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Andreas Schwan
"Mehr Zug zum Tor, aber hinten dennoch kompakt stehen"

Viersen. Der neue Trainer des Fußball-Landesligisten Union Nettetal will die Spielanlage seines Teams verändern. Von David Beineke

Nettetal In seinem ersten Spiel als Nachfolger des am Dienstag entlassenen Trainers Chiquinho gewann Andreas Schwan am Mittwoch mit Union Nettetal im Kreispokal beim B-Ligisten SV Oppum mit 15:0. Vor dem Spiel am Sonntag in der Fußball-Landesliga bei Kalkum-Wittlaer sprach die RP mit dem 31 Jahre alten A-Lizenz-Trainer aus Nettetal über seine neue Aufgabe, die erste im Seniorenfußball überhaupt.

Herr Schwan, besser hätte Ihr Einstand nicht sein können, oder?

Schwan Das war ein sehr gelungener Auftakt. Vor allem, wenn man bedenkt, dass wir vorher nur eine Einheit zusammen hatten. Dementsprechend hatte ich auch nur wenig Zeit, um klar zu machen, was ich anders machen möchte. Das hat die Mannschaft gegen einen unterklassigen Gegner gut umgesetzt, hat nie nachgelassen und hat Spielfreude gezeigt.

Was konnten Sie der Mannschaft denn in der kurzen Zeit mit auf den Weg geben?

Schwan Mir war es wichtig, gleich in meiner ersten Trainingseinheit zu verdeutlichen, dass wir künftig mutiger nach vorne spielen wollen. Entsprechend habe ich gegen Oppum das System umgestellt und hinten mit einer Dreierkette und vorne mit zwei Stürmern spielen lassen. Mittelfristig ist es das Ziel, zwei Systeme spielen zu können, um flexibel auf den Gegner reagieren zu können. Aber das braucht Zeit. Wie wir am Sonntag spielen werden, kann ich noch nicht sagen.

Sie sind noch ein junger Trainer. Wie haben Sie reagiert, als die Anfrage von der Union kam?

Schwan Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich mit meiner A-Lizenz nicht für immer Nachwuchstrainer bleiben möchte, wobei mir die Arbeit am DFB-Stützpunkttrainer in Schiefbahn nach wie vor Spaß macht. Aber als die Anfrage aus Nettetal kam, war ich dann natürlich überrascht. Dann habe ich erst mal ein, zwei Tage gebraucht, um alles abzuklären. Auch mit meiner Frau, schließlich bin ich Vater einer einjährigen Tochter. Aber ich freue mich, dass der Verein mir dieses Vertrauen schenkt. Ich traue mir das zu 100 Prozent zu und will die Chance nutzen.

Haben Sie die Mannschaft denn schon mal spielen sehen?

Schwan Ja, zwei der drei bisherigen Heimspiele habe ich gesehen. Allerdings ohne das Wissen, die Mannschaft bald zu trainieren.

Wie hat die Mannschaft den Trainerwechsel am Dienstag aufgenommen?

Schwan Der Ablauf war so, dass sich Chiquinho zunächst verabschiedet hat, bevor ich mich dann vorgestellt habe. Ich habe allerdings nicht viel gesagt, weil ich schnell auf den Platz wollte, um zu zeigen, worauf es mir ankommt. Ich habe aber deutlich gemacht, dass mich die Vergangenheit nicht interessiert, dass jetzt ein Nullpunkt erreicht ist. Hinterher habe ich Einzelgespräche geführt und habe positive Rückmeldungen von den Spielern bekommen.

Sie haben schon gesagt, dass Sie mutiger spielen lassen wollen. Wie genau soll das aussehen?

Schwan Man kann es so umschreiben: Wir wollen mehr Zug zum Tor entwickeln, aber hinten dennoch kompakt stehen. Das in Verbindung mit zwei Systemen hinzubekommen, bedeutet viel Arbeit. Ich bin froh, dass der Verein mir signalisiert hat, mir die Zeit und das Vertrauen für diesen Weg zu geben. Meinem Trainerteam und mir ist es wichtig, auf diesem Weg auch die Spieler mitzunehmen und sie zu überzeugen. Ein Teil des Weges ist auch, künftig jungen Spielern aus der Region mehr Beachtung zu schenken und Talenten aus dem Verein Perspektiven aufzuzeigen.

Sind Sie mit dem aktuellen Kader zufrieden oder wird in der Winterpause noch mal nachgebessert?

Schwan Zum jetzigen Zeitpunkt ist das schwer zu sagen. Stand jetzt bin ich zufrieden, aber wenn ich im weiteren Verlauf der Hinrunde sehe, dass Änderungen nötig sind, müssen wir neu überlegen. Kein Kader ist ein Selbstläufer, mit dem man automatisch seine Ziele erreicht.

Quelle: RP
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