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Lokalsport
Viersen belohnt sich nicht für gutes Spiel

Viersen. Angesichts einer sehr engagierten und spielerisch ansehnliche Leistung hätten sich die Viersener gestern in der Fußball- Landesliga einen Heimsieg gegen die SpVg. Odenkirchen verdient gehabt. Doch in der Partie fielen keine Tore. Von David Beineke

Die 81. Minute war gestern im Stadion Hoher Busch schon angebrochen, als sich dem Fußball-Landesligisten SpVg. Odenkirchen im Spiel beim 1. FC Viersen erstmals so etwas wie eine Torchance bot. Einer der vielen langen Bälle auf Ferdi Berberoglu wurde von einem Abwehrspieler unterlaufen, doch als der Stürmer im Strafraum abschließen wollte, klärte Innenverteidiger Philipp Wiegers zu einer letztlich ertraglosen Ecke. Ansonsten blieben die Odenkirchener in der Offensive total harmlos und konnten sich freuen, gegen haushoch überlegene, aber letztlich nicht zwingend genug spielende Viersener mit einem 0:0 davongekommen zu sein.

"Mir haben fünf ganz wichtige Spieler gefehlt, so dass mir nichts anderes übriggeblieben ist, als taktisch so defensiv agieren zu lassen", meinte Odenkirchens Trainer Kemal Kuc direkt nach dem Schlusspfiff, "wir können mit dem 0:0 sehr gut leben und sind froh, dass wir unsere Serie auf vier Spiele ohne Niederlage ausbauen konnten." Klar, dass die Gemütslage auf der Gegenseite ganz anders aussah. Trainer Willi Kehrberg wollte zwar nicht so weit gehen wie sein Mittelfeldspieler Michael Enger, der in seinem ersten Frust in der Kabine von einer gefühlten Niederlage gesprochen hatte, doch auch er konstatierte, dass Aufwand und Ertrag in keinem guten Verhältnis standen. "Das 0:0 ist zu wenig, aber mit dem Auftreten meiner Mannschaft bin ich sehr zufrieden. Wir haben sehr druckvoll und mit viel Einsatz gespielt", meinte Kehrberg. Mit dem erstmals in dieser Saison praktizierten 4:3:3-System hatte er seine Mannschaft sehr offensiv ausgerichtet, schon in der gegnerischen Hälfte gelangen den Viersenern sehr viele Balleroberungen. Allerdings trafen sie auf defensiv sehr gut sortierte und körperlich robuste Gäste, die es mit zunehmender Spieldauer immer besser verstanden, im und um den eigenen Strafraum herum einen vielbeinigen Schutzwall aufzubauen. Und weil es Viersen in den entscheidenden Momenten entweder am nötigen Quäntchen Glück, an Durchschlagskraft oder an beidem mangelte, gelang auch ihnen kein Tor.

Die klarsten Chancen boten sich ihnen, als Odenkirchen in der Anfangsphase noch etwas unsortiert wirkte. Zunächst war es in der sechsten Minute André Kobe nach einem Steilpass von Enger, der im Strafraum frei vor SpVg.-Keeper Kevin Afari aus spitzem Winkel scheiterte. Nur zwei Minuten später köpfte Mittelfeldspieler Korbinian Beckers den Ball nach einer Ecke aufs Odenkirchener Tor. Die Gäste zeigten fußballerisch viel zu wenig, um den Bereich eines Sieges zu kommen. Nach den langen Bällen auf Berberoglu rückte niemand nach. Sicherheit stand an erster Stelle. Auch in Hälfte zwei spielte nur Viersen Fußball, wobei der gestern sehr starke Holger Jansen die beste Möglichkeit in Rücklage vergab (53.). Am Ende lief den Gastgebern die Zeit unaufhaltsam davon. Da ist es auch nur ein ganz schwacher Trost, dass der 1. FC jetzt die Heimtabelle alleine mit 13 Punkten aus sechs Spielen vor Rhede anführt.

Quelle: RP
 
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