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Billard
Preisgelder sollen Weltmeisterschaft noch attraktiver machen

Viersen. Bei der 27. Auflage werden erstmals 22.000 Euro ausgeschüttet. Für die deutschen Spieler ist das Geld allerdings nur ein netter Nebeneffekt.

Die Dreiband-WM für Nationalmannschaften befindet sich im Wandel. Nachdem im vergangenen Jahr überaus erfolgreich das sogenannte "Scotch Double System" - ab dem Viertelfinale eine Art Entscheidungssatz bei Gleichstand - eingeführt worden war, wird es bei der 27. Auflage zum ersten Mal überhaupt in der langen Geschichte des Turniers Preisgelder geben. Insgesamt werden 22.000 Euro ausgeschüttet, die Siegermannschaft erhält 2800 Euro.

Diskutiert worden war darüber in der Vergangenheit schon viel, denn bei anderen internationalen Meisterschaften sind Prämien Standard. Und weil der Weltverband nach dem Turnier im vergangenen Jahr mit der Deutschen Billard-Union Verhandlungen über die WM-Standort Deutschland aufgenommen hatte, war offenbar die Gelegenheit günstig, Preisgelder für den neuen Vertrag durchzusetzen. Auch wenn das den Gesamtetat auf 120.000 Euro erhöht hat und DBU-Präsident Michael John das zusätzliche Geld auftreiben musste, scheint er mit der Neuerung seinen Frieden geschlossen zu haben. "Das Preisgeld stellt sicher, dass die weltbesten Spieler kommen", sagte er bei der Pressekonferenz im Vorfeld der Weltmeisterschaft.

Wobei genau das auch schon in der Vergangenheit der Fall war. Es war zwar häufiger mal ein Murren darüber zu hören, dass es kein Geld gab. Doch seit 1990 hat die Festhalle in Viersen wegen ihrer besonderen Atmosphäre und dem begeisterungsfähigen Publikum unter den besten Dreiband-Cracks aus aller Welt einen derart guten Ruf entwickelt, dass sie dennoch Jahr für Jahr kamen. "Preisgelder sind ein netter Nebeneffekt, aber dadurch wird das Feld nicht stärker. In Viersen haben in der Vergangenheit die besten Spieler auch so gerne gespielt", erklärt der Gelsenkirchener Stefan Galla, der in diesem Jahr die Nummer zwei des deutschen A-Teams ist. Das bestätigt auch Christian Rudolph aus Hünxe - und der muss es wissen, schließlich stand er bereits bei der Premiere in Viersen für Deutschland am Tisch.

Dennoch kann er sich einen positiven Effekt der Preisgelder auf das Teilnehmerfeld vorstellen, der allerdings eher die Vielfalt betrifft. So seien Nationen mit extrem weiter Anreise eher bereit, einen Abstecher nach Viersen zu machen, wenn sie wüssten, dass ein Reisekostenzuschuss in Aussicht stünde. "Ich habe von einem Spieler aus den USA gehört, dass sie nicht nach Viersen kommen, weil der Verband die Kosten nicht übernimmt", weiß Christian Rudolph zu berichten. Für die deutsche Nummer eins Martin Horn war und ist es eine Ehre, mit dem Adler auf der Brust in der Festhalle anzutreten. 2002 holte er zusammen mit Rudolph den bislang letzten WM-Titel für Deutschland. Doch als Berufsspieler kann er der neuen Regelung natürlich auch Gutes abgewinnen: "Viersen ist das Wimbledon des Billard-Sports. Und endlich gibt es für uns Profis auch etwas Preisgeld zu gewinnen. Das macht die Veranstaltung noch attraktiver."

(ben-)
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