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Vorglühen der Höhenjäger auf Olympia

Lokalsport: Vorglühen der Höhenjäger auf Olympia
Der Italiener Giulio Ciotti hat vor zehn Jahren den aktuellen Meetings-Rekord mit einer Höhe von 2,31 Metern aufgestellt. Wird er diesmal geknackt, wäre die neue Bestmarke zugleich auch europäische Bestmarke in 2016. FOTO: Archiv; Busch
Viersen. Am Sonntag steigt das 22. Internationale Hochsprungmeeting der LG Viersen mit Musik auf der Viersener Löh. Von Paul Offermanns

Die Europameisterschaften der Leichtathleten Anfang Juli in Amsterdam gehören inzwischen schon längst der Vergangenheit an. Eike Onnen (Hannover), die Bronzemedaillen-Gewinner der EM mit 2,29 Metern, ist am morgigen Sonntag, 24. Juli, beim 22. internationalen Hochsprungmeeting der LG Viersen auf der Löh dabei. Dass er einen neuen Viersener Meetingrekord drauf hat, zeigte er am vergangenen Wochenende in Eberstadt mit 2,32 Metern. Der 33-Jährige war schon einmal in Viersen (2009: 7. 2,18 m), aber da kam er nicht mit dem Anlauf klar. Da sich aber in seinen Kreisen herumgesprochen hat, dass auf der neuen Anlage der Anlauf besser sei, kommt er jetzt wieder.

Von 2012 bis 2014 schaffte kein deutscher Springer, die 2,30-Meter-Marke zu knacken. Im letzten Jahr meldete Onnen sich mit tollen Sprüngen über 2,30 Meter zurück. Onnen sprang in Bühl seine Jahresbestleistung mit 2,32 Metern. Wenig später flog er in Köln und Verden jeweils über 2,30. Den zwölften Platz belegte er bei der Weltmeisterschaft in Peking, nachdem er in der Qualifikation 2,31 Meter übersprungen hatte. Die Qualifikationsnorm für Rio 2,29 Meter sprang er im Mai in Garbsen. Da ging er dann aufs Ganze und ließ sich die Höhe von 2,35 Metern auflegen, an der er knapp scheiterte.

Viersens Meetingdirektor Detlef Vieth ist sehr optimistisch: "Bei der EM in Amsterdam ging der Titel mit 2,32 Metern weg. Damit wäre unser neuer Meetingrekord Platz eins in Europa." Platz zwei und drei mit 2,29 lagen unter dem jetzigen Meetingrekord von 2,31 Metern vom Italiener Giulio Ciotti vor zehn Jahren aufgestellt. "Daran sehen wir, wie gut wir mit unseren Höhen stehen, auch wenn unsere Sieger manchmal nur '2,28 Meter' springen. "Selbst die 2,25 Meter bei uns ist besser als Platz fünf bis zwölf bei der EM", stellte Vieth zufrieden fest.

Ihm liegen weitere Startanfragen vor, u.a. von Robert Grabarz und Chris Baker, beide Großbritanien, bei der EM Platz zwei und drei, die aber nicht mehr im Viersener Budget liegen. Vieth freut sich auch, mit Mateusz Przybylko (Bayer Leverkusen), den zweiten Deutschen präsentieren zu können, der über 2,30 Meter springen kann. Onnen und Przybylko sind für die Olympischen Spiele in Rio qualifiziert, Viersen ist quasi das Vorglühen auf Rio. Wenn die Höhenjäger Jagd auf den Viersener Meetingrekord von 2,31 Metern machen, könnte er angesichts der starken Konkurrenz in Viersen ganz schön wackeln. "Natürlich wäre es schön, wenn Springer bei uns über 2,31 Meter und mehr springen. Das ist auch durchaus im Bereich des Möglichen. Beispielsweise Eike Onnen versucht immer, seine eigene persönliche Bestleistung von 2,34 Metern auf 2,35 Metern erhöhen. Er hat das in dieser Saison bereits mehrfach versucht", hofft Vieth nun auch für Viersen.

Die Polen Sylwester Bednarek und Wojciech Theiner, der Vorjahressieger mit Platzrekord von 2,28 Metern, und der letztjährige Zweitplatzierte von Viersen, empfehlen sich jeweils mit 2,32 Metern, der Australier Brandon Starc und der Slowake Matus Bubenik jeweils mit 2,31 Metern sowie der Mexikaner Edgar Rivera mit 2,30 Metern. Die Vorgenannten wie auch die 2,29-Meter-Springer Luis Castro (Puerto Rico), Nauraj Singh Randhawa (Malaysia) und Allan Smith (Großbritanien) übersprangen die Olympia-Qualifikation von 2,29 Metern. Das Starterfeld vervollständigen der Niederländer Douwe Amsels (2,29), der Brite Matt Roberts (2,26) und der Kroate Alen Melon (2,23).

Quelle: RP
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