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Zu Weihnachten zurück aus den USA in Süchteln

Lokalsport: Zu Weihnachten zurück aus den USA in Süchteln
Sarah Schmidt hat in den vergangenen Monaten im Team der Georgetown University trainiert. Weihnachten feiert sie daheim in Süchteln. FOTO: W. Birkenstock
Viersen. 800-Meter-Spezialistin Sarah Schmidt studiert seit August an der Georgetown Universität. Ihre Ferien verbringt sie daheim in Süchteln. Von Paul Offermanns

Sarah Schmidt ist zu Weihnachten daheim in Süchteln. Nach ihren ersten Monaten an der Georgetown Universität im US-amerikanischen Washington, D.C., freut sie sich auf das Weihnachtsfest im Kreise ihrer Familie. Auch wenn sie es bedauert, dass Zwillingsschwester Annika am heutigen Heiligabend fehlt. Sie befindet sich in Australien. Die Leichtathletin vom LAZ Mönchengladbach nutzte den ersten Tag ihrer Semester-Ferien in Deutschland zum ausgiebigen Shopping im Centro Oberhausen: "Wir sind dort über den Weihnachtsmarkt gebummelt. In Amerika kennt man das nicht so wie hier bei uns." Drei Wochen wird Schmidt in Deutschland verbringen, bevor es zurück in die USA geht.

Gestern machte sie sich auf den Weg zu ihrem Bundestrainer Henning von Papen in Köln, um die weitere Planung und Vorgehensweise für die kommende Saison zu besprechen. Derzeit hat Sarah Schmidt Fußprobleme und suchte deswegen in den USA einen Arzt auf. "Ich halte mich im Moment mit alternativem Training fit wie Aquajogging, was ich auch hier beibehalte." Dass Schmidt in der USA studieren kann, verdankt sie einem Sportstipendium. Seit dem 21. August besucht sie die renommierte Georgetown Universität. Auf dem Programm stehen im ersten Semester Fächer wie Statistik, Spanisch, Schreiben und Psychologie. "Erst am Ende des zweiten Jahres legt man sich fest, was man eigentlich studieren will", sagt die 19-Jährige. Die Mentalität ist in ihrer neuen Umgebung eine andere. "Alles ist viel unverbindlicher. Ich habe mich daran gewöhnt. Alles ist so richtig cool." Jeden Tag trainiert Schmidt in einem Team, in dem alleine fünf Läuferinnen sind, die 800 Meter schneller als 2:05 Minuten laufen können, ihre Bestzeit liegt bei 2:01,44 Minuten. Insgesamt sind es 20 Athleten in der Mannschaft, die auf verschiedenen Strecken ihre Stärken haben. "Wir nehmen alle das Training sehr ernst. Wir trainieren nach den Vorgaben der dortigen Trainer", sagt sie. Anfangs, als es noch warm war, wurde bereits um sieben in der Früh trainiert. Im Winter trainiert das Team nach der Uni. Was ihr besonders auffiel, dass mehr Krafttraining gemacht wird als in Deutschland: "Das bringt mir persönlich mehr körperliche Fitness, aber ich brauche ja auch beim Laufen viel Kraft."

Deutschlands schnellste U 20-Läuferin über 400 und 800 Meter ist noch keine Meisterschaft für die Uni gelaufen. Ihre Trainingspartner konzentrieren sich derzeit auf die Hallensaison. "Mein Fokus ist darauf nicht gerichtet. Mein Trainer riet mir auch, nicht die Cross-Saison zu laufen. Wir haben viele gute Langstreckler, die sind nicht unbedingt auf mich angewiesen", erzählt sie. Sie gehört dem B-Bundeskader und dem Junior-Eliteteam des Deutschen Leichtathletik-Verbandes an. Sie hält ständig Kontakt zum Bundestrainer und ihrem Heimtrainer Johannes Gathen. "Ich kann die mit der DLV-Förderung verbundenen Trainingslager leider nicht wahrnehmen, weil mich meine Uni dafür nicht freistellt. Aber die anderen Angebote des Bundeskaders nehme ich jetzt, wo ich zuhause bin, in Anspruch, etwa die medizinische Betreuung." Die Zweite der U 20-EM über 800 Meter hat auch schon ein großes Ziel vor Augen: "Ich will in der kommenden Saison meine aktuelle Bestzeit bestätigen oder sogar schneller laufen." Das wäre dann unter der Pflichtzeit von 2:01,50 Minuten für die EM in Amsterdam. Doch jetzt wird erstmal Weihnachten gefeiert.

Quelle: RP
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