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Sportlerwahl
Olympia 2020 in Tokio als konkretes Ziel

Sportlerwahl: Olympia 2020 in Tokio als konkretes Ziel
Die Spezialität von Julia Ronken (r.) sind die Angriffe zum Kopf der Gegnerin. FOTO: Privat
Viersen. Die 20 Jahre alte Taekwondo-Kämpferin aus Viersen holte sich Gold bei der Stundenten-EM und hat noch jede Menge vor. Von Paul Offermanns

Viersen Julia Ronken aus dem Viersener Heimer zehrt immer noch von der Goldmedaille bei den Studenten-Europameisterschaften in Opatija/Kroatien. "Das war das höchste, was ich bisher in meiner jungen Karriere als Taekwondo-Sportlerin erreichen konnte, bis auf die Teilnahme bei bereits vielen internationalen Turnieren", sagt die 20-Jährige, die Sportmanagement und Kommunikation im dritten Semester an der Deutschen Sporthochschule Köln studiert.

Sie stuft auch den Grand-Prix-Sieg von 2011 im britischen Manchester und den Deutschen Meistertitel im gleichen Jahr als Früherfolge hoch ein. Sie findet: "Die Konkurrenz bei der Studenten-EM war sogar etwas besser als kurz vorher bei den Kroatien-Open, wo ich vorzeitig gegen eine starke Kämpferin ausgeschieden war." 2013 musste sie wegen einer schmerzhaften Beckenblockade sieben Monate pausieren. Nach dem erfolgreichen Abitur feierte sie ein gelungenes Comeback. Die Schmerzen waren weg, aber sie verlor den Status der Bundeskaderzugehörigkeit: "Ich will auf jeden Fall wieder dorthin. Ich hoffe, dass der Bundestrainer durch meinen jüngsten Erfolg auf mich aufmerksam geworden ist", meint sie. Taekwondo war nicht immer ihre Sportart. "Vorher bin ich in diversen Ställen geritten. Dann rieten mir meine Eltern, noch eine zusätzliche Sportart auszuprobieren." Ihr fünf Jahre älterer Bruder Roman machte Taekwondo in Schiefbahn. Sie saß auf der Bank und schaute fasziniert zu: "Ich dachte, das könnte auch ich einmal ausprobieren." Reiten und Taekwondo wurden dann zu viel: "Aus Zeitmangel entschied ich mich dann für Taekwondo." Julia Ron-ken, die den Eindruck erweckt, als könnte sie keiner Fliege etwas zuleide tun, liebt im Zweikampf die Kopftreffer, die jedes Mal drei Punkte bringen. "Die sind meine Stärke, und wenn mein Gegenüber offensiv kämpft, setze ich sie erfolgreich an. Bei der EM hatte ich im ersten Kampf nur Kopftreffer und nur einen Treffer auf die Weste. Im Halbfinale und im Finalkampf setzte ich jeweils einen Kopftreffer und baute damit den Punktevorsprung aus. Natürlich muss ich mir bei einer defensiven Kampfweise etwas anderes einfallen lassen."

Sie liebt am Taekwondo die Disziplin, die sich auch positiv auf die schulischen Leistungen auswirkten. Auch Respekt, Höflichkeit anderen gegenüber und insbesondere das Durchhaltevermögen hat sie vom Taekwondo gelernt: "Immer weiter machen und sich nicht hängen lassen." Zwei- bis dreimal fährt die Schwarzgurt-Trägerin mit der Bahn von Köln zum Training beim TSC nach Gladbeck. Ihr Trainer ist Hacik Bozukyan, der sie auch zur EM begleitete. Im Judoclub Schiefbahn leitet sie einmal die Woche das Übungseinheiten für Sechs- bis 13-Jährige. Im bundesweiten Ranking (bis 53 Kilogramm) steht sie an dritter Stelle. "Na klar, 2020 will ich nach Tokio zu den Olympischen Spielen", sagte sie. Vorher reizen sie noch andere Herausforderungen: Anfang des Jahres den DM-Titel holen, Teilnahme bei Weltranglistenturniere und bei der Universiade. Die Studenten-WM steht aber erst 2017 an.

Quelle: RP
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