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Squash-Tigers vor Abschied aus Brüggen

Lokalsport: Squash-Tigers vor Abschied aus Brüggen
Udo Thäsler (links) und Paul-Ludger Schmitz sind sich nicht einig, was die Zukunft der Squash-Tigers in Brüggen anbelangt. FOTO: Off
Brüggen. Der einzige Bundesligist aus dem Grenzland wird sich wohl wegen Querelen im Hintergrund aus der Insel Brüggen zurückziehen. Von David Beineke

Seit die Squash-Tigers im Sommer 2012 mit ihrem Verein von Hückelhoven in die Insel Brüggen umsiedelten, zeigte die Erfolgskurve nur in eine Richtung - aufwärts. Momentan sieht es so aus, als könnten die Brüggener die laufende Saison der Bundesliga Mitte auf Platz drei abschließen und damit die erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte feiern. Doch die Stimmung könnte besser sein. Denn aktuell läuft alles darauf hinaus, dass der Verein die Insel in Richtung Mönchengladbach verlässt und die Bundesliga-Mannschaft komplett nach Eschweiler abwandert. Endgültig soll darüber bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 16. Februar entschieden werden.

Dass das Grenzland wohl seinen einzigen Bundesligisten verlieren wird, liegt offenbar daran, dass im Hintergrund zwei entscheidende Personen unterschiedliche Auffassungen über die künftige Ausrichtung des Squashsports in Burggemeinde haben. Auf der einen Seite steht Udo Thäsler, schon über 20 Jahre Vorsitzender der Tigers, auf der anderen Paul-Ludger Schmitz, Betreiber der Insel Brüggen. "Was sich aktuell hier abspielt, ist das Ergebnis dessen, dass der Vorsitzende des Vereins mit mir als Person nicht klarkommt", sagt Paul-Ludger Schmitz. Dabei arbeiteten die beiden Protagonisten seit 2012 zunächst zum Wohl des Squashsports sehr eng zusammen. Die Insel bot dem kleinen Verein mit rund 40 Mitgliedern sehr gute Konditionen als Basis für eine gute Entwicklung, darüber hinaus sorgten die beiden neben Michael Seidel mit ihrem finanziellen Engagement dafür, dass die Tigers sogar den Sprung in Deutschlands höchste Spielklasse schafften und sie dort eine gute Rolle spielen. Nach Aussage von Paul-Ludger Schmitz kam es zum Bruch, als er im vergangenen Jahr den Vorschlag machte, über eine Fusion zwischen den Squash-Tigers und dem in der Insel angesiedelten Reha- und Sportverein Brüggen nachzudenken. "Mir ging es darum, eine breitere Basis zu schaffen, um eventuell einen hauptamtlichen Trainer auch für die Jugendförderung zu beschäftigen und um die Bundesliga zu finanzieren", erklärt Schmitz, "ich wollte niemandem etwas wegnehmen, sondern ein Zukunftskonzept entwickeln."

In der Insel wird es nach der laufenden Saison zunächst wohl keine Bundesliga-Mannschaft mehr geben. Hier Brüggens Weltklassespieler Piedro Schweertman beim Schlag. FOTO: BSEN

Doch Udo Thäsler hat das offenbar ganz anders verstanden. Seit diesem Vorstoß herrscht Funkstille. Thäsler selbst, auch Präsident des Squash-Landesverbandes und Vizepräsident des Bundesverbandes, will sich aktuell nicht zu den Hintergründen äußern: "Das gebührt der Respekt vor den Mitgliedern. Sie werden am 16. Februar informiert und werden dann entscheiden, in welche Richtung es weitergeht." Paul-Ludger Schmitz weiß allerdings zu berichten, dass der Vorstand laut eines Beschlusses mit folgender Marschroute den Mitgliedern gegenübertreten will: Der Verein Squash-Tigers verlässt die Insel und spielt nur noch als Hobbygruppe in einer Anlage in Mönchengladbach, das Bundesliga-Team verabschiedet sich Richtung Eschweiler und die restlichen Mannschaften (Regionalliga, Jugend, Senioren) schließen sich dem Reha- und Sportverein Brüggen an. Auch wenn Paul-Ludger Schmitz mit dieser Variante leben könnte, gibt es für ihn noch ein Fünkchen Hoffnung, dass der Status quo erhalten bleibt: "Das Beste wäre es, wenn wir uns doch noch zusammenraufen."

Denn ihm liegt viel daran, dass es mit Blick auf die Entwicklung des Squashsports in Brüggen mit dem im vergangenen Jahr erstmals ausgetragenen Weltranglistenturnier weiter ein Bundesliga-Team gibt. Deswegen will er auch keine Türen zuschlagen. Sollte der Wechsel des Bundesligateams nach Eschweiler an den Finanzen scheitern, würde er mit Hilfe rückkehrwilliger Spieler eine eigene Mannschaft aufbauen wollen. Marco Schoeppers könnte sich zum Beispiel durchaus vorstellen, weiter in Brüggen zu spielen. "Aktuell sieht es aber so aus, als würden wir das finanziell hinbekommen. Bis zur Meldefrist Ende März haben wir noch Zeit", sagt er. Paul-Ludger Schmitz hat aber auch noch einen Plan B in der Tasche, nämlich über die Regionalliga mittelfristig mit einer Brüggener Mannschaft in die Bundesliga aufzusteigen.

Quelle: RP
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