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Dirk Riether
"Wir wollen das Schiff auf Kurs halten"

Dirk Riether: "Wir wollen das Schiff auf Kurs halten"
Am Sonntag glich Union Nettetal, hier Tore Mertens beim Kopfball, daheim gegen den VfL Repelen zweimal einen Rückstand aus und spielte am Ende 2:2. Heute soll's in Sonsbeck nach Möglichkeit wieder drei Punkte geben. FOTO: Franz-Heinrich Busch
Viersen. Drei Jahre nach seinem Abschied als Abteilungsleiter der Fußball-Senioren des SC Union Nettetal ist Dirk Riether kommi-ssarisch auf den Posten zurückgekehrt. Er sieht die Entwicklung der Abteilung mit Frauen und Jugend auf gutem Weg. Von David Beineke

Nettetal Dirk Riether war zwar nie richtig weg beim Fußball-Landesligisten Union Nettetal, doch seit dem Wochenende steht er als Abteilungsleiter Fußball in der Nachfolge von Stefan Gerhards wieder an vorderster Front. Gerhards hatte sein Amt zur Verfügung gestellt, weil das Arbeitsaufkommen bei gleichzeitigem Engagement als Leiter der florierenden Jugendabteilung zu groß geworden war. Riether, der schon einmal bis 2012 der Senioren-Abteilung vorgestanden hatte, übernahm Gerhards Posten als dessen im Mai gewählter Stellvertreter kommissarisch. Im Mai nächsten Jahres steht dann die turnusmäßige Jahreshauptversammlung an, bei der der Führungswechsel dann offiziell von den Mitgliedern abgesegnet werden könnte. Vor dem auf heute (20 Uhr) vorgezogenen Landesliga-Spiel der Union beim SV Sonsbeck sprach die RP mit Riether über die Gründe für seine Rückkehr sowie über Entwicklung und Perspektiven der Fußball-Abteilung.

Herr Riether, wer hat Sie für die Idee begeistert, wieder auf den Posten des Abteilungsleiters zurückzukehren?

Riether Dass ich 2012 ins zweite Glied zurückgetreten bin, hatte damit zu tun, dass mir der Aufwand einfach zu groß geworden ist. Ich musste mich um fast alles kümmern. Die damals angestoßenen Veränderungen in der Struktur der Abteilung haben aber inzwischen dazu geführt, dass die Arbeit auf vielen Schultern verteilt ist. Der Abteilungsleiter hat heute vielleicht noch 20 Prozent von dem zu tun, was früher zu erledigen war. Deswegen war es für mich keine Frage, mich zu Verfügung zu stellen, als wir die Notwendigkeit erkannt haben, Stefan Gerhards zu entlasten.

Was gibt es für Sie in neuer Funktion jetzt vordringlich zu tun?

Riether Nichts Besonderes, schließlich war ich die vergangenen drei Jahre immer in die Vorstandsarbeit eingebunden. Wir sind insgesamt auf einem guten Weg. Für die Mannschaften gibt es keine Veränderungen, die Spieler merken das gar nicht. Wir haben ihnen die personelle Umbesetzung in der Abteilungsleitung im Zuge der Vertragsverlängerung mit Trainer Chiquinho mitgeteilt.

Wie sehen Sie die Fußball-Abteilung aufgestellt?

Riether Sehr gut, mit der ersten Mannschaft haben wir den Unfall des Abstiegs in die Bezirksliga schnell repariert und arbeiten uns jetzt kontinuierlich nach oben. Da wollen wir das Schiff auf Kurs halten. Die zweite Mannschaft ist jetzt personell gut aufgestellt und erfolgreich. Auch in der Jugend tut sich etwas, da gibt es immer mehr Erfolge. Nicht zu vergessen die Damenmannschaft, die aus unsere Jugend heraus entstanden ist und nach dem Aufstieg auch in der Bezirksliga vorne mitspielt. Die neuen Strukturen und Ideen greifen. Wir haben Leute, die sich um ihre Spezialgebiete kümmern, dadurch stellt sich der Erfolg ein.

Die Vertragsverlängerung mit Chiquinho unterstreicht die Zufriedenheit mit der Entwicklung der Landesliga-Mannschaft?

Riether Wir sind sehr zufrieden, wie sich Chiquinho einbringt. Er bringt uns sportlich weiter, agiert aber auch menschlich überragend. Er findet den Zugang zu den Spielern und dem Betreuerteam um die Mannschaft. Wir sind aktuell eine mehr als gute Familie.

Was ist denn in dieser Saison noch möglich?

Riether Die Jungs peilen einen Platz im oberen Tabellendrittel an, diesem Anspruch wird die Mannschaft aktuell gerecht. Vorige Saison sind wir auf der letzten Rille gelaufen. Jetzt sind wir in der Breite und von der Qualität her viel besser aufgestellt. Da merkt man deutlich. Wir versuchen uns jedes Jahr ein bisschen zu verbessern.

Wo will der Verein denn hin mit der ersten Mannschaft?

Riether Wir haben ja schon mal vier Jahre in der alten Verbandsliga gespielt. Wir würden uns sicher nicht wehren, wenn uns irgendwann der Aufstieg in die Oberliga gelänge. Aber wir müssen immer unsere Möglichkeiten im Blick behalten. Dort gibt es Vereine, die schon fast unter Profibedingungen arbeiten. Davon sind wir ganz weit weg, bei uns ist das reines Hobby. Es gibt aber auch Vereine, die eine ähnliche Struktur haben. Es ist also möglich, aber nur zu unseren Bedingungen.

Das heißt?

Riether Wir gehen keine Abenteuer mehr ein. Das haben wir einmal gemacht und bitter dafür bezahlt. Das war eine überaus lehrreiche Zeit für uns.

Ganz ohne Geld geht es also nicht. Gibt es denn im Schatten des Profifußballs überhaupt noch Sponsoren, die sich für Amateurvereine engagieren wollen?

Riether Den einen oder anderen gibt es noch, aber die zu finden, ist ein Kampf. Da bleibt einem als Verein nichts anderes übrig, als die Kostenstruktur anzupassen. Das haben zum Glück inzwischen auch viele Spieler verstanden, man muss nur die richtigen ansprechen.

Quelle: RP
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