießt Annaka Groschinski den Jahreswechsel im heimischen Niederkrüchten-Heyen. Megagut und megastressig sei es in Washington, meint die Hockeyspielerin. "Mir gefällt es sehr gut, aber es ist auch schön, zu Hause bekocht zu werden", sagt Groschinski. Seit dem Sommer schwingt Groschinski den Hockeyschläger für die Mannschaft der American University of Washington. Der Sport und das Studium, gepaart mit dem Leben - so ganz alleine - im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, das war zu Beginn eine gigantische Herausforderung für die junge Frau. "Ich weine sonst nie. Aber da habe ich am Anfang viel geweint. Die Selbstständigkeit, Hockey, die Schule und das Heimweh. Das war nicht so einfach", berichtet Groschinski. Mittlerweile ist die 18-Jährige angekommen. "Es ist für mich selbst schön, zu erleben, dass ich das alles hinbekomme", sagt sie.

Ihr Tagesablauf hat wenig mit den Klischees eines entspannten Studentenlebens gemein. Die Tage sind klar strukturiert. Um 6 Uhr klingelt der Wecker. Eine halbe Stunde später muss sie in der Umkleide sein. Von 7 bis 10 Uhr ist Training angesagt. Danach folgen die Kurse an der Uni. An den Wochenenden stehen in der Saison ein bis zwei Spiele auf dem Programm, angesichts der Entfernungen kommen die Reisetage hinzu. Die erste Spielzeit verlief "eigentlich gut", so Groschinski. "Wir haben in der Patriot League das Finale gegen Boston verloren und sind dadurch nicht weitergekommen", sagt sie. Für sie, die immer nur gewinnen will, bedeuteten die ersten Spiele eine Umstellung. "Es ist ein anderes Spielsystem. In Deutschland wird hintenrum gespielt. In den USA wird durch die Mitte geschlagen. Da laufen die Angreifer anders und die Verteidiger stellen sich anders. Daran musste ich mich gewöhnen", erklärt sie.

Ebenso wie an die Intensität. "Ich habe jetzt Muskeln an Stellen, von denen ich gar nicht wusste, dass da Muskeln sind. In Sachen Fitness ist das Training auf jeden Fall anspruchsvoller und anstrengender als in Deutschland. Wir arbeiten zum Beispiel zwei Mal in der Woche mit Gewichten und wir machen immer unterschiedliche Sachen", berichtet Groschinski. Im Frühjahr will sie nun daran arbeiten, sich weiter zu verbessern. "Ich muss tiefer bleiben. Als Verteidiger ist es wichtig, dass das Brett auf dem Boden bleibt. Außerdem muss mein Schlag besser werden", berichtet sie. Das ist der Auftrag der Coaches. Sie achten aber nicht nur darauf, dass ihre Schützlinge sich im Hockey verbessern, sondern habe auch ein wachsames Auge auf die Leistungen an der Uni, denn auch sie fließen in ein Ranking ein. Sobald die Schülerinnen im Team den gewünschten Schnitt nicht erreichen, müssen sie in Zusammenarbeit mit einem Advisor nachweisen, das sie an einer Steigerung arbeiten. Groschinski hat damit kein Problem. Sie verfolgt auch nach den ersten Kursen weiterhin das Ziel, sich auf International Law zu spezialisieren.

Quelle: RP
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