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Paul-Ludger Schmitz
"Spieler sollen sich in Brüggen wohlfühlen"

Paul-Ludger Schmitz: "Spieler sollen sich in Brüggen wohlfühlen"
Yannik Omlor (r.) lieferte sich voriges Jahr ein spannendes Match mit dem Schotten Jamie Henderson. Omlor spielt im September wieder in Brüggen. FOTO: Busch
Viersen. Ab 13. September steigt zum zweiten Mal ein Squash-Weltranglistenturnier in der Burggemeinde. Der Turnierdirektor wirft einen Blick voraus. Von David Beineke

Brüggen Die Vorbereitungen für die zweite Auflage der Insel Brüggen Open biegen auf die Zielgerade ein. Das Weltranglistenturnier der PSA (Vereinigung der Profi-Squasher) wird vom 13. bis 18. September wieder mit Qualifikation- und Hauptrunde in der Squash-Anlage am Weihersfeld über die Bühne gehen. Erwartet werden 28 Sportler aus 15 Nationen, die um Weltranglistenpunkte und 6000 Dollar Preisgeld spielen. Ausrichter ist der Verein RS Brüggen, dessen Vorsitzender Paul-Ludger Schmitz fungiert erneut als Turnierdirektor. Mit ihm sprach die RP über den Stand der Dinge.

Herr Schmitz, sind Sie mit Blick auf eine so hochkarätige Veranstaltung noch nervös oder gibt es beim zweiten Mal schon so etwas wie Routine?

Schmitz Die Anspannung ist schon erhöht, schließlich ist das für uns das Highlight des Jahres, das eine große Aufmerksamkeit genießt. Wir wollen erreichen, dass sich die Spieler wohlfühlen und den Zuschauern interessanten Sport bieten. Die PSA unterstützt uns wieder sehr professionell, aber der Aufwand ist nicht geringer geworden. Es müssen zum Beispiel Plakate erstellt, der Kontakt zu den Spielern gehalten, VISA-Unterlagen organisiert, Hotelzimmer besorgt und das Abholen der Spieler vorbereitet werden.

Nach der Premiere im vorigen Jahr war schnell klar, dass es weitergehen wird. Warum?

Schmitz Weil es einfach großen Spaß gemacht hat und wir damit zeigen konnten, dass unser Sport lebt. Wir wollen Brüggen als Schwerpunkt für den Squashsport positionieren. Deswegen soll das Turnier auch dazu dienen, junge Spieler zu fördern und vor Ort als Zugpferd für die Jugend zu dienen. Denn wir als Verein sind bemüht, leistungsorientierten Mannschaftssport anzubieten. Das hat aber nur Sinn, wenn wir eine Jugendarbeit haben, die das langfristig möglich macht.

Mit den Squash-Tigers gab es bis vergangenes Jahr ein Bundesliga-Team in Brüggen. Dieses Kapitel ist nach einer geräuschvollen Trennung im Frühjahr beendet. Hatte das negative Auswirkungen auf die Turniervorbereitungen?

Schmitz Zunächst einmal empfinde ich es als Verlust, dass es keine Tigers-Mannschaften mehr gibt. Aber auf das Turnier gibt es keine Einflüsse. Eher auf den Verein RS Brüggen, der ja das Gros der Tigers-Spieler übernommen hat und wo jetzt deutlich mehr Arbeit auf dem Schreibtisch liegt. Wir wollen in der nächsten Saison versuchen, mit unserer Regionalliga-Mannschaft in die Bundesliga aufzusteigen.

Aber im Vorjahr wurden Bundesliga-Spieler der Tigers doch als lokale Zugpferde für das Turnier präsentiert.

Schmitz Das Experiment ist ganz klar gescheitert. Weil sie sich offenbar keine Chancen ausgerechnet haben, haben sie sich nicht optimal vorbereitet präsentiert. Da werden wir in diesem Jahr mit Sicherheit Spieler mit ganz anderer Motivation sehen.

Auch mit lokalem Bezug?

Schmitz Ja, klar. Die beiden Niederländer Piedro Schweertmann, als Nummer eins der Setzliste, und Marc ter Sluis waren bis vorige Saison für die Tigers aktiv und haben sich in Brüggen durch ihr Auftreten und ihre Leistungen Respekt und Sympathien erarbeitet. Das gilt auch für die beiden jungen Belgier Toon Van Baekel und Jordi Kamps, die auch nächste Saison noch für uns spielen und im Turnier dabei sind.

Der Turniertermin wurde etwas nach hinten verschoben, um Überschneidungen mit anderen PSA-Turnieren in Europa zu vermeiden. Wie hat sich das aufs Starterfeld ausgewirkt?

Schmitz Wir haben auf jeden Fall einen Schritt nach vorne gemacht. Schweertmann ist als bester Spieler die Nummer 79 in der Welt und damit 30 Plätze besser als unser Topspieler im Vorjahr. Der letze Spieler, der es ins Hauptfeld geschafft hat, ist 186. der Weltrangliste, im Vorjahr war das die Nummer 270 der Welt. Außerdem stehen noch 20 Spieler auf der Warteliste. Es hat sich offenbar herumgesprochen, dass es Spaß macht, in Brüggen zu spielen.

Sie hatten nach der Premiere darüber nachgedacht, das Turnier um eine Stufe auf 10.000 Dollar Preisgeld aufzuwerten. Wieso ist das nicht gelungen?

Schmitz Zunächst ist das Gesamtpreisgeld von 5000 auf 6000 Euro gestiegen. Dass wir nicht noch mehr erreicht haben, liegt einfach daran, dass wir keinen Sponsor gefunden haben, der diesen Weg mitgehen wollte.

Im vorigen Jahr hatte auch die Gemeinde Interesse bekundet, sich stärker einzubringen. Hat es in diese Richtung Kontakt gegeben?

Schmitz Ich hatte ein langes und sehr angenehmes Gespräch mit Bürgermeister Frank Gellen. Doch dann ist es am Ende sehr enttäuschend, wenn die Gemeinde sich komplett herausnimmt und uns keinerlei Unterstützung gewährt. Immerhin fungiert der Bürgermeister als Schirmherr und hat zugesagt, mal beim Turnier vorbeizuschauen.

Quelle: RP
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