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Leichtathletik
"Muss einen Trainingsrückstand aufholen"

Viersen. Nach einem von Verletzungen geprägten Jahr will die Süchtelnerin Sarah Schmidt jetzt wieder durchstarten. Für die 800-Meter-Spezialistin wären ein Start bei der EM in Berlin ein Traum.

Viersen (off) Die Erfolge der Süchtelnerin Sarah Schmidt können sich wahrlich sehen lassen. Sie war 2014 und 2015 Deutsche U20-Meisterin, 2015 U20-Vize-Europmeisterin und Halbfinalistin der U20-Weltmeisterschaften 2014 über 800 Meter. 2015 wurd sie nach ihrer tollen 800-Meter-Zeit von 2:01,44 Minuten sogar schon als Kandidatin für Olympischen Spiele von Rio de Janeiro gehandelt, letztlich reichte es aber noch nicht zum ganz großen Wurf. Im Jahr darauf bekam sie in den USA ein Sport-Stipendium und verletzte sich und kam dann nicht mehr richtig in Fahrt. Um neue Impulse zu setzen, wechselte die 21 Jahre alte Medizin-Studentin Anfang 2017 vom LAZ Mönchengladbach zum Leichtathletikriesen TSV Bayer Leverkusen. Seitdem ist es allerdings sehr still um sie geworden. Über die Gründe dafür und ihre Zukunftspläne sprach RP-Mitarbeiter Paul Offermanns mit Sarah Schmidt.

Frau Schmidt, im vorigen Jahr war sportliche nicht viel von Ihnen zu hören. Wieso?

Schmidt Ich lief letztes Jahr in der Halle nur zwei Wettkämpfe und zog mir einen Muskelfaserriss in der Wade zu. Ärgerlich war die Disqualifikation bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Leipzig, als ich über 800 Meter beim Reinlaufen in die Bahn mit einem Fuß zwei Schritte zu früh auf der Linie auskam. Im Juni wurde dann noch festgestellt, dass ich einen Ermüdungsbruch am Fußbodenknochen und auch mit dem Mittelfuß Probleme hatte - eigentlich mit dem ganz rechten Fuß.

Und wie ging's dann anschließend weiter?

Schmidt Ich entschied mit meinem Trainer Sebastian Weiß, dann die Saison abzubrechen und meine Verletzung vernünftig auszukurieren.

2018 ist für sie also ein Neuanfang?

Schmidt Das könnte ich so sehen. Mein Ziel ist auf jeden Fall, in diesem Jahr kontinuierlich im Training zu bleiben. Anfang des Jahres war ich bereits im Trainingslager im portugiesischen Monte Gordo. Ich muss jetzt einen gewaltigen Trainingsrückstand aufholen, um wieder zu meiner alten Form zu kommen.

Sie haben doch sicherlich wieder große Ziele vor Augen?

Schmidt In der Halle laufe ich höchstens mal einen Wettkampf auf Training, um meinen momentanen Leistungsstand zu testen. Im Sommer will ich wieder zu den Deutschen Meisterschaften und natürlich wieder in der deutschen Spitze vorn mitlaufen.

Was ist mit der EM in Berlin?

Schmidt Das wäre schön dabei zu sein - und dann noch im eigenen Land. Dafür müsste alles passen. Und ich müsste im Bereich meiner Bestzeit von 2:01,44 Minuten laufen. Da muss ich nun wirklich abwarten, wie sich das nach meiner Verletzung alles so entwickelt. Die Konkurrenz ist in Deutschland sehr stark mit einer großen Leistungsdichte. Da muss ich mir zuerst einmal wieder einen vorderen Platz erkämpfen.

Gehören Sie noch einem Kader des Deutschen Leichtathletik-Verbandes an?

Schmidt Ja. Ich bin im heutigen Nachwuchskader eins, das ist der ehemalige B-Kader. Ich wurde nicht fallengelassen. Ich freue mich da sehr drüber, weil lange Zeit nicht mit mir zu rechnen war - wegen meiner langwierigen Verletzung.

Quelle: RP
 
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