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Lokalsport
Tennistalent aus Dülken ist die Nummer eins am Niederrhein

Viersen. Die Familie von Merle Freiberg investiert viel Zeit und Geld in den Sport. Die Zwölfjährige trainiert wegen der besseren Perspektiven beim TC Moers 08. Von Andreas Koll

Wenn jemand in jungen Jahren mitunter schon bis zu fünfmal in der Woche auf dem Tenniscourt steht und wöchentlich zwischen sechs und acht Stunden voller Eifer trainiert, dann muss es sich offenbar um ein großes Talent handeln und man darf schon mal genauer hinschauen. Bei Merle Freiberg aus Dülken ist das zweifellos der Fall. Dabei ist die Motivation der zwölfjährigen Schülerin nicht etwa von ihren Eltern beeinflusst. Das Gegenteil ist der Fall. "Merle ist einfach seit Jahren fasziniert von dem schnellen Spiel und die Vorfreude auf den nächsten Einsatz ist immer groß", sagt Thorsten Freiberg.

Da wundert es nicht, dass sich seit geraumer Zeit die Erfolge mehren. Nach dem Titel bei den Bezirksmeisterschaften der Juniorinnen U 12 in Moers gehört Merle zu den größten Tennistalenten ihrer Altersklasse im Bezirk 1 Linker Niederrhein. Unlängst gewann sie nun auch in Essen die U 12-Verbandsmeisterschaft. Dort erreichte die topgesetzte Dülkenerin ohne Satzverlust das Finale und ließ ihrer Gegnerin Noemi Sante (Rochusclub Düsseldorf) mit 6:1, 6:3 keine Chance. Trotzdem halten Mutter Martina und Vater Thorsten den Ball flach: "Wir planen da gar nichts, das wäre auch vermessen. Es geht nur darum, dass Merle Spaß hat." Bei den Freibergs spielt der Tennisport eine große Rolle. Merles Großvater Sigmund ist verdienter Tennisveteran aus Wuppertal. Die Mutter spielt aktuell beim Dülkener TC. Der 10-jährige Bruder Philipp spielt mittlerweile beim TC Traar. Nur der Vater ist eher dem Fußball zugetan. Merle selbst startete mit sechs Jahren auch beim DTC. Schnell entdeckte Tennislehrer Jens Janssen ihr Potenzial. Als Janssen zum TC Moers 08 wechselte, überzeugte er seinen Schützling, ihn wegen der größeren Perspektiven zu begleiten. Seither betreut Janssen erfolgreich das Moerser Bundesliga-Damen im dritten Jahr. Merle entwickelte sich gleichzeitig bei den Moerser Juniorinnen stetig weiter, erklomm mittlerweile Position eins in der TVN-Rangliste ihrer Altersklasse.

Allerdings hat der intensive Trainingsfleiß seinen Preis. Im Durchschnitt 400 Kilometer ist Mutter Martina mit ihren Kindern in der Woche unterwegs. Neben dem zeitlichen Aufwand und den Fahrtkosten schlagen auch die Ausgaben für Trainer, Trainingsplatz und Ausrüstung zu Buche. Dagegen ist die finanzielle Förderung von Verein und Verband eher überschaubar. "Da bleibt jeden Monat der größte Teil der Kosten bei uns hängen", berichtet Thorsten Freiberg. Er hat auch klare Prinzipien für die Prioritäten seiner Tochter, die das Erasmus von Rotterdam Gymnasium in Viersen besucht: "Die Schule hat natürlich absoluten Vorrang. Doch ihre Ausbildung leidet absolut nicht unter ihrem Hobby. Merle ist eine gute und disziplinierte Schülerin." Man darf gespannt sein, wie die Entwicklung des Dülkener Ausnahmetalents weiter gehen wird. Man sollte Merle Freiberg im Auge behalten.

Quelle: RP
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