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Lokalsport
Mangelnde Konstanz beim 1. FC Viersen

Viersen. Die zurückliegende Saison war für die Viersener die schlechteste seit dem freiwilligen Rückzug in die Fußball-Landesliga im Jahr 2012. Als Lehre daraus stellt sich der Verein vom Hohen Busch personell breiter auf. Von David Beineke

Immerhin, zum Saisonabschluss gab es für den 1. FC Viersen in der Fußball-Landesliga noch mal ein Erfolgserlebnis. Doch das 3:1 beim SV Straelen war allenfalls ein wenig Kosmetik. Es konnte auch nichts daran ändern, dass der Traditionsclub unter dem Strich die schlechteste Saison seit dem freiwilligen Rückzug aus der damaligen Niederrheinliga (heute Oberliga Niederrhein) im Jahr 2012 gespielt hat. "Damit kann ich natürlich nicht zufrieden sein. Das ärgert mich kolossal", sagt Coach Willi Kehrberg mit Blick auf 43 Punkte und Platz zehn in der Endabrechnung.

Doch trotz des Ärgers bleibt der Trainerroutinier ebenso gelassen wie die Vereinsführung. "Ich kann den durchwachsenen Saisonverlauf begründen", betont Kehrberg. Das Hauptproblem der Viersener: Sie schafften es in keiner Phase der Saison, Konstanz in ihre Leistungen zu bekommen. Immer wenn es so aussah, als sei eine Wende zum Besseren geschafft, erfolgte kurz Zeit später ein deftiger Rückschlag.

Ein gutes Beispiel ist die Phase in der Hinrunde nach dem überzeugenden 4:0-Heimsieg, nach dem es sogar noch so aussah, als könnten die Viersener im oberen Drittel mitmischen. Dann folgten aber drei Unentschieden gegen potenzielle Abstiegskandidaten und eine Niederlage in Rhede. Als dann der Derbysieg in Nettetal gelang, schien der Negativtrend gestoppt. Aber es folgten eine unglückliche Heimniederlage gegen Kleve und zwei weitere sieglose Spiele. Der Hinrundenabschluss mit einem Heimerfolg gegen Hönnepel beruhigte die Nerven zwar etwas, doch im neuen Jahr wurde es nicht wirklich besser. Hatte es im ersten Saisonabschnitt mit 23 Zählern noch zu Rang acht gereicht, belegte Viersen in der Rückrunde mit 20 Zählern nur Platz 13. Immerhin war der 1. FC dann zur Stelle, wenn es drohte, auch nach unten noch mal eng zu werden. In wirkliche Abstiegsgefahr geriet die Mannschaft nie. "In der Rückrunde standen mir nur 16 Spieler zur Verfügung. Teilweise fehlten mir elf Spieler, mit denen ich in die Saison gestartet war", erklärt Kehrberg, "deswegen gibt es an unserem Auftreten in der Rückrunde auch nichts zu meckern. Allerdings haben wir neun unnötige Punkte liegenlassen."

Personell kamen die Viersener in der Tat kaum zur Ruhe. Los ging es kurz vor Ende der Hinrunde, als sich andeute und später auch bestätige, dass sich der unzufriedene Tayfun Yilmaz und der Langzeitpatient Paul Pötzsch in Richtung Odenkirchen verabschieden wollten. Dann stellte sich auch noch die als Verstärkung gedachte Verpflichtung von Michel Enger als Irrtum heraus, er ging im Winter nach Tönisberg. Dafür kamen zwar Nico Königs (1. FC Mönchengladbach) und Sean Herrmann (Tönisberg), doch nach dem Jahreswechsel war die Mannschaft immer wieder von schweren und langwierigen Verletzungen gebeutelt (zum Beispiel Jansen, Meurer), auch berufliche Gründe sorgten häufig für Ausfälle (etwa Gerdes, Beckers). In der Endphase der Saison kam dann Unruhe auf, als nach und nach herauskam, dass etliche Leistungsträger den Verein verlassen (Wiegers, Kleinen, Bonsen, Ballis), selbst wenn sie schon ihr Bleiben schon länger zugesagt hatten (Kobe, Königs), oder aus anderen Gründen nicht weitermachen wollten (Gerdes, Sayici).

"Das war eine Übergangssaison, aus der wir die Lehre gezogen haben, dass wir uns breiter aufstellen müssen", sagt Trainer Willi Kehrberg. So werden sich die Zuschauer im Team der kommenden Saison an viele neue Gesichter gewöhnen müssen. Neben den bislang schon gemeldeten wurden jüngst noch der 19 Jahre alte Niederländer Glenn Gyzen von VVV Venlo für die Abwehr und der 20 Jahre alte US-Amerikaner Milahd Mansoori von Fortuna Sittard fürs Mittelfeld verpflichtet. 21 Spieler umfasst der Kader des 1. FC jetzt, einer könnte sogar noch dazukommen. Das hört sich nach jeder Menge Arbeit für Trainer Willi Kehrberg an, wenn die Vorbereitung am 3. Juli am Hohen Busch startet.

Quelle: RP
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