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Sportler Des Monats Gunnar Mitzner
Von einer spät entdeckten Liebe zum Langlauf

Viersen. Der 10.000-Meter-Kreismeister aus den Reihen von Athletik Waldniel unterbot beim Marathon in Köln die Drei-Stunden-Marke. Von Paul Offermanns

Schwalmtal Gunnar Mitzner lief beim Köln-Marathon ein großes Rennen. Der Langstreckler von Athletik Waldniel ließ bei seinem Sieg in der Altersklasse ab 50 Jahre 610 Läufer hinter sich. Ein halbes Jahr hatte sich der Niederkrüchtener auf Köln vorbereitet und lief dann für ihn höchst erfreuliche 2:55:02 Stunden. "Die letzten beiden Kilometer lief ich dabei am schnellsten, 4:01 Minuten pro Laufkilometer", sagte er. Noch heute schwärmt er: "Das war ein Traum, das war einfach super, an dem Tag hat alles gepasst: Wetter und Tagesform." Mitzner machte in dieser Saison das erste Mal auf sich aufmerksam, als er über 10.000 Meter in Oedt Kreismeister über alle Klassen auf der Bahn wurde.

Dass er im Alter von 54 Jahren so schnell unterwegs sein würde, danach sah es lange gar nicht aus. Denn nach einer Jugendkarriere als Triathlet hatte er 20 Jahre pausiert und kürzer getreten: Der Beruf ging vor. Heute ist er ein erfolgreicher Foto-Designer. Vor sieben Jahren begann er an, wieder Sport zu treiben. "Ich fing wieder mit Sport an, um etwas für die körperliche Fitness und Gesundheit zu tun." Der damals 47-Jährige begann mit drei Kilometern Laufen und steigerte allmählich und kontinuierlich sein Trainingspensum. Er lief Halbmarathon und Zehn-Kilometer-Läufe im Wettkampf. 2014 absolvierte der 52-Jährige seinen ersten Marathon in Berlin und lief 3:33 Stunden: "Dann hatte Blut geleckt und fand für mich heraus: Es geht noch schneller." Ein Jahr später lief er wiederum in der Bundeshauptstadt: 3:11 Stunden. Anfang des Jahres sollte der Höhenflug im Marathon weitergehen, doch er erlebte einen Rückschlag, als er beim Hamburg-Marathon mit einer Oberschenkelzerrung lief. Irgendwann merkte er, dass es nicht mehr ging und gab auf. Er musste dann vier Wochen pausieren.

Schon als junger Triathlet war er erfolgreich. Bei den Tri-Geckos Dortmund qualifizierte er sich während seiner Studienzeit 1988 für die DM und wurde Elfter, die NRW-Serie gewann er. Krönung war die Nominierung der Deutschen Triathlon-Union, im Nationaltrikot nahm er an der Kurz-Distanz-EM in Venedig (1000 Meter Schwimmen, 43 Kilometer Radfahren und zehn Kilometer Laufen) teil. Dabei holte er Platz 18 und 1:59:29 Stunden in der offenen Klasse. Vom Triathlon hat er sich aber ganz verabschiedet, obwohl diese Sportart bei Senioren ein großes Thema ist. "Ich kann dafür einfach nicht mehr den Trainingsaufwand aufbringen. Laufen kann ich aber jederzeit und überall."

Der selbständige Fotodesigner ist im Jahr mit dem Pkw 50.000 Fahrkilometer unterwegs. "Mit sechs Stunden Schlaf trainiere mich mal morgens oder abends, wie es sich gerade ergibt, fast immer alleine." Einmal im Monat stößt er auf die Laufgruppe von Athletik Waldniel und läuft die 30 Kilometer, die gut in sein Marathontraining hinein passen. Der M 50-Kreismeister im Halbmarathon hat noch Ziele: "Eins wäre, die 2:55 Stunden zu unterbieten, wo ich doch ganz knapp an der Schallmauer vorbeigelaufen bin." Als erfahrener Athlet kann er Läufern, die gerade wieder mit Sport anfangen, auch einen Rat geben: "Fangt langsam zu laufen an und steigert ganz allmählich den Trainingsumfang bis hin zum großmöglichen Nutzen."

Quelle: RP
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