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Viersen
Stadt entschärft jetzt gefährliche Hallendecken

Viersen: Stadt entschärft jetzt gefährliche Hallendecken
Die Stadtverwaltung prüft zurzeit alle Deckenkonstruktionen in Schulen, Kitas und Sporthallen auf ihre Sicherheit. Am Clara-Schumann-Gymnasium (Foto) wurde die schadhafte Decke bereits ausgetauscht. Jetzt erhält die Turnhalle Löh eine neue Decke. FOTO: busch
Viersen. Am Clara-Schumann-Gymnasium und an der Grundschule Boisheim wurden bereits Decken renoviert. Jetzt ist die Turnhalle Löh dran Von Daniela Buschkamp

Die Stadt Viersen überprüft zurzeit, ob es in Schulen oder Turnhallen gefährliche Unterdeckenkonstruktionen gibt. Bei diesem Sicherheits-Check sind bereits einige Mängel aufgefallen, die rasch behoben werden müssen. Ein Beispiel ist die Turnhalle Löh. "Die Unterdecke in der Turnhalle ist nicht verkehrssicher und muss umgehend erneuert werden", sagt Kämmerer Norbert Dahmen. Dafür investiert die Stadt rund 275.000 Euro. Die umfangreiche Instandsetzung soll voraussichtlicht Ende Dezember abgeschlossen sein; danach können Sportler die Halle am Willy-Brandt-Ring wieder nutzen. Das wollen die Ratsmitglieder in der nächsten Sitzung am Dienstag, 4. Oktober, auf den Weg bringen.

Während der Schulferien 2015 hatte die Stadt Bochum Alarm geschlagen, nachdem sich in einer Halle Deckenteile gelöst hatten. Eine Woche vor dem Beginn des neuen Schuljahrs schloss sie 32 Sporthallen, in denen Unterdecken mangelhaft eingezogen und befestigt waren. Kinder, Jugendliche und andere Nutzer hätten verletzt werden können, wenn Teile hinabgestürzt wären. Nach den Sicherheitsmängeln in Bochum wies das Land die Kommunen an, die eigenen Hallen zu überprüfen. In den Fokus wurden Schulturnhalle, Vereinshallen und auch Aulen genommen, die zwischen 1960 und 1980 errichtet wurden.

In der Stadt Viersen wurden deshalb seit Oktober 13 der insgesamt 33 städtischen Hallen untersucht, in denen eine Gefährdung nicht auszuschließen war. Als sicher wurden die Turnhallen Körnerstraße, die ehemalige Diergardtschule und die ehemalige Overbergschule sowie die Gymnastikhallen am Clara-schumann-Gymnasium und an der Kita Heerstraße eingestuft.

Überraschungen hatten die Kontrolleure etwa an der Grundschule Boisheim erlebt: Dort war nicht nur die Deckenkonstruktion der Turnhalle unsicher. "Betroffen waren auch die Decken in den Klassenzimmern und in den Fluren, auch diese mussten ertüchtigt werden", sagt Ralf Lentzen, Fachbereichsleiter Gebäudemanagement. Die alten Decken müssten durch neue ersetzt werden.

Im Clara-Schumann-Gymnasium war es die Decke der Aula, die in den Sommerferien umfangreich saniert werden musste. Dort war ebenfalls die Decke an eine Unterkonstruktion genagelt worden, die Nägel waren teilweise aus den Balken gerutscht. Als die alten Elemente demontiert wurden, blieben sie nicht unbeschadet, so dass sie durch neue Deckenteile ersetzt werden mussten. Zeitgleich ließ die Verwaltung neue Kabel für die Beschallung, die Beleuchtung und für das Netzwerk legen. Und da die Decke gestrichen wurde, erhielten die Wände der Aula ebenfalls einen neuen Anstrich. Kostenpunkt insgesamt: rund 50.000 Euro.

Auch in der Turnhalle Löh waren die Schäden größer als zunächst erkennbar. Die Turnhalle war im Jahr 1952 erbaut worden; ihr Dach mit Tonziegeln gedeckt. Experten rechnen dabei mit einer Lebensdauer von 60 bis 80 Jahren. Nachdem die - laut Verwaltung - unsachgemäß befestigte Unterdecke entfernt wurde, fielen auch die Schäden der Ziegel auf. Das Gebäudemanagement wollte die neue, hochwertige Deckenkonstruktion nicht unter einer maroden Abdeckung befestigen. Deshalb soll das Turnhallendach erneuert werden.

Einbau, Abbruch und die Entsorgung des alten Daches, die Eindeckung mit neuen Ziegeln und ein neuer Blitzschutz werden bis zu 275.000 Euro kosten.

Quelle: RP
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