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Viersen
Stadt gibt Altkleidersammlung an Kreis

Viersen: Stadt gibt Altkleidersammlung an Kreis
In der Stadt gibt es an 17 Standorten Altkleider-Container, wie hier am Kreisverkehr Hohlstraße/Gladbacher Straße. Die Anzahl der Container variiert je nach Bedarf. FOTO: Emily Senf
Viersen. Nach einer Pilotphase sammelt der Kreis ab Juli offiziell auf Viersener Stadtgebiet Altkleider und verwertet sie. Obwohl sich für die Bürger nichts ändert, brauchten die Politiker zwei Anläufe, um die Übertragung zu beschließen Von Emily Senf

Zum 1. Juli hin übernimmt der Kreis Viersen die Sammlung und Verwertung von Alt-Textilien in der Stadt Viersen. Für die Bürger ändert sich nichts - schließlich kümmert sich der Kreis bereits seit dem vergangenen Jahr um die Viersener Altkleider-Container. Dennoch hatte die jetzige rechtliche Übertragung dieser Aufgabe dem Stadtrat Bauchschmerzen bereitet. Grund war ein Missverständnis.

In der Sitzung des Ausschusses für Bauen, Umwelt- und Klimaschutz in der vergangenen Woche hatten die Fraktionen eine Übertragung an den Kreis noch ausgeschlossen. Sie fürchteten, die kommunale Sammlung über Altkleider-Container danach nicht wieder zurückholen zu können, falls es dafür einen Grund geben sollte. Eine zeitweise Beauftragung sei laut der zuständigen Bezirksregierung Düsseldorf nicht möglich, hieß es.

In der Stadtratssitzung am Dienstag aber klärte sich auf: Jeweils im Vier-Jahres-Turnus könnte die Stadt die Aufgabe wieder übernehmen. "So lange laufen die jeweiligen Verträge des Kreises mit dem Unternehmen, das für die Sammlung und Verwertung der Altkleider beauftragt wurde", sagt Christoph Zenz, Leiter des Fachbereichs Bauen und Umwelt bei der Stadt. Das änderte die Meinung der Ratsmitglieder, sie beschlossen die Übertragung einstimmig. Zum Juli tritt sie in Kraft.

Die Geschichte, die zu dem Beschluss führte, reicht gut fünf Jahre zurück, erinnert sich Zenz und erklärt: "Die Sammlung und Verwertung von Altkleidern ist ein lukrativer Markt. Die Leute schmeißen Vieles weg, was noch in einem guten Zustand ist. Es ist ein Millionengeschäft." 2016 landeten fast 129 Tonnen Kleidung in den Viersener Containern.

Neben den Sammelstellen karitativer Einrichtungen wie etwa dem Deutschen Roten Kreuz seien in Viersen auch immer mehr gewerbliche Container aufgetaucht. Dagegen konnte die Stadt nur mit einer eigenen Sammlung vorgehen, sagt Zenz. Dadurch konnte sie gewerbliche Container auf öffentlichem Raum verbieten.

Darum startete die Stadt ein zweijähriges Pilotprojekt mit dem Versorgungsunternehmen NEW. "Aber das war für NEW nicht wirtschaftlich", sagt Zenz. "Dafür ist Viersen zu klein." Im vergangenen Jahr sprang der Kreis ein und übernahm ebenfalls in einer Pilotphase die Zuständigkeit für die Stadt Viersen. Da betreute die Firma Torun-Tex aus Salzgitter für ihn bereits die Altkleidersammlungen in Brüggen, Niederkrüchten und Schwalmtal sowie Kempen und Willich, seit Anfang 2016 auch in Tönisvorst. Rund 100 Kreis-Container gibt es inzwischen in den sieben Kommunen, 30 davon verteilt auf 17 Standorte in Viersen.

Das Ganze lohnt sich für die Stadt auch finanziell. Die Einnahmen aus der Verwertung der Kleidung werden Viersen vom Kreis über die Gebührenbedarfsberechnung vergütet. Das wirke sich wiederum auf die Höhe der Abfallgebühren aus, sagt Zenz. "Auch wenn es am Ende für den Bürger vielleicht nur zehn Cent sind."

Quelle: RP
 
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