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Teams für Billard-WM in Viersen stehen

Billard: Teams für Billard-WM in Viersen stehen
Im vergangenen Jahr zitterten Martin Horn (r.) und Christian Rudolph gegen die Türkei noch gemeinsam um den Halbfinaleinzug. Bei der nächsten Team-Weltmeisterschaft in der Festhalle ab dem 18. Februar werden die beiden auseinandergerissen, dann bildet Horn mit Stefan Galla (l.) das deutsche A-Team. FOTO: Busch/Beineke
Viersen. Die Deutsche Billard-Union hat für die Weltmeisterschaft vom 18. bis zum 21. Februar die deutschen Teams im Vergleich zum Vorjahr verändert. Topspieler Martin Horn wird mit Stefan Galla in der Festhalle die A-Mannschaft bilden. Von David Beineke

Bereits 14 Jahre ist es jetzt her, dass Deutschland zum bislang letzten Mal den Heimvorteil in der Viersener Festhalle nutzen und den Titel bei der Weltmeisterschaft für Nationalmannschaften gewinnen konnte. Damals fuhren der Essener Martin Horn und der Hünxer Christian Rudolph im Finale gegen die Niederlande den insgesamt vierten WM-Titel für die Ausrichternation ein. Bei der inzwischen 27. Auflage des Turniers in Viersen vom 18. bis 21. Februar wird sich das Duo allerdings nicht gemeinsam daran machen können, die deutsche Titel-Durststrecke zu beenden.

FOTO: Franz Heinrich Busch jun.

Denn wie sich Ende vergangener Woche mit Blick auf die Mannschaftsmeldungen der insgesamt 21 teilnehmenden Nationen herausstellte, steckten Cheftrainer Gerd Kunz, Dreiband-Bundestrainer Wolfgang Zenkner und Sportwart Kurt Dahlhaus als bei der Deutschen Billard-Union (DBU) für die Nominierung zuständiges Gremium die beiden WM-Helden von 2002 in unterschiedliche Teams. Während Horn wie im vergangenen Jahr die Nummer eins von Deutschland A ist, wird Rudolph bei Deutschland B die Spitzenposition bekleiden. Horn wird dann zusammen mit dem Gelsenkirchener Stefan Galla auf Titeljagd gehen, Rudolph soll seine Erfahrung einbringen, um in Gestalt des 23-jährigen Dustin Jäschke eines der hoffnungsvollsten Dreibandtalente einen weiteren Schritt an die Weltspitze heranzubringen.

"Wir haben bei unseren Nominierungen in erster Linie die Leistungen in der laufenden Bundesliga-Saison berücksichtigt", erklärt DBU-Sportwart Kurt Dahlhaus. Würden nur vergangene Meriten zählen, gäbe es keinen Weg vorbei an Christian Rudolph im A-Team, denn der holte nicht nur den bislang letzten Titel an der Seite von Martin Horn, auch bei den drei vorherigen Weltmeisterschaften für Deutschland stand er immer am Tisch (1993, 1994, 1997). Doch seit Rudolph vor fünf Jahren einen Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule erlitt, wird er immer wieder durch Beschwerden im Nacken- und Schulterbereich ausgebremst. Auch wenn er immer noch zu Deutschlands Besten gehört, fehlt ihm die Konstanz in seinen Leistungen. 2014 musste er deswegen sogar ganz auf die WM in Viersen verzichten, bei seinem Comeback im vergangenen Jahr, als Deutschland A im Viertelfinale gegen die Türkei ausschied, hatte er schwer zu kämpfen.

Kurz darauf holte Rudolph zwar bei der Einzel-EM in Brandenburg Platz neun, wurde im November Deutsche Meister und vertrat Deutschland im Dezember bei der Einzel-WM im französischen Bordeaux (Vorrunden-Aus), doch für das Nominierungs-Gremium zählt die Rangliste der aktuell besten Bundesliga-Spieler mehr. Da ist Martin Horn als Spieler von Bergisch-Gladbach BC auf Platz 17 der beste Deutsche, gefolgt von Stefan Gala (GT Buer) auf Rang 20 und Christian Rudolph (Bottroper Billard-Akademie) auf Platz 26.

Für den 45-jährigen Galla hat sicher auch gesprochen, dass er im Spiel gegen den BC Elversberg keinen Geringeren geschlagen hat als den Belgier Frederic Caudron. Der hatte sich im vergangenen Jahr an der Seite von Eddy Merckx zum vierten Mal in Folge mit Belgien den WM-Titel gesichert, die beiden sind auch ab dem 18. Februar wieder der absolute Topfavorit auf den Sieg. "Stefan Galla ist, seit er Billard spielt, Deutschlands größtes Talent. Wir hoffen, dass er als Nummer zwei hinter Martin Horn besser mit dem Druck klarkommt", sagt Kurt Dahlhaus. Das hat in der Vergangenheit auch schon gut geklappt, 2012 scheiterte das Duo Horn/Galla erst im Finale an Belgien. Wenn es in diesem Jahr wieder so weit ginge, würde nach dem Jahr ohne Treppchenplatz bei der DBU schon wieder Zufriedenheit herrschen. "Unser Minimalziel ist das Halbfinale", gibt Dahlhaus als Zielrichtung aus. Deutschland A trifft in der Vorrunde in Gruppe B auf die Schweiz und Peru. Deutschland B bekommt es in der Gruppe G auf dem Weg ins Viertelfinale mit Spanien und Österreich zu tun.

Quelle: RP
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