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Reitsport
Reitsportfestival lockt Tausende Zuschauer an

Nettetal. Das schwere S-Springen bei der vom RFV Lobberich ausgerichteten Traditionsveranstaltung gewann gestern Otmar Eckermann. Von Paul Offermanns

Otmar Eckermann (RV Kranenburg), Rheinischer Meister aus dem Vorjahr, holte beim 63. Reitsportfestival des RFV Lobberich den Sieg im Großen Preis der Volksbank Krefeld, der mit 4000 Euro dotiert war. Er kassierte davon alleine als Sieger 1000 Euro. Im Zwei-Sterne-Springen der schweren Klasse S, das Sprünge bis zu 1,50 Metern Höhe aufwies, erreichten sieben Reiter das Stechen. Mit dem achtjährigen Rheinländer Coco-Bongo Boy blieb er als einziger Teilnehmer der Stechrunde ohne Abwurf, als er dabei noch die rasante Rundenzeit von 36,40 Sekunden herausritt.

Der belgische Nationenpreisreiter Marc Boes (RFV Liedberg) mit Chuck Berry kam ihm mit 37,98 Sekunden noch am nächsten, aber handelte sich einen Abwurf ein. Jaime Guerra-Piedra (RFV Lobberich) mit Casper konnte da nicht mithalten, weil er sich bereits im Normalumlauf einen "Klotz" erlaubte (17. 4/77,27). Tausende Zuschauer verfolgten zum 90-jährigen Vereinsbestehen an vier Tagen die Prüfungen im Dressur-Viereck und im Springparcours. Verschiedentlich hatten die Pferdesportbegeisterten die Qual der Wahl, ob sie nun die Dressuren oder die Springen verfolgen sollten. Erfreulich war für die Lobbericher, dass sich ihre Reiter mehrmals gut in Szene setzten, wie der einstige Olympiateilnehmer und Weltranglisten-Erste Jaime Guerra-Piedra mit zwei S-Siegen.

"Wir sind mit dem Turnierverlauf sehr zufrieden und vor allem hatten wir großes Glück mit dem Wetter", sagte Wilhelm Tobrock, Vorsitzender des RFV Lobberich und zugleich Turnierkoordinator. Der einstige Lobbericher Nationenpreisreiter Karl-Heinz Giebmanns, Reitmeister der deutschen reiterlichen Vereinigung, war in vielen fachlichen Gesprächen verwickelt: "Ich schaue mir jetzt noch das S-Springen mit Siegerrunde an, weil da ehemalige und aktuelle Schüler von mir mit reiten. In zwei Wochen bin ich in Polen beim Championat." Von diesem S-Springen hatte sich Dominik Broich vom RV Kaldenkirchen mit Zansibar, der am Ende ohne Platzierung blieb, mehr versprochen. Daniela Winkels (RFV Lobberich) meinte tröstend zu ihm: "Pferde sind auch nur Menschen."

Ein Höhepunkt des gelungenen Showabends war am Samstag das Zweikampfspringen der Klasse M*, dass jeweils die besten acht Reiter eines M*-Springens und eines S*-Springens zusammenbrachte. Für Parcourschef Michael Johnen war bei diesem Springen wichtig, dass die zwei Hindernisbahnen mit jeweils sechs Sprüngen gleich aussahen, in der Höhe und Länge identisch. In einem K.o.-System blieb am Ende Andrea Broich (RV Kaldenkirchen), die der Leistungsklasse drei angehört, mit Rachel April Joke B als Siegerin nach vier Runden übrig. Sie verwies dabei Jeanine Hörter (Förderkreis Grand Prix Düsseldorf) mit Quinar de Revel und Stefanie Reining (Club der Pferdefreunde Goch) mit Caliba auf die Plätze zwei und drei. Beste Reiterin vom ausrichtenden Verein war dabei Hannah van Straelen (RFV Lobberich) mit Cha-Cha-Cha, die sich den fünften Platz mit zwei weiteren Reitern teilen musste. Die ranghöchste Dressur an der Lüthemühle, eine der schweren Klasse S mit drei Sternen, gewann Beatrice Buchwald (RFV Graf von Schmettow Eversael) auf Lord Carnaby mit großem Vorsprung und 71,435 Prozentpunkten. Sie ist in Diensten der in Rio bei den Olympischen Spielen reitenden Isabell Werth.

Quelle: RP
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