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Lokalsport
Zwei schöne Tore, aber kein Sieg

Viersen. Patrick Herrmann trifft beim 1:1 gegen Leeds sehenswert per Freistoß, Thorgan Hazard beim 1:2 gegen Nizza aus der Distanz. Trainer Dieter Hecking probt die Dreierkette und ist zufrieden, auch ohne Testspiel-Erfolg gestern. Von Karsten Kellermann Aus Rottach-Egern

Zwei herrliche Tore, ein Unentschieden und eine Niederlage - das ist Borussias Bilanz des gestrigen Doppelspieltages. Gegen den englischen Zweitligisten Leeds United gab es dank eines Freistoßtreffers von Patrick Herrmann ein 1:1, gegen OGC Nizza führte Borussia 1:0 durch einen 25-Meter-Schuss von Thorgan Hazard, verlor aber noch 1:2 gegen den Champions-League-Qualifikanten aus Frankreich.

Nach fünf Testspielen haben die Borussen (exklusive der verlorenen Elfmeterschießen beim Telekom Cup) eine ausgeglichene Bilanz: Ein Sieg, zwei "normale" und zwei "halbe" (über 45 Minuten) Unentschieden, eine Niederlage. Die Tordifferenz von 5:5 zeigt, dass es nach hinten durchaus stabil ist, nach vorn aber noch Luft nach oben gibt.

Zu den Gewinnern der aktuellen Phase der Vorbereitung zählt Patrick Herrmann. Zwei Tore hat er erzielt, somit ist er Gladbachs bester Schütze. Zunächst traf Hermann beim 2:2 in Eupen aus dem Spiel heraus und nun gegen Leeds per Freistoß. Nach zwei durch ständige Verletzungen mehr oder weniger verlorenen Jahren hat er sich vorgenommen, nun wieder angreifen - sein Tor gestern war ein klares Zeichen an Trainer Dieter Hecking.

"Wir haben zuletzt im Training Freistöße trainiert, und ich habe zwei, drei Dinger versenkt. Darum habe ich mir das jetzt zugetraut und der Ball war drin", sagte Herrmann. "Das tut mit gut. Mit etwas mehr Glück wären ja noch mehr Tore drin gewesen. In Eupen hatte ich noch einen Pfostenschuss und beim Telekom Cup eine Großchance, als ich allein vor dem Tor war, aber am Keeper gescheitert bin. Wichtig ist für mich aber auch, dass ich in solche Situationen komme", sagte Herrmann.

Herrmanns Tor ist kein Zufall. Denn die Gladbacher haben eine neue Spezialität: Standard-Tore. Das erste gab es nach Vincenzo Grifos Ecke in Wuppertal, als Nico Elvedi den Ball mit dem Kopf ins Tor verlängerte. Dann schoss Mickael Cuisance in Eupen aus 30 Metern einen Freistoß zum Endstand ins Netz. "Wir haben dank der Arbeit von Dirk Bremser bei Standards echt zugelegt. Er hat uns gesagt, dass 30 Prozent aller Tore durch Standards fallen - die sollten uns nicht fehlen", sagte Herrmann.

Aus dem Spiel heraus war es gestern jedoch wenig, was kam. Gegen Leeds war Borussia nach vorn vor allem vor der Pause harmlos. Herrmanns Schuss war im Prinzip der erste, der gefährlich aufs Tor kam. "Wenn es sehr ausgeglichen ist, können Standards ein Spiel urplötzlich kippen lassen", hatte Hecking zuletzt gesagt. Gegen Leeds, das zur Pause höher als 1:0 hätte führen können, traf das exakt zu. Denn nach dem Ausgleich war Borussia besser im Spiel. Ähnlich war es gegen Nizza: Borussia ließ wenig zu, wurde aber bis zu Hazards Tor kaum gefährlich.

Das, was aber derzeit das Hauptaugenmerk ist, Stabilität auch bei systemischer Variabilität, ist okay. Heckings Dreierkette ist raumorientiert, auf der Ballseite schiebt bei gegnerischen Angriffen der Außenbahnspieler ein, so dass es quasi eine Viererkette wird. Ob aber Dreier- oder Viererkette: Wichtig ist dem Trainer vor allem die defensive Disziplin. Darauf waren die Borussen bedacht. Nur gegen Leeds im ersten Durchgang gab es vermehrt ein paar Lücken.

"Es waren zwei ordentliche Tests. Wir haben die Dreierkette gespielt. Gegen Leeds hatten wir in der ersten Halbzeit ein paar Probleme. Das 1:1 war verdient. Im zweiten Spiel hat man gesehen, dass die Belastung der letzten Tage hoch war. Trotzdem ist es ärgerlich, dass wir verloren haben. Wir haben aber in der ersten Halbzeit mit der Dreierkette nicht viel zugelassen, nach der Pause haben wir auf 4-4-2 umgestellt, da waren die Aktionen dann noch etwas klarer", sagte Hecking.

Quelle: RP
 
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